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Rant oder Verriss – Darf man das überhaupt?

In letzter Zeit sind die Diskussionen immer wieder aufgetaucht wie ein Wildfeuer, was man einfach nicht mehr ausbekommt: Wie gehen wir mit Rants um? Was ist das überhaupt?

Und vorallem: Ist das überhaupt ok? Darf man sich einfach so über ein ganzes Buch lustig machen?

Genau dieser Frage möchte ich heute nachgehen und hoffe, dass wir eine ganz tolle Diskussion haben können, die zu einem Ergebnis führt, mit welchem wir alle zufrieden sein können!

Also: Was ist ein Rant und wie gehen wir damit um?


Rant_Legitimation

(Design by: Freepik.com)


Was ist ein Rant?

Wie man sich sicher denken kann, hat dies keine einheitliche Definition, da es ein Wort ist, was in ziemlich vielen verschiedenen Bereichen verwendet wird.

In unserem Bereich – nämlich dem der Buchrezension – meint der Rant eine Buchrezensiion, die sich auf die negativen Dinge des Buches konzentriert, diesen übermäßig viel Aufmerksamkeit schenkt und sich mit ironischen oder sarkastischen Mitteln über diese echauffiert.

Dieser kann auch als Zerriss oder Verriss gesehen werden.

Generell lässt sich dieses Konzept des „humoristischen Aufregens“ auch auf andere Beiträge anwenden (siehe „COVER-RANT„).


PRO

  • Einfach nur eine Meinung!

Eine Sache, die man sich bei Rants immer klar vor Augen führen musst, ist, dass es eben auch nur eine Meinung ist, die der Blogger ausführt.

Bei durchweg positiven Rezensionen, die angebracht werden, um die unendliche Liebe zu einem Buch auszudrücken, beschwert sich schließlich auch niemand, dass diese Beschreibungen nicht zutreffend seien, oder dass die Emotionen völlig unangebracht seien.

Wenn also jemand eine positive Meinung anbringen kann, warum nicht auch eine negative?

Humor, Ironie und Sarkasmus sind dabei auch nur Stilmittel des Autors/der Autorin, die sie anwenden kann, um ihre Punkte zu untermauern und diese zu verfestigen.

Klar können diese Over the top sein, aber genau dies ist Geschmack eines jeden Einzelnen und für jemand anderen sollte eine Buchbesprechung vielleicht genauso aufgebaut sein.

 

Warum also sollte man von einem Buch schwärmen dürfen, es aber nicht schlecht bewerten?

  • Negative Meinungen sollten genauso normal sein, wie positive

Eine Analyse von Tobi von lesestunden hat herausgefunden, dass 86% der Bücher von Bloggern mit 4 oder mehr Sternen bewertet werten. Wenn das mal nicht eine Sache ist! 86% der Bücher sollen überdurchschnittlich gut sein?

Klar dürfte dies auch an der unterschiedlichen Auffassung der Kriterien liegen, aber es zeigt doch die Tendenz, immer positiver zu sein, immer etwas besser zu bewerten.

Eine negative Bewertung scheint wohl sehr ungewöhnlich zu sein. Warum eigentlich?

Ist die 5-Sterne-Bewertung nicht genauso aufgeteilt, dass 3 Sterne den Durchschnitt oder sogar etwas über dem Durchschnitt repräsentieren sollten?

Wenn man davon ausgeht, dass auch Bücherwürmer meistens in ihrem bevorzugten Genre lesen und daher bessere Wertungen zustande kommen, kann man eine kleine Abweichung noch durchgehen lassen.

Aber eine so große?

Durch diese Überschwemmung und Übermacht verschwinden negative Meinungen schnell im Sumpf der Rezensionen, aber sie sind genauso wichtig wie positive.

Denn wo andere Stärken des Buches wahrnehmen, liegt es anderen am Herzen, auch Schwächen anzusprechen.

Denn Geschmäcker sind durchaus unterschiedlich und wenn jemand überall ALLE Bücher empfohlen bekommt, hilft diese Einschätzung auch nicht mehr weiter.

Negative Rezensionen sind also sogar wichtig für den Erhalt und die Glaubwürdigkeit des 5-Sterne-Bewertungssystems!

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  • Jeder sollte seine Meinung ausdrücken dürfen, wie er will

Eigentlich ein alter Hut, aber ich will es hier nochmal erwähnt haben: Jedem steht es frei, seine Meinung zu präsentieren, wie er will.

Wenn er dabei auch auf Witze und Sarkasmus zurückgreift, um aus dem Negativ-Erlebnis des Buches noch ein positives Erlebnis für seine Leser zu machen, wo ist dann das Problem?

Natürlich sollte ein Autor einer Rezension niemals auf offensichtlich beleidigende Inhalte zurückgreifen und Leser und Autor gleichermaßen beleidigen.

Dies habe ich aber auch noch bei keinem Rant wirklich gesehen. Meist wird sehr deutlich klar gemacht, dass es eben der Unterhaltung dient und nicht ernst gemeint ist.

Der Respekt vor dem Buch und dem Autor sollte trotz allem gewährt bleiben.

  • Auch negative Meinungen können zum Kauf anregen

Wie schon einmal sehr treffend auf Twitter formuliert: „Manchmal kaufe ich ein Buch auch nur, weil jemand es zerrissen hat und ich sehen möchte, ob das auch stimmt“

Tatsache ist: Auch negative Meinungen können zum Kauf des Buches anregen!

Offensichtlich haben wir Bücherwürmer auch manchmal ein sehr masochistisches Verlangen, wenn wir manchmal einfach nur schlechte Bücher lesen wollen. Da kommt uns ein Rant gerade recht.

Beziehungsweise man möchte überprüfen, ob an der Meinung des Rezensenten wirklich etwas dran ist und ist deshalb neugierig auf das Buch geworden.

Wie auch immer das menschliche Gehirn in dieser Sache funktioniert, eine Sache ist klar: Negative Rezensionen und Rants machen neugierig auf das Buch und sind manchmal effektiver als eine positive Rezension.

Daher erfüllen sie ganz ihren Zweck, den Leser des Blogs auf Lektüre hinzuweisen, die vielleicht auch außerhalb seiner Komfortzone liegt und ihm diese vorzustellen.

  • Fragwürdige Dinge sollen und müssen angesprochen werden

Und wieder gilt: Wenn ein Buch oder ein Autor einfach Mist in sein Buch schreibt, dann muss das von uns Kritikern herausgefiltert, analysiert und angeprangert werden.

Egal, ob es sich dabei um ein Buch handelt, was man selbst total toll fand, egal, ob es von der Lieblingsautorin oder dem Lieblingsautor kommt und egal, wie toll die Fantasyelemente ausgearbeitet waren.

Wenn ein Autor rassistisch, homophob, sexistisch oder einfach nur falsche Dinge schreibt, dann sieht man das, dann muss man das aussprechen, dann muss man das verurteilen.

Da ist es ganz egal, wie toll das Buch sonst ist.

Problematische Dinge MÜSSEN angesprochen werden, weil gerade Bücher die Denkweise von uns allen berühren und formen.

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  • Kritik am Buch ist nicht immer Kritik am Leser des Buches!

Was oft auch missverstanden wird, ist Folgendes: Wenn ein Rezensent ein Buch nicht mag, heißt das nicht, dass sich nun alle Leser des Buches, die es für gut befunden haben, angegriffen fühlen müssen.

Ich habe es öfter gesehen, dass es eher denjenigen gegen den Strich ging, dass ein Buch schlecht bewertet wurde, die das Buch gut fanden.

Aber der Rant ist keine Kritik an den Lesern des Buches, sondern am Buch selbst!

Und auch das beste Buch wird immer Kritik abbekommen, welche die positiv gestimmten Leser aushalten müssen.

So läuft Meinungsfreiheit eben.

  • Es macht verdammt viel Spaß!

Und zuletzt ein Punkt, der mir am Herzen liegt, vielleicht aber nicht für alle verständlich ist: Es macht Spaß. Riesigen Spaß.

Es ist erfrischend, mal die Wut auf sämtliche Klischees, auf abgekupferte Welten, Charaktere und Erzählstrukturen herauszulassen.

Es ist definitiv erwähnenswert, wie kreativ die Beschreibungen von oberflächlichen Charakteren werden können, wie witzig Absurditäten in den Vordergrund gestellt werden können.

Kritik ist immer einfach als Lob, aber die Kreativität der Kritik ist definitiv erwähnenswert.


NEGATIV

  • Manchmal sind die Kommentare an der Grenze zur Respektlosigkeit

Ein oft genutztes Gegenargument ist, dass die Kommentare zum Buch manchmal die Grenze zur Respektlosigkeit überschreiten und sich ungebührlich zum Buch und seinem Inhalt äußern.

Ist es denn respektvoll, die Inhalte des Buches in der Luft zu zerreißen und sich dann noch über die lustig zu machen?

Würde es nicht reichen, die negativen Inhalte einfach zu benennen?

So fühlen sich doch auch noch andere Leute angegriffen und eine hitzige Diskussion entzündet sich, wo keine sein müsste.

  • Darf man sich über das Herzblut anderer Leute lustig machen?

Ein Autor macht sich schließlich Monate, wenn nicht sogar Jahre damit, das Buch zu schreiben, zu überarbeiten und für seine Lehrer zu veröffentlichen.

Wie würde man selber sich fühlen, wenn sein Herzensprojekt auf den Boden geschmissen und zertrampelt würde? Bestimmt fände man das dann nicht gut, nur weil dadurch eine Quote an negativen Rezensionen abgedeckt wird und der Rezensent sich abregen musste.

Das Ironisieren und Nicht-Ernstnehmen von Inhalten oder das Lustig-Machen über ganze Bücher kann schnell ermüdend werden, wenn es keine begründete Kritik mehr ist.

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Was uns zum nächsten Punkt bringt:

  • Das ist keine Kritik mehr

Auch ein großer Kritikpunkt: An manchen Stellen überschreitet die „Kritik“ am Buch die reale Kritik und wird zu einem sinnlosen Aufregen, welches die Regeln des Respekts aus allen Hebeln hebt und dementsprechend nicht mehr so annehmbar ist.

Schwierig an diesem Punkt ist aber immer, dass diese Grenze bei jedem anders verläuft und es daher keinen einheitlichen Konsens darüber geben kann, wo die Grenzen denn nun wirklich verlaufen.

Daher gibt es hier eine große Diskrepanz zwischen Menschen, die sich etwas direkter ausdrücken und jenen, die es lieber weniger direkt sagen.

  • Manche scheinen sich einen Sport daraus zu machen

Und dies ist nun wirklich der letzte Punkt: An manchen Stellen des Bloggerversums scheint es regelrecht ein Sport geworden zu sein, Bücher runter zu machen, ihnen die Berechtigung abzusprechen, gemocht zu werden und möglichst viele schlechte Wertungen zu verteilen.

Allerdings kann dies auch nur als Tendenz betrachtet werden, da eben auch einige Blogger kritischer mit ihrer Lektüre umgehen, als andere und unterschiedlich streng bewerten.

Daher ist diese Tendenz zwar ansatzweise zu beobachten, aber mit nichts wirklich zu belegen.


FAZIT

Rants sind ein schwieriges Thema, es spricht vieles für und gegen diese Art der Rezension.

Insgesamt lässt sich jedoch festhalten, dass diese Art dem negativen Erlebnis des Buches doch noch etwas Positives abgewinnt, Ironie und Sarkasmus verwendet, um die negative Meinung herüberzubringen und im Regelfall nicht ernst gemeint beleidigt.

Außerdem übernimmt der Rant meist den ungewollten Job der negativen Rezension.

Berechtigte Kritik am Rant ist allerdings die „Respektlosigkeit“ mit dem sich mit den Werken der Autoren auseinandergesetzt wird und, dass es keine Kritik mehr sei, sondern nur noch ein gezieltes Lustig-Machen über die Bücher.

Es scheint wohl auch stellenweise ein Sport geworden zu sein, Bücher zu zerreißen.


Nun bin ich auf eure Meinungen gespannt!
Was denkt ihr über Rants? Mögt ihr sie oder mögt ihr sie gar nicht lesen? Habt ihr selber schon mal einen Verriss geschrieben? Was ist eure Meinung: Werden wir zu harsch mit unseren Worten?

Ich freue mich schon total auf die Diskussion!

49 Gedanken zu „Rant oder Verriss – Darf man das überhaupt?

  1. Ich finde, hier sind die wichtigen Punkte gut zusammengefasst. Aber dem ersten Satz des Fazits möchte ich widersprechen. Zum einen deshalb, weil dieser, meiner Meinung nach, der vorher so gut vorgetragenen Argumentationskette widerspricht. Zum anderen, weil ein Rant genauso schwierig oder leicht ist wie ich auch ansonsten mit meiner Umwelt umgehe und von dieser behandelt werden will. Ich darf, bei positiven und bei negativen Dingen, durchaus aus meinem Herzen keine Mördergrube machen. Aber es muss immer klar sein, dass es sich dabei um meine persönliche Meinung handelt, und nicht um allgemeingültige Wahrheiten. Und, zweitens: Wer austeilt, muss auch einstecken können. Nie mehr geben, als man auch zu nehmen bereit ist. 😉

    1. Aber der erste Satz fasst doch nur das zusammen, was ich vorher schon gesagt habe? Was stört dich denn daran?

      Klar muss es immer eine persönliche Meinung sein und wer austeilt muss immer auch einstecken können, das ist sonnenklar 😀

  2. Liebe Anna,
    wieder einmal ein sehr guter Beitrag von dir. 🙂
    Eine Sache möchte ich anmerken:
    „Negative Meinungen sollten genauso normal sein, wie positive“ – das habe ich auch schon öfters gelesen, und an sich stimme ich dem auch zu. Ich stolpere oft über Blogger, bei denen man ganz eindeutig merkt, dass sie Bücher schönreden oder sich gar nicht mit problematischen Inhalten befassen. Auch zu mir wurde schon mal gesagt, dass ich alle Bücher „zu gut“ bewerte. Aber das „zu“ muss man eben streichen. Ich lese einfach überdurchschnittlich viele gute Bücher. 😀 Gerade 2016 habe ich einfach entdeckt, welche Genres, Themen etc. mir gefallen, und danach suche ich eben aus, was ich lese. Und ich will die Bücher ja dann nicht schlechtreden. 😀 (Und ich bin nicht so masochistisch und bestelle Bücher, wo ich weiß, dass ich sie nicht leiden werde, hehe. :D)
    Also, das ist aber nur mein persönlicher Schmarrn. Hier geht’s ja um deinen Beitrag. Abgesehen von dem Punkt, den ich gerade angemerkt habe, kann ich dir in allem restlos zustimmen. Sowohl deine Argumente dafür und dagegen sind valide. Am Ende des Tages bin ich immer noch kein Fan von Rants (wohl aber von negativen Rezensionen, die problematische Aspekte bei Büchern ansprechen), weil das Buch da gerne mal zu sehr in den Hintergrund rückt. Und am Ende ist mein Respekt vor der Arbeit des Autors zu groß, um mich einfach in emotionalen Ausbrüche über sein Buch zu verlieren.
    Zum Glück befinden wir uns aber im Internet, und wenn ich eine Rant sehe, muss ich sie einfach nicht lesen. 🙂 Es gibt ja für alles eine bestimmte Zielgruppe 🙂
    Danke für den durchdachten Post!
    Alles Liebe,
    Isabella

    1. Hey Isabella!
      Und klar hast du recht, dass man irgendwann sein Genre findet und dann überdurchschnittlich gute Bücher liest, aber trotzdem ist mir der Prozentsatz an gut bewerteten Büchern immer noch zu hoch. Kann ich einfach nicht glauben, dass 90% aller Bücher über dem Durchschnitt liegen sollen 😀

      Vielen lieben Dank! 🙂
      Du hast recht, manchmal hat man das Buch aus den Augen verloren, was auch nicht gerade gut ist, darauf sollte man in jedem Fall achten!

      Vielen vielen Dank für den Kommentar und viele liebe Grüße,
      Anna

  3. Liebe Anna, vielen Dank für diesen Text :). Finde ihn mit den Pro & Contra Argumenten sehr gut aufgebaut! Persönlich bin ich eher auf der Pro-Seite angesiedelt, denn ich finde negative Meinungen genauso wichtig wie positive. Wenn ich mir von einem Buch ein Bild machen möchte, lese ich sogar die negativen Meinungen zuerst, weil sie in meinen Augen oft einen ungeschönteren Blick auf ein Buch werfen. Fangirlen hat natürlich seine Berechtigung, hilft mir aber oft nicht weiter, wenn ich von dem Autor noch nie etwas gelesen habe … Daher: Kritisches Lesen ist gut und wichtig!

    Liebe Grüße
    Ascari

    1. Hey Ascari,
      Vielen lieben Dank! Ich habe mir wirklich Mühe bei diesem Projekt gegeben!
      Danke, danke, danke!
      Genau so mache ich es auch! Negative Meinungen sind wichtig, um ein ehrliches Bild von dem Buch zu erhalten!

      Danke für den lieben Kommentar und viele Grüße,
      Anna

  4. Hey Anna
    Ich finde auch, dass man sich negativ über Buchinhalte äussern darf. Blogger, die über jedes einzelne Buch schwärmen und 5 Sterne verteilen find ich auf Dauer sehr unglaubwürdig. Ich bin ein Befürwörter von Rants, solange alles sachlich bleibt und die Kritikpunkte detailiert beschrieben werden. Nur „Das Buch war scheisse“ zu schreiben sagt nicht viel aus, genauso wenig wie „Das Buch war gut“, ohne jegliche Argumentation.
    Liebste Grüsse
    Julia

    1. Hey Julia!

      Unglaubwürdig ist das Stichwort! Man kann nicht alles lieben! Das ist nun mal ein Ding der Unmöglichkeit!

      Klar, unbegründete Kritik ist auch keine Kritik!
      Das stimmt total!

      Du hast völlig recht!

      Vielen lieben Dank und liebe Grüße,
      Anna

  5. Hallo Anna,

    ich denke, man muss auch ganz stark zwischen rezensierten und gelesenen Büchern unterscheiden. Viele Blogger bewerten keine Bücher, die sie abgebrochen haben. Da fallen dann die meisten ganz schlechten Büchern schon mal raus. Außerdem gibt es einige Blogger, die nur Bücher rezensieren, die ihnen gefallen haben.

    Zum Thema selbst finde ich, dass so lange die Kritik sachlich bleibt, sie auf jedem Fall legitim ist. Es geht nun einmal nicht darum, was der Autor beim Schreiben gedacht oder gefühlt hat, sondern darum, was der Leser beim Lesen denkt und fühlt.

    Ich persönlich lese gern Kritiken, die es in sich haben, denn ich kann sowieso nicht alle Bücher lesen und freue mich daher auch sehr über Nicht-Empfehlungen von Büchern, die ich interessant finde.

    Viele Grüße
    Elena

    1. Hallöchen Elena!

      Das stimmt! Allerdings frage ich mich auch, warum man schlechte Bücher nicht rezensieren will…
      Aber das liegt wahrscheinlich auch daran, dass manche Blogger bei solchen Büchern einfach nichts darüber zu sagen haben…

      Vielen Dank für den tollen Kommentar und viele liebe Grüße,
      Anna

  6. Hey Anna,

    ich schreibe eine Veriss genau dann, wenn es nötig ist. Glücklicherweise passiert das nicht allzu oft, denn wie du bereits beschrieben hast, bewege ich mich meist in meinen bevorzugten Genres und habe mittlerweile einen wirklich guten Riecher dafür entwickelt, was mir gefallen könnte und was nicht. Doch hin und wieder kommt es durchaus vor, dass ich von 5 möglichen Sternen lediglich zwei oder sogar nur einen vergeben kann. Letztes Jahr musste ich 12 von insgesamt 90 Büchern am unteren Rand der Skala einordnen.

    Wenn ich dann gezwungen bin, einen Veriss zu schreiben, schreibe ich auf, was ich denke, versuche dabei aber, ein gewisses Niveau aufrecht zu erhalten und zu betonen, dass das meine äußerst subjektive Erfahrung widerspiegelt. Manchmal schlittere auch ich an der Grenze des Respektvollen entlang, das gebe ich zu. Ich bin nicht immer fair und es fällt mir ab und zu schwer, bei einem Buch, von dem ich mich nahezu beleidigt fühle, weil es meine kostbare Zeit verschwendet hat, daran zu denken, dass der Autor oder die Autorin viel Arbeit und Herzblut in das Projekt gesteckt hat. Ich habe deswegen allerdings trotzdem keine schlaflosen Nächte, weil ich überzeugt bin, wer sich der Öffentlichkeit stellt, muss damit leben, dafür unter Umständen hart beurteilt zu werden. Warum sollte es Autor_innen da anders gehen als jedem unbedeutenden C-Promi?

    Negative Rezensionen sind wichtig, da gebe ich dir Recht. Als Leserin verlasse ich mich oft sogar mehr auf die negativen Besprechungen, weil ich vor dem Buchkauf entscheiden muss, ob ich mit bestimmten Kritikpunkten leben kann oder nicht. Besonders wenn ich unentschlossen bin, hilft es mir nicht weiter, eine Schwärmerei nach der anderen zu lesen.

    Ich finde, es ist Quatsch, dass so viele Blogger_innen offenbar Angst haben, negative Meinungen zu veröffentlichen. Man kann nicht alles gut finden. Man kann nicht alles lieben. Es ist nur menschlich, dazu zu stehen.

    Viele liebe Grüße,
    Elli

    1. Hey Elli! Vielen lieben Dank für deinen sehr langen Kommentar!

      Ich schreibe auch genau dann, wenn nötig. Denn manche Bücher sind nun einfach nicht gut…leider…

      Genau! Betonung der Subjektivität ist auch immer was sehr wichtiges!
      Das stimmt, leider. Manchmal kann man einfach nicht respektvoll bleiben, wenn man von einem Buch so sehr genervt fühlt.

      Exakt! Jeder, der irgendwie in der Öffentlichkeit steht, muss sich auch irgendwie damit abfinden, beurteilt zu werden. Und das meist mit harschen Worten.

      Negative Rezensionen sind sehr wichtig! Die negativen Punkte können dir ein Buch nämlich total versauen…

      Deine letzten Worte finde ich sehr schön gewählt!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  7. Hey Anna,

    ich bin da ganz deiner Meinung, dass es wichtig ist nicht alles schön zu reden und wenn man ein Buch gelesen hat, das einem nicht gefallen hat, dann ist es mein gutes recht als Blogger, meine ehrliche Meinung widerzugeben.
    Solange man nicht beleidigend wird und die Kritik begründen kann ist das auch überhaupt kein Problem.
    Ich versuche mich selbst mehr und mehr davon zu entfernen leichtfertig 5 Sterne zu vergeben und korrigiere ab und an meine Bewertungen noch einmal nach unten, wenn ich die Rezension schreibe. Auch wenn ich mittlerweile ganz gut weiß, was mir gefällt und was nicht, gibt es immer wieder Bücher die durchs Raster fallen und miir einfach nicht gefallen, das kann man an meiner Rezension dann erkennen. Also ja: negative Rezensionen sind genauso wichtig wie die Positiven. Wenn nicht sogar wichtiger.

    Liebe Grüße!
    Anna

    1. Hallöchen Anna!

      Genau! Schön reden ist nur ein anderes Wort für Heucheln…leider…
      Genau! Begründete Kritik und alles ist gut!

      Exakt! Mir fällt auch immer auf, dass ich Bücher im Nachhinein schlechter bewerten würde…was eigentlich total schade ist…

      Vielen Dank und viele liebe Grüße,
      Anna

  8. Huhu,

    Ob ich jetzt einen völligen Verriss geschrieben habe weiß ich nicht, aber ich äußere genauso negative Kritik wie Positive. Oft sogar mehr negative. Aber meist find ich an jedem Buch auch noch irgenwas positives. Und ich begründe diese negative Kritik auch immer. Ich sehe keinen Sinn darin die totzuschweigen.

    Was ich auch immer merkwürdig finde ist, dass jemand ein Buch mit 3 Sternen bewertet, dann aber nur ein paar Kritikpunkte hat und die Bewertung überwiegend gut ist. Wie kann das sein? So würde ich persönlich bei vier Sternen bewerten. Wieso dann nur drei Sterne? Da kommt vermutlich das raus, was du angedeutet hast, dass viele lieber Positiv schreiben, aber das verfälscht doch auch die Rezension und bringt dem Leser irgendwie überhaupt nichts.

    Ich verstehe sowas immer nicht.

    LG corly

    1. Hi Corly!

      Also negative Kritik ist kein Rant! Negative Kritik gehört zu jeder guten Rezension dazu!
      Klar, gute Begründungen gehören immer dazu!
      Naja, diese Sternebewertung ist immer doof, denn alle legen sie ein bisschen anders aus und vielleicht sind die negativen Punkte einfach höher gewichtet, als die positiven?

      Liebe Grüße,
      Anna

  9. Ich finde Rants sind eine ziemlich überflüssige Sache. Weshalb Energie auf schlechte Dinge verwenden, wenn man sehr viel besseres damit anstellen könnte? Wenn ein Buch dermaßen schlecht ist kann man es einfach beiseitelegen oder bestenfalls auf den Recyclinghof bringen wo es eben hin gehört. Per se würde ich lieber einen „Autoren Rant“ einlegen und mich darüber empören was der/diejenige sich dabei gedacht hat so unglaublich schlecht zu schreiben oder solch dermaßen fragwürdige Werte zu vertreten/ vermitteln.

  10. Hey Leute,
    ich weiß ja nicht, wie es mit euch ist, aber ich finde diese „Jaaaa, war ganz okay…“-Rezis einfach noch am schlimmsten. Es ist sowohl schlimm, sie zu lesen, weil sie meistens so gar nichts aussagen und noch viel schwieriger, ein mittelmäßiges Buch zu rezensieren, ohne selbst in diese Sparte abzurutschen.
    Bitte nicht falsch verstehen, ich habe gar nichts gegen positive Rezis, aber die negativen sind doch viiiiiiel lustiger, oder? ;). Wenn das Buch schon schrecklich war, kann doch wenigstens die Rezension Spaß machen, oder?
    Ja, sicher, es ist immer einfacher zu begründen, warum man etwas NICHT mochte, weil es in der Natur der Sache liegt, einzelne Faktoren zu bemerken, während bei richtig guten Büchern einfach so viel zusammenkommt, dass man die einzelnen Punkte gar nicht mehr auseinander halten kann. Trotzdem sollte nicht unterschätzt werden, dass auch eine negative Rezension oder ein Verriss einen Haufen Arbeit machen, schließlich soll das Ganze am Ende auch noch halbwegs strukturiert und vor allem lustig rüberkommen und nicht einfach nur eine Aneinanderreihung von frustrierten Sätzen sein.

    Bei meiner ersten wirklich negativen Rezension habe ich mich gefragt, ob ich damit nicht vielleicht den Grenzen des guten Geschmacks ein wenig zu nahe komme, aber andererseits hatte die Autorin in ihrem „Werk“ genau diese Grenze schon von der anderen Seite gesehen, wirklich, es war zum Fremdschämen, also was soll´s!
    Der betroffene Roman ist übrigens „Mein Leben für dich“ von Annette Moser, wenn ihr das also wie ich neulich in der Buchhandlung seht, dann rennt! Wirklich, ich meine es ernst! (Für den Fall, dass ich da ausführlicher werden muss: https://bookpalast.wordpress.com/2017/01/30/mein-leben-fuer-dich/)

    LG Johanna

    1. Hey Johanna!

      Wow, was ein langer Kommentar! Vielen lieben Dank dafür!

      Genau! Uninspirierte Rezensionen sind am schlimmsten! Die sagen nämlich fast gar nichts aus…
      Du hast recht! Manchmal sind negative Rezensionen einfach sehr lustig! Obwohl ich auch ein Faible für gutgeschriebene „Fangirl“-Rezensionen bin, denn diese mag ich auch sehr gerne!

      Eben! Auch negative Rezensionen sind genauso viel Arbeit wie andere Rezensionen und müssen meist noch strukturierter sein, weil diese misstrauischer beäugt werden!

      So kann man die ganze Sache natürlich auch sehen XD

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  11. Das war Mal wieder ein schöner Beitrag 💫
    Also ich habe noch nie einen direkten „Rant“ geschrieben – mehr so indirekt. An sich finde ich es nicht gut wenn gleich jemand über seinen Text schreibt: Das ist ein Rant. Das impliziert ja schon, dass sich der Autor nur über das Buch lustig machen wird etc.
    Es gab Bücher, nun ja, die habe ich regelrecht gehasst. Doch immer wenn ich meine Meinung dazu gesagt habe, dann habe ich diese auch zum besseren Verständnis begründet – einfach weil mir das fehlt.
    Ich bin auf Goodreads und lese gerne auch schlechte Rezensionen da diese meist ehrlicher sind aber bei überwiegend englischen Bloggern ist es dann der Fall dass das Buch nur runtergemacht wird und warum? Das weiß man nicht denn es wurde halt einfach nicht gemocht
    Wäre das Buch ein Mensch würde es gemobbt werden.
    So etwas finde ich immer sch*e aber

    1. …Aber da bin ich aus Versehen auf Senden gekommen. 😂 Aber ich habe mich auch schon über Bücher lustig gemacht und das hat Spaß gemacht einfach wegen der Absurdität vielerlei Dinge. Dabei sage ich ja immer es geht nicht gegen den Autor aber manchmal frage ich mich schon: Was hat er/sie sich nur dabei gedacht…?

    2. Hey Neyla!

      Vielen Dank für den tollen Kommentar!
      (Oder beide :D)

      Naja, ich schreibe auh nie über den Text, dass es ein Rant ist, meist ist es „nur“ eine sehr negative Rezension…
      Eben! Es gibt eben Bücher, die man nicht leiden kann…und natürlich muss man die Kritik an ihnen auch begründen!

      Naja, bei den englischsprachigen finde ich, dass meistens sehr gut argumentiert wird, aber vielleicht lesen wir einfach unterschiedliche 😀
      Allerdings sind die Engländer und Amerikaner meistens direkter als wir!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  12. Huhu Anna =) Schöner Beitrag. Ich finde es wichtig auch Rezensionen zu schreiben, die das Buch nicht in den Himmel loben. Die meisten Rezensionen fallen eher positiv aus, da man irgendwann weiß auf welche Art von Buch man steht. Klappentext, Buchcover und ein guter Überblick über den Autoren Dschungel helfen einem dabei Bücher zu wählen von denen man weiß das sie gut sind, aber natürlich rutscht einem zwischendurch immer wieder ein Buch in den SUB das einem überhaupt nicht gefällt. Oft liegt es bei mir dann an dem Rezensionen Rausch der anderen Leser…sie lieben es und ich stelle schon nach wenigen Seiten fest, dass ich das Buch blöd finde lese dann aber weiter, weil ich denke es wird sicher noch besser oder weil ich insgeheim schon in der Laune für einen Verriss bin…UND JA, es macht Spaß einen Verriss zu schreiben , schließlich habe ich mich vorher auf das Buch gefreut und nun muss der Frust über den Fehlgriff ja irgendwohin…
    Ich verstehe dann oft leider nicht warum andere Amok laufen, wenn man ihr „Lieblingsbuch der Woche“ kritisiert. Ich meine, ich kritisiere sie ja auch nicht dafür, dass sie es mögen und Geschmack ist ja auch so eine Sache. Klar, kann man mit dem Herzblut der Autoren argumentieren, aber um ehrlich zu sein muss ich mal sagen, dass ich den Autoren nichts schulde, sondern meinen Lesern und mir meine ehrliche Meinung schulde. Die Autoren machen halt ihren „Job“ und wenn ich mit ihrer Leistung nicht zufrieden bin kann ich das auch ruhig sagen; Wenn ich essen gehe und der Koch mein Essen verdirbt, beschwere ich mich ja auch…Wenn ein Handwerker einen Sessel für mich baut, aber der Sessel am Ende doof ausschaut dann werde ich das ja auch sagen. Oder Friseure…ODER ODER ODER. Wobei es da sicher auf den Ton ankommt. Kritik verpackt in Sarkasmus geht da völlig in Ordnung, aber man sollte auf seine Wortwahl achten.

    Grüße Denise

    1. Hallöchen Denise!

      Du hast recht, meistens liest man Bücher, die man toll finden wird oder finden will, weil Freunde sie toll finden!
      Und es macht irgendwie wirklich Spaß einen Rant zu schreiben…warum auch immer 😀
      Vielleicht sind wir einfach große Lästertanten 😀

      Und ganz ehrlich: Man muss damit klarkommen, dass manche Menschen eben einen anderen Geschmack haben und das, was man selbst mag, nicht leiden können…
      Da muss man Kritik aushalten!

      Eben! Man schuldet dem Autor nichts, denn der stellt sein Geschreibsel ja völlig freiwillig in die Öffentlichkeit und muss daher auch mit Kritik rechnen…

      Deine Beispiele sind große Klasse! XD

      Vielen lieben Dank für den tollen Kommentar und liebe Grüße,
      Anna

  13. Also, ich habe durchaus schon in Rezensionen geschrieben, wenn mir ein Buch nicht gefallen hat. Zum Beispiel war das mal bei einer Leserunde auf Lovelybooks so. Ich hatte zum ersten Mal mitgemacht – und ein Buch erwischt, das zwar gut klang, aber mir persönlich im Endeffekt absolut nicht gefallen hat. Die Gründe habe ich auch in der Rezension erwähnt. Das gehört ja dazu. Man kann ja nicht alles schönreden. Trotzdem fanden die das in der Diskussion nicht so toll, dass ich das Buch abgebrochen habe, weil ich es doch geschenkt bekommen habe (oder so ähnlich lautete die Begründung). Ob Rezensionsexemplar, Leserundengewinn oder privater Kauf – ich mache da keinen Unterschied.

    Aber einen richtigen Verriss habe ich noch nicht geschrieben. Ich glaube, das könnte ich auch gar nicht. Tatsächlich ist es so, dass ich ganz gute Bücher lese (oder einfach einen komischen Geschmack habe?! 😉). Wahrscheinlich würden andere die Bücher, die ich als positiv bewerte, als total stumpfsinnig empfinden – genauso wie ich vielleicht Bücher, die andere lesen nicht mögen würde.

    Solange man den Autor nicht persönlich angreift, ist es aber doch in Ordnung, eine Art Verriss zu schreiben.

    1. Hallöchen Verena!

      Jeder hat glaube ich schon eine negative Rezension verfasst, das gehört ja auch irgendwie dazu.
      Und es ist auch normal, dass einem Bücher mal nicht gefallen, gerade wenn man sehr viel liest!

      Und man sollte definitiv keinen Unterschied dazwischen machen, wie die Bücher einen erreicht haben, denn das Buch an sich ändert sich dadurch nicht.

      Genau! Der Autor selbst sollte eigentlich nicht beleidigt werden, allerdings sehe ich auch hier wieder ein paar Ausnahmen, z.B. ein sarkastischer Kommentar, aber auch diese sollten sparsam eingesetzt werden.

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  14. Darf man einen Verriss schreiben?
    Sicher darf man dass, solange man sachlich bleibt … also irgendwie.
    Ich erinnere mich an einen Jussi Adler (nochwas) Verriss in einem Feuilleton bei dem die Rezensenten die Leserschaft gleich mit Verrissen – so etwas geht gar nicht (schon überhaupt von Leuten dies sich für so etwas auch noch bezahlen lassen).

    Genauso, der X-te „twilight“-Verriss (Ich frag mich schon gar nicht mehr warum die Leute es dann überhaupt gelesen haben – wobei es gerade Denis Schecks abfälliges abtun desselben war das mich dazu bewogen hat es zu Lesen, wir haben einen wunderbar konträren Buchgeschmack fürchte ich) und/oder Angriff auf Stephenie Meyer weil sie es gewagt hat „das Vampirgenre zu Ruinieren“, nur weil man gerade zufällig mal wieder einen Vampirroman gelesen hat und jetzt lieber seinen Frust über „twilight“ oder die Autorin ablässt anstatt über das Buch zu Reden das man tatsächlich gelesen hat.
    Ähm, Hallo… Rants in allen Ehren, aber ein wenig on-topic sollte man schon bleiben.

    Sarkasmus? Ja, bitte!
    Es gibt Rants die sind tatsächlich besser und unterhaltsamer geschrieben als die Werke auf die sich beziehen. 🙂

    Also ja, Aufreger sind erlaubt, oder besser auch gern mal gelesen, ebenso Rants so lange man sich dabei benimmt, was allerdings ein wenig im widerspruch zum „Rant“ steht: denn „to rant“ das ist in etwa so etwas wie sich in Rage reden, sich ziellos ereifern, ist also tatsächlich von seiner Natur her nicht nur nie objektiv oder gehaltvoll, sondern tendenziell tatsächlich unter die Gürtellinie gezielt.

    1. Hallo Gerd!

      Vielen lieben Dank für diesen ausführlichen Kommentar!
      Ich bin deiner Meinung, denn die Leser der Romane haben immer andere Gründe, warum sie die Bücher toll finden, diese sollten nicht miteinbezogen werden…
      Das Aufregen über Twilight finde ich mittlerweile auch nicht mehr glaubwürdig, da es ja mittlerweile fast schon zum guten Ton gehört…Wo es gut ist, ist es mal gut…

      Was meintest du mit dem on-topic bleiben?

      Sarkasmus ist aber toll, nicht wahr?

      Vielen lieben Dank für den tollen Kommentar!
      (Und ja, ursprünglich bedeutet to rant etwas anderes, aber es hat sich eben so entwickelt und steht nun nicht mehr für unbegründetes Aufregen :D)

      1. Ich bin kürzlich auf GoodReads auf so einen Rezi-„twilight“ ist der Teufel-Rant gestoßen als ich mir das Buch „Sunshine“ (Robin McKinley?) angesehen habe, und die beiden Bücher haben so gar nichts gemein, außer eben das in beiden zufällig Vampire mitspielen… dass ist dann nicht nur dämlich nervig sondern komplett am Thema vorbei.

  15. Sehr schöner Artikel,

    ich seh das genau so. Auf einen Verriss zu meinem Stern warte ich auch immer noch. aber zu meinem Lurch bekam ich ihn von einer guten Freundin. 😉 Das härtet dann ab. Und Geschmack ist eben einfach verschieden … sprach der Affe und biss in die Seife. *g*
    Und ganz ehrlich wer das nicht kann, der darf nicht veröffentlichen. Punkt um. Ist so. Ich will ja auch nicht mit meiner Meinung hinterm Berg halten müssen. Ich schreibe ganz gern mal Verrisse, wenn mich was wirklich genervt hat. Aber dann muss ich sie eben auch einstecken können.
    Zum meinem Cover sagen zum Beispiel manche :geht gar nicht. Dann sage ich: naja, wenn man halt nur auf einen Stil steht. Okay. Ich mag auch nicht alles. Bei weitem nicht und das ist okay.
    Aber ohne EHRLICHE Kritiken geht es nicht. Das macht etwas unglaubwürdig.

    LG Sylvia

    1. Hallöchen Sylvia!

      Vielen Dank dafür! Genau! Man muss eben Kritik abkönnen, das gehört zu jedem Business dazu und man kann es nur nutzen, um besser zu werden! Man sollte an sich arbeiten und wissen, welche Kritik berechtigt ist…

      Eben! Jeder muss sie einstecken können, egal, ob man sie auch schreibt, oder nicht. So ist eben das Leben und das gehört zur freien Meinung einfach dazu.

      Genau! Kritik ist wichtig und richtig und wird meistens sehr unterschätzt!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  16. Ich kann das Motiv für einen Verriss verstehen – manchmal ist man besonders von Klischees genervt und möchte das auslassen. Ich finde den Punkt mit der Respektlosigkeit schwierig, denn man sollte den Autor und seine Arbeit nicht schlecht machen. Andererseits: Es geht in einem Verriss nicht ohne. Kritik tut weh und es ist sehr schwierig herauszuarbeiten, dass die negative meinung durch einige konkrete Punkte entstand, nicht, dass alles doof ist.

    Man muss aber unterscheiden: Rezis mit negativen Punkten und Rants. Es ist wichtig, dass eine Rezi Negatives anspricht, wenn vorhanden, aber deswegen ist es kein Rant. Kritik sollte immer geäußert werden, ob es in der Extrem-Form des Rants sein muss, muss jeder selbst entscheiden.

    1. Vielen lieben Dank für den Kommentar!

      Ich stelle auch fest, dass der Punkt mit der Respektlosigkeit schwierig ist, denn jeder sieht den Respekt an einer anderen Stelle missbraucht.
      Eine andere Sache ist, dass blöde Dinge, die gemacht wurden, auch angesprochen werden MÜSSEN, weil sonst niemand etwas daraus lernt…

      Natürlich! Jede Rezension sollte negative Punkte enthalten, ansonsten finde ich sie wirklich nicht glaubwürdig. Das ist kein Rant, das ist klar 🙂

  17. Hallo Anna,

    ich bin da ganz deiner Meinung. Jeder sollte offen über seine Meinung schreiben dürfen, ohne von anderen dafür fertiggemacht zu werden, denn eine Meinung ist eben etwas sehr persönliches. Ich lese selbst ab und zu gerne witzig geschriebene Rants, auch von Büchern, die mir selbst sehr gut gefallen haben! Jeder Mensch ist anders und ich finde man sollte sich gegenseitig respektieren und akzeptieren, dass eben nicht jeder gleich denkt. Aber genau das ist doch das Schöne daran.
    Natürlich sollte alles gut begründet und kein bloßer Zerriss sein, bei dem überhaupt nicht mehr nachvollziehbar ist, warum der Rezensent diese Meinung vertritt.
    Ein ganz toll aufgebauter Beitrag von dir!

    Ganz viele liebe Grüße,
    Larissa

    1. Hallöchen Larissa!

      Vielen lieben Dank für deinen schönen Kommentar!
      Eine offene Meinung ist wichtig und sollte immer respektiert werden!
      Genau! Akzeptanz und Respekt sind sehr wichtig, aber jeder muss sich auch mal Kritik gefallen lassen, das gehört nun mal dazu 🙂

      Natürlich! Gute Begründung ist immer wichtig! Sinnloses Gebashe ist ja auch nicht lustig, sondern peinlich 😀

      Vielen vielen lieben Dank und viele Grüße,
      Anna

  18. Ein toller Beitrag! Ich selber habe noch nie wirklich einen Rant geschrieben, aber trotzdem einige Rezensionen zu Büchern, die ich nicht gut fand. Demnächst kommt wieder was in die Richtung, wobei ich da noch nicht ganz sicher bin, wie die Bewertung ausfallen wird, da das Buch an sich ok und der Schreibstil super war, aber einige Inhalte haben mich total abgeschreckt. :’D

    Nun ja, wie dem auch sei. Es wundert mich echt, dass es sooo viel mehr gut bewertete Bücher gibt. Ich kann mir das eigentlich nur so erklären, dass viele Leute sich vielleicht nicht trauen, etwas Negatives zu sagen. 🤔
    Manchmal schreibe ich sogar lieber negative Rezensionen als positive. Ich glaube, ich kann einfach viel besser ausdrücken, was mich stört und genervt hat, als das, was ich gut fand, aber vielleicht gar nicht genau definieren kann, wieso. Weißt du, was ich meine?

    Alles in allem finde ich Rants in Ordnung, aber man sollte nicht unter die Gürtellinie gehen. Und vielleicht sollte man sie nicht unbedingt danach dem Autoren unter die Nase halten. Denn wie du sagst: die Autoren stecken da all ihr Herzblut rein. Klar sollten sie auch wissen, welche Kritiken an ihrem Buch geübt werden, aber wenn es wirklich ein krasser Rant ist, der eher darauf abzielt, zu unterhalten und seine Wut rauszulassen, dann sollte man den vielleicht nicht unbedingt dem Autoren auf dem Silbertablett servieren.

    Ganz liebe Grüße
    Isa

  19. Huhu!

    Im Grunde kann ich deinem Fazit nur zustimmen.

    Ich finde es sehr wichtig, dass ein Rezensent seine ehrliche Meinung sagt – auch und gerade dann, wenn es eine negative Meinung ist. Ich selber poste auch durchaus Rezensionen mit weniger als 3 Sternen. Dass Sachen wie Homophobie oder Rassismus angesprochen werden müssen, finde ich auch, absolut.

    Rants sind für mich auch so eine Gratwanderung, denn Ironie und Sarkasmus sind zwar im Grunde ok, aber manchmal ist es nur ein kleiner Schritt bis zur Respektlosigkeit, wie du ja auch erwähnt hast, und das ist mir dann too much.

    Ich muss ehrlich zugeben, ich habe vor vielen Jahren sehr gerne einen Blog gelesen, der ausschließlich dazu existierte, um schlechte Harry-Potter-Fanfictions in der Luft zu zerreißen… Das war oft einfach zum Schreien komisch! Allerdings sehe ich heute diese Art von Rants sehr viel differenzierter als damals.

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfaht durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

  20. Hallo 🙂

    ein tolles Thema, das du da angesprochen hast und es gäbe so viel dazu zu sagen 😀 Also ich mache mir da eher weniger Gedanken drum, wie so meine durchschnittliche Bewertung liegt. Aber so um die 4 kommt bestimmt hin. Das liegt aber auch zu einem großen Teil daran, dass ich einfach gelernt habe, welche Autoren ich gerne lese, welche Genres ich gerne lese usw. Natürlich sind da auch immer mal wieder Nieten bei, aber im Großen und Ganzen wundere ich mich über eine so gute Bewertung nicht. Ich würde allerdings auch nie auf die Idee kommen und ein Buch lesen, bei dem ich denke, dass ich es hassen werde. Aber solche Leute soll es ja geben 😀
    Wenn ich negative Punkte aufgreife, versuche ich das möglich sachlich zu machen, auch wenn das bestimmt nicht immer klappt.. Wenn mich ein Buch so richtig nervt, muss man das ja auch irgendwo rauslassen 😉 Aber insgesamt macht es mir gar keinen Spaß Bücher schlecht zu machen. Wie du schon sagst, da ist schließlich das Herzblut eines Menschen drin. Ich muss aber sagen, dass mir negative Rezensionen sehr viel leichter fallen, als wenn man immer alles nur lobt 😀
    Allerdings verfolge ich Rezensenten nicht weiter, wenn ich merke, dass sie richtig Freude daran haben alles schlecht zu machen. An solchen Menschen habe ich dann keine Freude.. Vor allem, wenn man sich da sprachlich auch nicht zurückhalten kann.. Ich finde, das muss einfach nicht sein, aber das ist ja auch nur meine Meinung 😉
    Mir ist neuerdings aufgefallen, dass ich IMMER etwas zu kritisieren habe. Auch bei 5-Sterne-Büchern habe ich meist etwas Negatives. Man wird vielleicht einfach zu kritisch mit der Zeit 🙂
    Mit Sicherheit habe ich jetzt nicht alles gesagt, was mir während des Lesens durch den Kopf geflogen ist, aber wenigstens das lasse ich dir hier 😉

    Liebe Grüße
    Meiky

    1. Hey Meiky!

      Danke für den tollen Kommentar! Der ist wirklich lang, aber deine Gedanken brauchen ja auch Platz ;D

      Und ich finde auch, dass man kritischer wird mit der Zeit, aber das ist ja gut!

      Meiner Erfahrung nach will auch niemand wirklich negativ sein, sondern ist eher genervt von schlechten Büchern…

      Tolle Punkte, die du angesprochen hast!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  21. Hey Anna!
    Jetzt komm ich endlich dazu, Dir kurz zu schreiben. Dein Beitrag wartet schon eine ganze Weile in meinem Feedreader, dass ich ihn endlich kommentiere. So und nun bin ich endlich hier!

    Da hast Du ja ein wirklich kontroverses Thema angepackt. Ich persönlich bin ein großer Verfechter von Verrissen, wenn sie denn gut geschrieben sind. Man muss doch sagen dürfen, was man denkt. Mir ist es auch immer wichtig, dass mein Blog keine professionelle Literaturkritik sein soll, sondern mir eher zum Austausch dient. Daher hab ich auch keine Probleme damit, in meinen Rezensionen das Wörtlein „Ich“ zu verwenden.
    Und daher kann ich auch nicht verstehen, warum manche Blogger sich nicht trauen, auf ihrem eigenen Blog ihre ureigene Meinung zu vertreten. Viele tun sich da ja wirklich schwer, sich mal kritisch über ein Buch zu äußern.
    Und ich finde, wenn das Buch schlecht war, dann sollte man da auch klare Worte für wählen dürfen. Denn Du hast da meiner Meinung nach einen ganz wichtigen Grund angesprochen: Kritik am Buch ist keine Kritik am Leser hinter dem Buch. Und auch nicht Kritik am Verlag oder am Autor.
    Natürlich gibt es auch bei negativen Rezensionen Unterschiede. Sachliche konstrutive Kritik gegen die etwas reißerischen „Verrisse“. Aber hier kommt eben wieder zum Tragen, dass wir doch Blogger sind. Wir müssen nicht an jedes Buch sachlich und nüchtern rangehen, sondern wir wollen doch gerade Gefühle und Gedanken transportieren!! Und wenn es dann eben auch mal Wut, Zorn oder dergleiches ist, dann nur raus damit, ist meine Meinung.

    Dass die meisten Bücher auf entsprechenden Blogs positiv bewertet werden, wundert mich allerdings nicht. Jeder kennt seinen Lesegeschmack am besten und ich denke, dass man eben zumeist schon zu Büchern greift, die einen ansprechen und nachher auch in irgendeiner Weise unterhalten können. Obwohl ich tatsächlich auch des öfteren mal negativ bewerte, überwiegen auch bei mir 4- und 5-Sterne Bewertungen. Gott sei Dank 😀

    Alles Liebe, Nelly

    1. Hey Nelly!

      Vielen vielen lieben Dank für diesen wunderbaren Kommentar! Wow, danke, danke, danke!

      Und ich kann dir überall nur zustimmen! Eine wirklich überzeugende Meinung!
      Und Verrisse sind auch wirklich in Ordnung, eine ureigene Meinung zu vertreten finde ich sogar wichtig.
      Man muss ja auch authentisch sein können 😀

      Viele liebe Grüße,
      Anna

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