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Rezension: „Karma Girl“ von Jennifer Estep

Heeeeey, Leute! Ich bin wieder da! Ich kann es selber noch gar nicht fassen! Es fühlt sich so neu und doch so altvertraut an, dass mein Kopf das gar nicht fassen kann.

Was mein Kopf sehr wohl fassen konnte, war, dass ich das Buch „Karma Girl“ von Jennifer Estep noch rezensieren muss. Obwohl ich es vor über einem Monat gelesen habe.

Na das kann ja spaßig werden. (Pssccchhht, ich habe mir ja Notizen gemacht, also sollte das gar nicht so schwierig werden, aber das übergehen wir jetzt einfach!)

Also, was kann das neue Superhelden-Buch der gefeierten Bestsellerautorin, mit der ich bisher überhaupt gar nichts anfangen konnte?


bibliographische-daten

  • Autor: Jennifer Estep
  • Genre: Superhelden, Fantasy
  • Verlag: Piper
  • Seitenzahl: 400 S.

Kurzbeschreibung

Magische Anziehungskraft und super Powerfrauen

Reporterin Carmen Cole erlebt ihren absoluten Albtraum. Kurz vor ihrer Hochzeit erwischt sie ihren Verlobten mit ihrer besten Freundin im Bett. Und es kommt schlimmer – er ist auch noch der ortsansässige Superheld und ihre beste Freundin dessen Erzfeindin! Nach dieser Demütigung beschließt Carmen, sich zu rächen und befördert die beiden geradewegs in die Schlagzeilen. Von da an ist es ihre Lebensaufgabe, Superhelden zu enttarnen. Als sie jedoch in der Metropole Bigtime die Identität der mysteriösen Fearless Five aufdecken soll, geschieht eine Tragödie…


Vielen Dank an den Piper-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Estep_Karma Girl


eigene-meinung

POSITIV

  • Cheesy und kitschig – aber es macht so süchtig!

Das sind original die Worte, die ich benutzt habe, um meinen Freunden dieses Buch zu beschreiben. Es ist cheesy, keine Frage. Es bedient Klischees, kein Ding. Es ist total vorhersehbar, hat alle schlechten Eigenschaften, die ein Superheldenbuch so haben kann, ABER es macht so verdammt süchtig!

Dieses Buch bedient wirklich alle Klischees, aber ohne, dass ich dabei die Augen verdrehen will, das Buch vor die Wand klatschen will oder wild um mich schreien will.

Denn Jennifer Estep gestaltet jedes einzelne Klischee, jede einzelne Handlung, einfach ALLES, wirklich lesenswert und so, dass es den Leser trotz Vorhersehbarkeit wirklich nicht langweilt, sondern nur noch mehr an die Geschichte fesselt.

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Daher beschreibt dieser Spruch das Buch für mich am allerbesten:

Kennt ihr das, wenn ein Buch so kitschig und cheesy ist, dass ihr nicht aufhören könnt, es zu lesen? Genau das ist „Karma Girl“!

  • Eine tolle Liebesgeschichte mit leichter Erotik

Jop, das kommt vor. Also wenn ihr dachtet, hier habt ihr nur supertolle Superheldenaction, dann habt ihr weit gefehlt! 😀

Denn hier spielt auch die Liebesgeschichte zwischen der Protagonistin und einem gewissen Superhelden eine ziemlich große Rolle und dabei geht es auch (manchmal) zur Sache ;D

Das hat mir sehr gut gefallen, die Liebesgeschichte nimmt eine ziemlich große Rolle ein, also verkriecht euch alle wieder, falls ihr sowas auf keinen Fall lesen wollt!

Aber es macht auch einen sehr großen Charme des Buches aus, dass man sich um die beiden Sorgen macht, die beiden anfeuert und generell einfach die total kitschige Liebesgeschichte in sich aufsaugt, wie ein Schwamm.

Gefüllt mit lustigen, skurrilen und herzerwärmenden Dialogen und Handlungen der beiden kann diesem Gespann wirklich niemand den Thron streitig machen!

  • Superheldenklischees en masse – in lustig!

Ok, was fällt euch als Erstes ein, wenn ihr an Superhelden denkt? So richtige Klischees?

Das wäre, was mir einfällt:

  • Umhänge
  • Bekloppte Kostüme
  • Manche haben schon sehr komische Fähigkeiten
  • Alle reich und gehören im normalen Leben zur Elite
  • Niemand erkennt sie, obwohl es mehr als offensichtlich ist
  • NATÜRLICH gibt es immer einen Superhelden und den passenden Superschurken!

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Und ja, ja, ja, ALLE, (und damit meine ich wirklich ALLE) dieser Klischees werden in diesem Buch erfüllt! Aber es macht so viel Spaß!

Dadurch, dass man sich darauf verlassen kann, dass alles so ist, wie man es erkennt und manchmal sogar noch humoristisch auf die Spitze getrieben wird, überraschen einen unerwartete und innovative Plottwists nur noch mehr und man freut sich immer mehr, wenn ein Klischee (vielleicht auch unerwartet) gebrochen wird.

Wichtig dabei ist, dass Jennifer Estep sich selbst und ihre Geschichte nicht sonderlich ernst nimmt. Die Charaktere sind so over the top, dass es meistens SEHR lustig ist, wie sie in die offensichtlichen Fallen stolpern und das tun, was Superhelden halt so tun. Super sein eben.

  • Spannende Story mit Detektivelementen!

Aber wie gesagt: Auch, wenn es alles ein wenig vorhersehbar ist, ist die Story doch spannend und erhält durch einige Twists auch eine generelle Tiefe, die sich nicht mal einfach so zurechtschneidern lässt.

Man denkt, man hätte alles durchschaut und dann BÄM! kommt doch noch eine Neuerung dazu, die alles durcheinander schmeißt.

Allerdings ist das Ende von vornherein klar, aber wie gesagt: Manchmal ist eben auch der Weg das Ziel.

Die Story um das Entlarven von Superhelden und den Problemen, die damit vielleicht einhergehen könnten, ist auf jeden Fall sehr spannend gemacht, man fiebert der Entlarvung und vor allem dem Festsetzen der Superschurken immer wieder entgegen.

Auch, dass immer wieder kleine Schnipsel gefunden werden, die hinterher ein großes Gesamtbild ergeben und sich in die Geschichte einfügen, verleiht der Geschichte einen gewissen Touch einer Detektivgeschichte, was sich gnadenlos gut lesen lässt.

  • Starke Frauen und lustige Dialoge!

Und trotz der absolut nicht modernen Beziehung, die hier gelebt wird, den manchmal schon grenzwertigen Auffassungen und generellen Problemen bei den Beziehungen der Charaktere, verstehen es die Frauen, eine tolle und große Rolle in diesem Buch einzunehmen.

Sie verstehen sich hervorragend gegen Männer durchzusetzen, sich immer wieder zu bestätigen, dass sie eben doch wundervoll und absolut genial sind und sind generell einfach starke, voll im Leben stehende Frauen, die sich von den Männern gar nichts sagen lassen müssen.

(Außerdem sind diese Dialoge einfach ein Träumchen! Musste sehr viel Lachen! Und das hat das Buch noch um Längen besser gemacht!)

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NEGATIV

  • Manchmal ein wenig übertrieben

*seufz* Da hat man gerade noch gelobt, wie toll alles ist, da fällt einem schon wieder ein, dass das Buch schon einige Problemchen hatte.

Beispielsweise, dass die Superhelden dann und wann eben doch total over the top gehandelt haben, sich nicht mehr eingekriegt haben vor lauter Machohaftigkeit oder einfach unter dem absoluten Superheldensyndrom litten: Sie haben sich selber viel zu ernst genommen, ihre Verantwortung viel zu ernst genommen und generell das ganze Gewicht der Erde auf ihren Schultern getragen (Hello, Atlas!)

Bisschen weniger Pathos, wenn ich bitten darf!

  • Langsame Entwicklung des Plots

Also…das war wirklich extrem gestreckt. Spätestens nach 200 Seiten hätte klar sein müssen, wer denn nun unsere Superheldenbande ist, nach spätestens 300 hätte klar sein sollen, wer denn nun die Bösewichtin ist. Aber nö, das alles wurde wurde bis zum äußersten gestreckt, alle kleinstn Beweise wurden ausgeschlachtet und die Protagoistin geht gefühlte dutzende Male „alle noch so kleinen Beweise“ durch, nur um dann doch noch weiter zu recherchieren.

Ja hast du jetzt alles, oder doch nicht?

Man hätte wirklich ein wenig mehr Action hier rein bringen können, einige Strecken ziehen sich unheimlich.

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  • Superheldennamen = Alliterationen (und andere bekannte Klischees!)

Jajaja, ich weiß, dass ich gerade noch gesagt habe, dass die Superheldenklischees ganz ganz toll waren, aber an manchen Stellen haben sie mich dann doch genervt:

Zum Beispiel:

ALLE Superhelden heißen im wahren Leben sehr gewissenhaft alliterarisch. So wie (Achtung, kleiner Spoiler!) Sam Sloane beispielsweise. Und sein Superheldenname muss dann natürlich auch irgendwas mit S sein. Ansonsten wären wir ja nicht im Superheldengenre!

Auch ihre Anzüge und das dauernde Geld, was die Superhelden nur so umfließt störten mich ein wenig. Man scheint einfach kein Superheld werden zu können, wenn man nicht zumindest einen superreichen Freund hat.

Außerdem: Ernsthaft? Jede Stadt hat mindestens eine Superheldenbande, die sie beschützt und mindestens einen Superschurken mit seinen Handlangern? Und da unternimmt niemand was gegen die dauernde Ruhestörung, Zerstörung von Gebäuden und Störung der öffentlichen Ordnung? Come on, wenigstens eine aus dem Arm geschüttelte Erklärung wär doch mal ganz cool!


fazit

Zusammengefasst ist Jennifer Esteps neuer Reihenauftakt ein toller Superhelden-Roman, welcher zwar die gängigsten Klischees des Genres bedient und manchmal ein wenig in das schmachtende Erotikgenre abdriftet, aber trotzdem wunderbar unterhalten kann, den Leser an die Lektüre fesselt und eine insgesamt eine interessante und neuartige Geschichte erzählt!

(An manchen Stellen ist man schnell genervt, aber wenn man das ausblenden kann, ist es das reine Lesevergnügen!)

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4 von 5 Tintenklecksen!

12 Gedanken zu „Rezension: „Karma Girl“ von Jennifer Estep

  1. Was für eine Rezension!😂
    Ich muss gestehen, dass ich mir die ganze Zeit über unsicher war, ob ich dieses Werk von ihr lesen möchte. Jetzt steht mein Entschluss fest. ICH MUSS. und am liebsten SOFORT.

    Vielen lieben Dank!
    Liebste Grüße ❤ Jill

  2. Hey Anna,
    eine wirklich schöne Rezension! Ich habe das Buch auch vor kurzem gelesen und rezensiert und sehe das eigentlich genau so wie du. Vor allem dieses Superheldenthema fand ich total toll, weil es bisher nie wirklich so etwas in Buchform gegeben hat. Also zumindest soweit ich weiß 😀
    Liebe Grüße
    Regina

  3. Huhuuu! Also Regina hat mir das Buch auch schon empfohlen und es lacht mich auch echt immer an, wenn ich dran vorbeilaufe. Vielleicht sollte ich es mal in die engere Auswahl setzen. 😀

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