Kolumnen ·Uncategorized

Monetarisierung – Ein ewiges Streitthema

Genauso wie das Anfragen und Annehmen von Rezensionsexemplaren ist ein weiteres – wenn auch viel neueres – Streitthema die Monetarisierung von Blogs. Im Speziellen natürlich Buchblogs.

Angefangen hat die neue Diskussion mit einem Vortrag von Philip von Book Walk zum Thema „Monetarisierung von Buchblogs“, der auf dem Blogger Future Place 2016 auf der Frankfurter Buchmesse gehalten wurde.

Philip war so nett, den Vortrag außerdem noch auf seinem Blog zur Verfügung zu stellen, sodass ihr alle wisst, von was wir genau reden! >>>Hier<<< könnt ihr ihn finden!

Ich war (natürlich!) live vor Ort und habe wichtige Zitate aus der heiß entbrannten Diskussion nach dem Vortrag getwittert und ganz selten auch meine eigene Meinung dazu eingebracht.

tweets_1tweets_2tweets_3

Ich hätte eigentlich mit gar keiner bis mäßig interessierter Reaktion gerechnet, da ich dachte, dass die Diskussion wohl nicht viel Neues zur Diskussion beizutragen hatte und höchstens ein paar neue Einblicke bot, auch wenn sie sehr viel Spaß gemacht hat.

Aber weil die Reaktion doch sehr heftig ausfiel und zum Beispiel solche Tweets an der Tagesordnung waren,

Tweets_4.PNG

habe ich mich entschlossen, doch auch einen Beitrag zu diesem Thema zu schreiben und meine Meinung kundzutun.

monetarisierung

(Design by Freepik.com)


Dies haben schon Julia von Julias Wunderland und Mareike von Bücherkrähe getan. Zwei unterschiedliche Meinungen und beide durchaus lesenswert.

Stellungnahme: Ich bin grundsätzlich positiv zur Monetarisierung eingestellt, denn warum sollte die harte Arbeit, die wir in unser Hobby stecken, nicht auch bis zu einem gewissen Grad entlohnt werden? Monetarisierung hat erfolgreich auch in anderen „Branchen“ geklappt und auch wenn die Buchbranche sehr viel kleiner ist, so könnte sich dieser Schritt auch bei uns definitiv vollziehen und auch lohnen.

Aber schauen wir doch mal, was für Gegenargumente ich gehört habe und nehmen uns dieser an:

Was ist denn mit Monetarisierung gemeint?

Sehr vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass man mit ein paar seiner Beiträge auch Geld verdienen kann. Wenn also die Arbeit, die man sich macht, auf eine beliebige Art und Weise auch entlohnt wird.

Dies kann durch Werbeanzeigen, durch verschiedene Formen des Sponsored Contents, die Zusammenarbeit mit Verlagen und und und geschehen.
Genaueres dazu gibt es bei Philip in der Präsentation.

Also wollt ihr Blogger nur noch gegen Bezahlung arbeiten?

Nein, das wollen wir auf keinen Fall! Niemand sagt, dass wir nur noch Posts veröffentlichen, die bezahlt wurden. Es geht nur darum, dass generell Möglichkeiten zur Monetarisierung geschaffen werden könnten und wie sich diese umsetzen lassen könnten.

Es geht nicht darum, nur noch gegen Geld zu schreiben oder Meinungen kaufen zu lassen, sondern einfach nur darum, ob und wie sich Möglichkeiten schaffen lassen könnten auch Buchblogs zu monetarisieren.

Sind Rezensionsexemplare denn nicht auch schon eine Art Bezahlung? Freut euch doch, dass ihr die überhaupt bekommt!

Rezensionsexemplare sind ein Thema, zu dem schon hinreichend Diskussionen geführt wurden und die (aus meiner Sicht) auch schon weitreichend geklärt sind, denn so wie ich das sehe, sieht es wie folgt aus:

Ja, wir bekommen Rezensionsexemplare von den Verlagen zugeschickt, aber wenn man sie bekommt, ohne angefragt zu haben, sind es meistens Bücher, die man gar nicht lesen möchte oder sich gar nicht vorstellen kann, warum man sie geschickt bekommen hat.

Rezensionsexemplare müssen angefragt werden und selbst dann läuft das immer (und dies ist ja auch relativ logisch und offensichtlich) nach diesem Schema ab:

Der Verlag fragt sich, ob der Buchblog XY und die Anzahl der Leser dieses Blogs denn zu dem Buch Z passen und ob sich dadurch ein Profit für den Verlag erwirtschaften lässt.

Bist du ein kleiner Blogger oder ein Blogger, der noch nicht oft Kontakt mit dem Verlag hatte, dann sinken deine Chancen rapide.

Und wie auch schon auf dem Blogger Future Place gesagt wurde: Es ist mehr ein Mittel zum Arbeiten, als eine Bezahlung.

Wenn man nämlich die Zeit des Lesens, des Schreibens der Rezension und der hübschen Aufmachung drumherum auch noch miteinbezieht, dann rechnet sich das für den Verlag unglaublich.

Stellt euch doch mal vor, der Verlag müsste jemanden einstellen, der mit dem Zeitaufwand genauso viele Leute erreicht. Der müsste schon ein ziemlich hohes Gehalt bekommen.

Dies bedeutet nicht, dass ich für Rezensionen bezahlt werden möchte, denn sie sind schon ein Herzstück des Blogs und sollten (meiner Meinung nach) eine freie Meinungsäußerung sein.

Aber die Glaubwürdigkeit nimmt bei bezahltem Content doch ab!

Da hat die absolut unglaubliche Suse von Literaturschock auch einen tollen Satz zu gesagt: „Was ist denn das für ein Menschenbild, wenn man, nur weil man Geld für eine Tätigkeit bekommt, gleich ein schlechter Mensch ist, sofort unglaubwürdig wird und seine Meinung dadurch verkauft?“

Ich glaube nicht, dass es die Leute groß stört, wenn sie wissen, dass ein gewisser Beitrag oder eine Aktion finanziell von einem Verlag unterstützt wurde. Mich würde das in keinem Fall stören.

Und auf clever-bloggen.de gibt es ein wunderbares Interview mit Djure Meinen, in welchem er Folgendes zu diesem Thema zu sagen hat:

Die Vorstellung, dass man seine Seele verkauft, wenn man für Geld arbeitet, zeugt doch von einem ziemlich armseligen Menschenbild. Ohne Frage beeinflussen wirtschaftliche Beziehungen das Verhalten. Genauso wie jede andere Form von Beziehung das auch tut. Entscheidend ist daher nicht, ob Unternehmen Bloggerinnen für ihre Arbeit bezahlen. Entscheidend sind vielmehr die Bedingungen, unter denen sie das tun. Und diese Bedingungen sollten so transparent wie möglich gemacht werden.

Wir verlieren unsere Freiheit, unserem Blog dem widmen zu können, was wir am Liebsten mögen und wir sind nicht mehr unabhängig!

Doch. Ich wüsste nicht, wie es in irgendeiner Weise unsere Unabhängigkeit beeinflussen sollte.

Wenn mir ein Verlag ein Buch ablehnt, kann ich es trotzdem lesen und rezensieren. So wird mir keine Freiheit genommen.

Anders sähe das bei „Vollzeit-Bloggen“ aus, wenn man also seinen gesamtem Lebensunterhalt mit dem Bloggen verdienen wollte. Dann wäre man auf Kooperationen angewiesen, allerdings ist dies bei Freien Journalisten, die darauf angewiesen sind, dass man ihre Artikel kauft, auch nicht anders.

Hier will ja niemand mit dem Buchbloggen seinen Lebensunterhalt verdienen.

Aber selbst wenn wir es wollten, könnte man Aktionen auch ohne die Unterstützung von Verlagen auf die Beine stellen, allerdings hat man dann halt nichts zu futtern.

Das nennt sich freie Marktwirtschaft und ich sehe nicht, wie es unsere Buchbloglandschaft groß verändern sollte.

Niemand nimmt euch ernst! (Werbende vs. Journalisten)

Auch kommt öfter der Vorwurf auf, dass man uns dann nicht mehr als Presse ernst nehmen könne, weil wir eben keinen journalistischen Beruf erlernt haben, aber trotzdem Geld für unser Geschreibsel haben wollen.

Wir wären ab da nur noch Werbende und dürften auch nur noch so behandelt werden.

Ich frage mich aber trotzdem:

Wie ist das denn mit Feuilleton-Journalisten? Die haben das erlernt und schreiben gegen Geld Artikel zu bestimmten Büchern. Kann man die jetzt auch nicht mehr ernst nehmen, weil sie doch bezahlt worden sind?

Natürlich hat kein Buchblog die Qualität und die Einsicht eines Literaturkritikers, aber das ist auch gar nicht der Anspruch.

Wie soll diese Bezahlung denn bitte vor sich gehen?

Die gute Julia hat sich gefragt, wie denn nun die Bezahlung vor sich gehen würde.

Ganz einfach: Nach Reichweite, Beiträgen (aufgeteilt in Blog, Instagram, Twitter und Facebook) und natürlich, wie sehr der Verlag in den Beitrag eingebunden ist.

Der Verlag bezahlt für seine Zusammenarbeit mit dem Blogger keinesfalls monatlich, sondern für die einzelne Zusammenarbeit.

Und sollte der Blogger etwas schreiben, was dem Verlag nicht schmeckt, oder der Verlag mit der Zusammenarbeit nicht zufrieden sein, dann wird halt nicht wieder mit dem Blogger zusammengearbeitet. Fertig.

Und die Höhe dieser Bezahlung wird dann einfach durch Verhandlung und Trial-and-Error festgestellt, bis sich ein gewisser Standard festgesetzt hat.

Außerdem wird natürlich nicht jeder Blogger automatisch für Beiträge bezahlt, so wie nicht jeder Blogger sofort Rezensionsexemplare bekommt und zu Bloggertreffen geladen wird. Man muss sich seine Position schon erarbeiten.

Aber Bloggen ist doch nur ein Hobby!

Klar. Und für alle, für die es nur ein Hobby sein soll, die dürfen das auch gerne so machen. Es zwingt euch ja keiner, euren Blog zu professionalisieren und zu monetarisieren, aber vielleicht wollen das andere Blogger machen.

Wenn ihr kritisieren wollt, dass dann die heimelige Atmosphäre verloren ginge und die Blogs nicht mehr aus lauter Lust und Laune betrieben werden, dann muss ich leider sagen: In jeder anderen „Branche“ hat sich dieser Schritt bereits vollzogen und es ist die Gloriosität des Internets, das wir eben beides machen können: Monetarisierung und Hobby-Blog, Professionell und Laienhaft. Es geht alles! Wir haben unzählige Möglichkeiten!

Warum sollten wir sie nicht ausnutzen?

Ein wunderschönes Zitat hierfür ist dieses:

Choose a job you love, and you will never have to work a day in your life.

– Confucius

Wir lieben alle, was wir tun und wieso sollten wir dann nicht versuchen, dies zu unserer Profession zu machen? Warum sollten wir nicht versuchen, so viel Zeit wie möglich in das zu stecken, was uns alle bewegt und uns so viel Spaß macht, wie nicht viel anderes?

Unser Hobby, ja! Aber vielleicht nicht nur zeitlich, sondern auch entgeltlich, ein Nebenjob!


Eine kleine Anekdote habe ich noch für die Glaubwürdigkeits- und Hobbydebatte:

In der Show „The Daily Show“ aus den USA hat sich Jon Stewart vor Jahren mal eine Sitzung der Regierung zum Thema Umweltschutz angesehen, bei der einer der Abgeordneten (frei übersetzt) sagte: „All die Wissenschaftler, die sich mit Klimawandel auseinandersetzen, und deren Karriere an diesem Thema hängt, damit sie weiter Artikel publizieren können….Ja, das könnte ich lesen, aber ich glaube es ihnen nicht.“

Worauf dann Jon Stewart sarkastisch feststellte: „Ich glaube den Wissenschaftlern nicht, weil es ihre Profession ist…und nicht ihr Hobby.“

Dies sollte also darstellen, warum es nicht gerade gut ist, davon auszugehen, dass man sofort und nur, weil man sein Hobby als Lebensgrundlage betreibt, ein schlechter und unglaubwürdiger Mensch ist, weil man ja Geld dafür bekommt, seinem Hobby nachzugehen.“


Davon kann man doch nicht leben!

Nein, das kann man ganz offensichtlich nicht.

Aber bis jetzt strebt auch noch keiner dieses wahnwitzige Ziel an. Wir wollen nur für unsere Leidenschaft und unsere investierte Zeit, auch eventuell die Möglichkeit bekommen, auch dafür entlohnt zu werden.

Dazu hat ein Rolling Stones-Redakteur auf dem Bloger Future Place Folgendes gesagt, was erstmal so sacken musste, danach aber tosenden Applaus bekommen hat:

Ihr könnt doch nicht morgens Brötchen ausfahren, damit ihr mittags bloggen könnt! Das ist doch kein Lebensentwurf! Organisiert euch und schafft euch selbst Möglichkeiten!

Fazit:

Es ist schwierig, sich zu diesem Thema zu äußern, ohne gleich von allen Seiten angesprungen zu werden. Ich persönlich verstehe nicht, warum sich die meisten Blogger bei der Vorstellung, sie könnten Geld mit ihrem Geschriebenen verdienen, so sträuben, aber ich sehe keinen Grund.

Ich wäre dafür, dass wir nach Monetarisierungsoptionen suchen und uns selbst etwas schaffen, was uns wenigstens ein wenig für das Ganze entlohnt, was wir hier Woche für Woche und Beitrag für Beitrag kontinuierlich durchziehen.

Keiner muss, aber jeder kann. Und alles kann.

It’s up to you, guys! Make something out of it!


Let’s discuss: Wie steht ihr zur Monetarisierung? Welche Möglichkeiten würdet ihr gerne in Anspruch nehmen? Wollt ihr euren Blog überhaupt monetarisieren, oder seht ihr ihn nur als ein Hobby an? Wie ist eure Meinung zu Rezensionsexemplaren? Und meint ihr auch, dass man als Werbender für die Verlage bezahlt werden sollte?

Ich freue mich schon sehr auf eine genauso tolle Diskussion wie beim Blogger Future Place!

22 Gedanken zu „Monetarisierung – Ein ewiges Streitthema

  1. Die Twitter-Reaktionen von Caro und Hekabe habe ich völlig übersehen. Trotzdem finde ich beide „Ansprüche“ überzogen, was soll das denn?

    Da hast du einen tollen Beitrag geschrieben 🙂

  2. Hey Anna
    Seit ich die vielen anderen Beiträge zu dem Thema gelesen habe, hat sich meine Meinung ein klein wenig geändert. Ich finde es in Ordnung, wenn manche Blogger ein wenig Geld verdienen möchten. Allerdings würde ich es schade finden wenn nun ALLE Geld verdinen möchten und es nur noch darum geht und Leute Blogs gründen mit dem Ziel damit „reich“ zu werden. Ich finde das bei anderen Plattformen wie bsp. Youtube oder Instagram genauso schade.
    Danke übrigens fürs Verlinken und liebe Grüsse
    Julia

    1. Hey Julia!
      Na da freuen wir uns aber, dass wir dich ein klein wenig umstimmen konnten 😀
      Darum geht es ja wie gesagt nicht und niemand sagt, dass ALLE Geld verdienen sollen, sondern einfach nur die, die es gerne möchten.
      Und wer mit dem Ziel da ran geht, Geld zu verdienen, ist in unserer Branche eh komplett falsch, das geht nämlich quasi gar nicht…

      Und selbst wenn jemand nur so handelt, dann sieht man das und sieht, dass keine Liebe darin steckt und daher werden diese Leute wohl auch nicht besonders weit kommen.

      Immer wieder gerne und ebenfalls liebste Grüße zurück,
      Anna

  3. Ich muss mich da Julia anschließen.
    Es ist schade, wenn jeder nur mehr hinter dem Geld her ist und es nicht mehr macht, weil es ihm Spaß macht. Sollten wir als Werbende behandelt werden? Ja, wieso nicht, wir machen ja nichts anderes. Aber ich finde, dass sollte dann anders als mit Geld entlohnt werden.
    Und das wir als Teil der Presse (FBM) behandelt werden, stört mich auch nicht. Wir machen ja eigentlich genau dasselbe wie die Journalisten im Feuilleton, nur dass wir in die Rezensionen mehr unsere eigene Meinung, beziehungsweise unseren eigenen Geschmack einfließen lassen. Aber ansonsten machen wir ja eigentlich nichts anderes. (Es hat sehr weh getan, als einer in einer Literatour-Sendung den 8. Teil HP zerrissen hat – also ein Buch wegen EINEM Satz schlecht zu machen, ist schon hart.)

    Liebe Grüße,
    Valerie

    1. Hey Valerie!

      Es wäre ja nicht jeder nur hinter dem Geld her, sondern wir wollen einfach eine kleine Entlohnung für unsere Mühen und Arbeit, die wir liebevoll in unsere Blogs stecken.
      Welche andere Entlohnung als Geld schwebt dir denn vor?

      Es ist schon sehr komisch, dass wir so anders behandelt werden, als die Presse, vor allem, weil die (unglaublich, ich weiß) auch nur Meinungen vertreten, diese vielleicht aber ein wenig subjektiver und mit weniger Fachwissen.
      Wir sind Presse, ganz klar und meistens sogar Reichweiten-stärker als das Feuilleton.

      Viele liebe Grüße,
      Anna

      1. Nein, nein, ich unterstelle ja auch nicht allen, hinter dem Geld her zu sein, aber es wird sicher einige geben.
        Welche Entlohnung mir vorschwebt? Bücher natürlich.
        Ich weiß, das mit der Presse ist ja fast schon wieder so ein Thema für sich.
        Mit der Reichweite kenne ich mich nicht so aus, da habe ich mich bisher noch zu wenig beschäftigt damit.

        Viele liebe Grüße,
        Valerie

  4. Hi Anna,
    danke für diesen ausführlichen Beitrag!
    Ich muss ehrlich sagen, ich kann dieses ganze große Trara um die Monetarisierung nicht ganz nachvollziehen. Als nicht-bloggende Leserin nervt es schon fast zu sehen, dass ihr eure Energie immer wieder in diese Themen stecken „müsst“ anstatt euch dem zu widmen, was ihr wirklich liebt! Wieso kann es nicht jeder Blogger so handhaben, wie er oder sie möchte und die anderen akzeptieren das so? Wunschdenken, ich weiß.
    Lasst euch nicht unterkriegen und macht das, was euch wirklich Spaß macht!
    Liebste Grüße,
    Elli

    1. Hallöchen Elli! (Nochmal heute :D)

      bitte, bitte! Immer wieder gerne!
      *seufz* Ich wünschte auch, dass wir dies nicht machen müssen, allerdings kann ich auch einfach nur sagen, dass bisher kein Beitrag 100% meine Meinung widerspiegelte und ich deshalb selber einen verfassen wollte.

      Ich weiß auch nicht, warum sich einige Blogger so vehement dagegen wehren, einfach „Leben und leben lassen“ gelten zu lassen.
      Ansonsten sind wir doch auch mega tolerant und lieben uns alle!

      Danke für diese tollen ermunternden Worte! :*

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  5. Ich will gar kein Geld. Ich finde es nur lächerlich, dass die Verlage alle bezahlen, außer Buchblogger.

    Da wird eine Youtube-WG gegründet… mit Beautybloggern, die im Leben 3 Bücher gelesen haben, und das auch nur, weil sie Twilight zwei mal lasen.

    Es geht ja nicht darum dass man davon leben will, und ich denke, dass das auch nicht das Ziel von irgendeinem Buchblogger ist. Es geht einfach um ein bisschen Wertschätzung. Die jeder Blogger von den Verlagen erhält, der kein Buch vor dem Namen hat. Nur wir, die aktiv mit Büchern auf unserem Blog arbeiten, wir werden vernachlässigt. Wir sind ja sowieso da, also warum bezahlen? Und das finde ich keine sehr gute Einstellung. Ich möchte nicht bezahlt werden, aber ich sehe auch keinen Grund, warum man Buchbloggern so störrisch alles außer Rezensionsexemplaren verweigert, gleichzeitig aber einem Kosmetikblog dafür Geld gibt, für das Buch mit einem Make Up zu werben.

    Das ergibt doch keinen Sinn. Entweder wirft man alle Blogger in den selben Topf, oder man lässt es.

    1. Eben! Danke, dass du diesen neuen Punkt auch noch in die Diskussion mit aufnimmst!
      Dass die Verlage alle bezahlen, außer die, die sich wirklich ständig und intensiv mit der Materie auseinandersetzen und wahrscheinlich einen richtigen Mehrwert schaffen könnten, wird einfach mal schnell weggeschoben und fast ignoriert.
      Von dieser WG habe ich tatsächlich noch nie gehört was ist denn das?

      Genau! Ein wenig Wertschätzung wäre schon echt super!

      Gleichbehandlung wäre schon echt super und diese Sperrung soll mir mal einer erklären…kenne keine Branche, die sich ja schon regelrecht gegen Geld wehrt…

      1. Ich glaub, Thalia war das mit der WG. Inzwischen haben sie glaube ich meistens Blogger, die auch (also ab und zu auf einem Blog in dem es über was anderes geht) über Bücher bloggen.
        Aber am Anfang war das sicherlich anders 😉 als sich viele darüber lustig gemacht haben, was denn bitte schön Beauty-Blogger mit Büchern am Hut haben (ha!).

        Klar verstehe ich es, wenn man seine Fühler ausstrecken will um andere Gruppen zu erreichen.
        Aber warum die anderen Blogger dann nicht auch mit Rezensionsexemplaren bezahlt werden muss mir ein Verlag erst mal erklären.

  6. Hi Anna,

    das Thema fand ich beim BFP auch sehr interessant. Mein Blog ist zu klein um damit Geld zu verdienen. Aber schön wäre es schon, wenn man wenigstens die Ausgaben für die jährliche Domain zusammen bekommen könnte. Klar sind es „nur“ 30 Euro, aber auch die müssen gezahlt werden.

    Rezensionsexemplare bespreche ich mittlerweile nur noch, wenn sie wirklich zu mir passen. Anfangs traute ich mich nicht, diese abzulehnen. Aber jetzt habe ich auch einen anstrengenden Job neben meiner chron. Erkrankung und muss extrem mit meiner freien Zeit haushalten und warum soll ich dann etwas lesen, was nicht zum Blog passt.

    Geld für Rezensionen würde ich nie nehmen.

    Dein Beitrag hier gefällt mir sehr gut. Gerade die Widerlegung der neg. Kommentare. Bei Twitter die Kommentare habe ich gelesen und oft nur mit dem Kopf geschüttelt.

    Eine Friseurin aus Leidenschaft die ihrer Freundin mal schnell die Haare schneidet und dafür 5 Euro für nen Kaffe und Kuchen bekommt, die freut sich doch auch darüber und ist deswegen nicht weniger Profesionell.

    Liebe Grüße

    Janine

    1. Hallo Janine!
      Habe dich leider nicht gesehen beim BFP, wie schade!
      Auf jeden Fall: Ja, genau! Ich will ja auch nicht Millionen damit verdienen, aber ein wenig Wertschätzung und Verdienst daran wären doch nun auch nicht der Weltuntergang, oder?
      Rezensionsexemplare bekomme ich allerdings noch gar nicht „einfach so“ zugeschickt, wahrscheinlich bin ich einfach zu schüchtern, die Verlage anzuschreiben…aber du hast recht!
      Es ist Zeit und Arbeit, die investiert wird und warum sollte man diese verschwenden, wenn darauf eh nichts folgt, oder man dies nicht mag?
      Geld für Rezensionen war auch nie ein Thema und dazu passen sie denke ich auch gar nicht 😀

      Dankeschön! Freut mich wirklich, dass er dir gefällt!
      Ich wollte einfach mal Argumente entkräften und diese auch ernst nehmen, da sich sonst dieselbe Diskussion in den kommentaren widergespiegelt hätte!

      Vielen lieben Dank und viele Grüße,
      Anna

  7. Amen.
    Da gibt es nichts weiter zu diskutieren, weil das exakt meine Meinung ist. Leben und leben lassen. Ich verstehe nicht mal, warum selbst manche Blogger so heftig gegen die Monetarisierung austeilen; bei Verlagen und Journalisten könnte ich es ja noch ein Stückweit nachvollziehen. Aber aus den eigenen Reihen? Hä? Ich meine, ihnen entsteht doch kein Nachteil, wenn sie sich nicht monetarisieren.
    By the way: Auf YouTue ist das gang und gebe. YT hat zwar neulich allen Contenterstellern gehörig ans Bein gepinkelt mit den neuen Richtlinien, aber dennoch: Wenn du mit YT Geld verdienst, meckert keiner, und das schließt Booktuber eben ein. Aber Buchblogger? Wo ist da der Unterschied?!
    Liebe Grüße vom Buchdrachen

    1. Danke! Das freut mich wirklich, dass wir exakt dieselbe Meinung zu haben scheinen 😀
      Immer nach dem Motto: Leben und leben lassen!

      Ich finde einfach, dass die Blogger einfach viel zu hohe moralische Ansprüche an sich selber stellen und dabei sich selbst geiseln, was überhaupt nicht nötig wäre!

      YT bezahlt aber auch nach Werbeeinnahmen, was wir auch machen könnten, Werbebanner und so, allerdings haben wir weit weniger Klicks und weit weniger Möglichkeiten, um dies zu schaffen. BookTuber dürften auch nicht viel mit YouTube-Geld an sich verdienen.

      Trotzdem Danke und viele Grüße,
      Anna

  8. Ich bin da ganz bei dir. Habe eigentlich nichts hinzuzufügen. Wir machen uns total viel Arbeit mit Rezensionen etc. Warum also nicht ab und an mal etwas dafür bekommen?

  9. weil es gerade schon spät ist und ich müde bin und eigentlich den Laptop zuklappen wollte, habe ich den Artikel (noch) nicht ganz gelesen. Allerdings fiel mir in einem der Screenshots direkt ein Tweet auf. Nämlich der nach dem Motto, dass Buchblogger ja nicht gut schreiben können und wenn sie Geld verdienen wollten, eine Ausbildung machen sollten (durch „+ Redaktion“ schließe ich, dass die Gute meinte, in einer Redaktion zu arbeiten/eine Ausbildung zu machen?). Da fällt mir nur eine Frage ein: was ist mit den Modebloggern, die Geld durch ihren Blog verdienen? Haben die eine entsprechende Ausbildung? Arbeiten die in einer Redaktion? Wohl kaum bzw. nicht alle. Aber für die ist es okay, wenn sie Geld verdienen und für uns Buchblogger nicht?

    Ich habe 2004 mit dem Bloggen begonnen und damals war man noch weit entfernt davon, Geld dafür zu bekommen, dass man über irgendwas Bestimmtes schreibt oder etwas vorstellt.
    Das Bloggen ist für mich vor allem ein Hobby. Es macht mir Spaß, ich habe auch mal Geld für Artikel bekommen oder was zum Testen, aber das ist so wenig, dass es nicht reicht, um davon zu leben. Dafür müsste mein Blog ganz anders aufgezogen werden, ich müsste mehr Zeit investieren. Aber generell ist es nichts Schlimmes, für seine Arbeit entlohnt zu werden. Nur finde ich es eben schade, dass es einem so schwer gemacht wird, wenn man nicht über Mode und Beauty schreibt.

  10. Hey!
    Ein wirklich spannender Beitrag, der bisher an mir vorbei gegangen ist. Da habe ich was verpasst. Ich finde, dass du deine Gedanken sehr gut zusammenfasst und kann dir in allen Punkten zustimmen.
    Für mich selbst kommt eine Monetarisierung nicht in Frage, da ich mir mit meinem eigenen Perfektionismus da im Wege stehen würde. Dinge, für die ich Geld erhalte möchte ich perfekt machen. Auf der Arbeit gebe ich auch eher 200%, als 90 % zu geben. Meine Beiträge und Rezensionen sind leider weit von perfekt entfernt. Mir ist tatsächlich das kostenlose Rezensionsexemplar Bezahlung genug. Solte ich Beiträge oder Rezensionen schreiben und dafür Geld erhalten, dann würde mich das tatsächlich unter Druck setzen, da ich mich, meinen Blog und meine Art zu schreiben definitiv professionalsieren wollte und müsste. Das möchte ich aber gar nicht, denn mein Blog ist und bleibt mein Hobby. Geld verdiene ich mit meinem Beruf, der auch meine Leidenschaft ist, aber bei dem ich auch weiß, dass ich meinen Anspruch an mich selbst durch meine Ausbildung und Weiterbildungen erfüllen kann.
    Aber, ich kann total nachvollziehen, dass andere Blogger gerne mit ihren Beiträgen Geld verdienen möchten und bin da überhaupt nicht dagegen. Das ist ja das Schöne, dass jeder so arbeiten kann und darf, wie er oder sie möchte. Ich bin gespannt, ob auch Buchblogger, wie einige Modeblogger oder Reiseblogger es ja schon lange können, irgendwann von ihrem Blog leben können.
    LG
    Yvonne
    #litnetzwerk

Kommentar verfassen