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Rezension: „Constance Verity“ von A. Lee Martinez

Jeder weiß mittlerweile, dass ich Superheldenromane liebe! Und ich suche immer wieder nach Superheldenromanen, die auch mega cool sind!

In „Constance Verity – Galaktisch-geniale Superheldin“ (Mensch, der Untertitel sagt doch schon alles!) hoffte ich, einen supercooolen, flapsigen und natürlich epischen Superheldenroman zu finden!

Und da es auch noch um eine Superheldin geht, MUSSTE ich bei diesem Buch einfach zuschlagen!

Aber ist die Welt rettende Constance Verity wirklich die coole und absolut wundervolle Superheldin, die ich erwartet habe?

Und ist das Buch wirklich so awesome, wie ich es erwartet habe, zu sein?


Bibliographische Daten

  • Autor: A. Lee Martinez
  • Genre: Superhelden, Abenteuerroman
  • Verlag: Piper
  • Seitenzahl: 415 S.

Kurzbeschreibung

Überlege dir gut, was du dir wünschst!

Constance Verity rettet die Welt. Immer wieder. Doch nach 28 Jahren als intergalaktische Superheldin will Connie nur noch eins Endlich ein normales Leben führen! Dazu muss Connie aber die gute Fee finden, die nur ihre besondere Gabe verliehen hat, und sie … nun ja … töten.

Was natürlich nicht ganz einfach ist. Außerdem ist Connie verdammt gut darin, die Welt zu retten, und so setzen verschiedenste Mächte alles daran, dass sie ihren Job nicht an den Nagel hängt…


Vielen Dank an den Piper-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


dav


Kauf mich!


Eigene Meinung

POSITIV

  • Erheiternde Skurrilität!

Also wer hier ein völlig „normales“ Superheldenabenteuer erwartet, der ist hier definitiv falsch. Denn das hier grenzt wirklich an die Grenze des total Abgedrehten.

Aber das macht verdammt viel Spaß! Vor allem, wenn Constance ganz locker bemerkt, dass sie pro Woche so ungefähr 10 mal die Welt rettet, langsam so richtig angenervt von den ganzen Schurken und intergalaktischen Abenteuern ist und deshalb alles nur im Schnelldurchlauf abzieht.

Diese Skurrilität, die so ungefähr alle gängigen Klischees im Superheldengenre karikiert, ist wirklich angenehm, wenn auch teilweise verwirrend.

Dabei geht es einmal um die Welt, durch das Universum und natürlich wieder zurück, wobei Constance die ganze Zeit klar stellt, dass das alles wirklich kein großes Ding ist und immer wieder die skurrilsten Charaktere aus dem Ärmel schüttelt, die auf dem schmalen Grat zwischen humoristischem Seitencharakter und lächerlichem Selbstdarsteller schwanken.

ME LIKEY!

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  • Bestehende und neu Gedanken zu „langweilig und normal sein“

Das ganze Buch dreht sich (neben der Rettung der Welt) eigentlich vordergründig um die Gedanken, die sich eine eingesessene Superheldin macht, deren Alltag mehr aus Monstern, Schurken und Weltuntergängen besteht, als aus „normalen“ Dingen.

Dementsprechend nimmt sich Constance vor, normal werden zu wollen, weil dies für sie so aufregend ist, wie für jemand anderen eine einmalige Rettung der Welt.

Allerdings versuchen übernatürliche Mächte sie immer wieder davon abzuhalten, genauso wie ihre beste Freundin.

Dabei werden immer wieder neue Gedanken, Argumente und Beispiele dafür aufgeworfen, wieso „normal“ eine Definitionssache für jeden Einzelnen ist und nicht das jeweils eine Extrem, sondern eine eigens definierte Mischung das Beste ist.

  • Coole und pragmatische Charaktere

Die Charaktere in diesem Buch sind wirklich einzigartig! Sie haben alle einen Pragmatismus an sich, den man einfach lieben und genial lustig finden muss. Selbst im Angesicht des Todes oder des Weltuntergangs reißen sie noch Witze, die andere niemals äußern würden, spazieren einfach so in ihren Untergang und sind generell so entspannt und cool auf ihre eigene Weise, dass man dieses Buch einfach nur umarmen will.

Constance selbst ist verdammt cool, weil sie wirklich schon fast alles gesehen hat, immer wieder seufzend in Abenteuer hinein stolpert und sich einfach von nichts abbringen lässt, egal, wer es versucht.

Auch ihre beste Freundin ist ziemlich cool, allerdings auf die Weise, dass sie neu in dieser ganzen Welt ist und deshalb erstmal neu an alles herangehen muss. Dies nimmt sie allerdings auf die leichteste aller Schultern und meistert es perfekt.

Das Coole und Umwerfende an den restlichen Charakteren ist ganz klar, dass sie alle in einer Weise Karikaturen von bestehenden Klischees im Genre sind, auf der anderen Seite sich allerdings dieses Klischee zu eigen machen und sich zu einem ganz eigenen Charakter entwickeln.

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  • Varietät an übernatürlichen Phänomenen

Wie gesagt: Der Autor dieses Buches muss verrückt gewesen sein. Total durchgeknallt.

Kleine Bespiele gefällig? Bitte sehr, immer gern:

  1. Es gibt gute Feen im Cinderella-Style
  2. Oberon und das Feenreich aus dem Sommernachtstraum leben in einer Parallelwelt
  3. Es gibt Zeitreise, aber nicht in der einen Form, die möglich ist, sondern IN ALLEN, was ganz schön viele Verwirrungen auslösen kann
  4. Es gibt verschiedene Alien-Rassen, Vampire, Werwölfe, Ninjas, Geheimbünde, Zauberer, Kampfkünstler und Religionsanhänger
  5. Ein riesiges Wesen, das den Kern der Erde ausmacht
  6. Multiple Universen und Dimensionen
  7. Verschiedene Zeitlinien

Und jetzt versucht da mal den Überblick zu behalten! (Macht aber Spaß, wenn man sich einmal darauf eingelassen hat :D)

NEGATIV

  • Skurrilität kann verwirrend werden

Aber diese angesprochene Skurrilität kann auch sehr verwirrend sein, denn man springt sehr gerne mal durch die Themen, nichts wird vernünftig zu Ende erklärt und die verschiedenen Verschwörungen oder Geheimbünde wissen wohl selber nicht so genau, was sie tun oder vorhaben.

Was, für die Entwicklung eines Spannungsbogens und einer stringenten Story wirklich nicht verdammt gut geeignet ist.

Auch, das Constance sich immer wieder als die Beste/Tollste/Fähigste in ALLEM entpuppt und das einfach so abgetan wird, als wäre das halt normal und man verliert nie wieder ein Wort darüber macht sie eher lächerlich, als sie als große Heldin zu etablieren.

Generell wird hier auch nichts richtig ernst genommen, was die meiste Zeit wirklich witzig und cool ist, aber manchmal auch wirklich nerven kann.

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  • Wiederholung mancher Gedankengänge

Wie gesagt: Die Gedanken über die Normalität und das Außergewöhnliche bestimmen dieses Buch. Mehr als man sich wünschen möchte.

Denn statt mal über den Plot aufzuklären oder Sonstiges einfach nur zu erklären, wird Constance immer wieder in ihren eigenen Konflikt hineingezogen, der wirklich keine neuen Erkenntnisse mehr bringt, nachdem er mindestens fünf mal durch exerziert wurde.

Es werden auch keine neuen Argumente mehr aufgeworfen, sondern nur alte noch öfter durchgekaut, was echt an den Nerven des Lesers zerren kann.

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  • Unzusammenhängende Handlung

*seufz* Es gefällt mir ja wirklich viel an diesem Buch, aber manchmal kriege ich einfach nur die Krise.

Vor allem bei einem: Der Handlung. Ihr fehlt ein konstanter roter Faden, der durch die gesamte Handlung führt, denn erst nach etwa drei Vierteln des Buches erfahren wir, was eigentlich los ist und was der eigentliche Plot des Buches ist.

Vorher bestand das Buch eigentlich nur aus einer Reihe von kleineren Abenteuern, die Constance annervten und die in locker fünf Minuten erklärt und erlebt waren.

Diese waren zwar irgendwie verbunden, aber wurden weder richtig ernst genommen, noch haben sie wirklich ein klares Ziel vor Augen gehabt, was wirklich nicht dazu beigetragen hat, dass der Leser wusste, wo es hingeht.

Zwar gab es dadurch viele tolle Überraschungen, aber man wurde doch sehr verwirrt und es hätte ein paar mehr ausführlicherer Erklärungen oder ausführlicherer Gespräche gebraucht.


Fazit

„Constance Verity“ ist wirklich etwas Anderes. In jedem Sinne des Wortes. Dieser Superheldenroman vereint alle Ironie, die aus diesem Genre rauszuholen ist, gemischt mit vielen außergewöhnlich und ungewöhnlich gut zusammenpassenden skurrilen übernatürlichen Phänomenen und Gestalten. Auch wird sich dem Thema der langweilenden Normalität angenommen, was den Leser auf eine Gedankenreise schickt.

Allerdings hat es Probleme damit, den Leser auf die skurrile Reise mitzunehmen und auch die Gedanken zur Normalität auf den Punkt gebracht darzustellen.

Tintenkleckse_3.5

3,5 von 5 Tintenklecksen!

3 Gedanken zu „Rezension: „Constance Verity“ von A. Lee Martinez

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