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Rezension: „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag

Ich habe irgendwie ein Händchen dafür, mir vielversprechende Bücher auszusuchen, die dann überhaupt nicht meinem Geschmack entsprechen. Wie auch immer ich das gerade hinbekomme.

Ich wollte also UNBEDINGT „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag lesen, weil es sich so toll anhört: Ein Mädchen, was umziehen muss, sich in der neuen Stadt mit neuer Familie zurechtfinden muss und gleichzeitig entdeckt, dass sie auf ein Mädchen steht, was völliges Neuland für sie ist.

Momentan ploppen immer mehr der „Diversity“-Bücher auf, denn das Thema interessiert offenbar viele und das auch zurecht. Denn wenn nur weiße, heterosexuelle Mädels und der obgligatorische Bad Boy in einem Buch existieren, schließt das schon ziemlich viele, ziemlich coole Menschen aus.

Also hoffte ich, dass das Thema Repräsentation, die Angst vor Andersartigkeit, die Gedanken über die Sexualität hier gut eingefangen wären.

Aber: Pustekuchen.


bibliographische-daten

  • Autor: Anne Freytag
  • Genre: Jugendbuch, LGBT
  • Verlag: heyne fliegt
  • Seitenzahl: 395 S.

kurzbeschreibung

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat, und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend.

Bis ein Kuss alles verändert…


Vielen Dank an den Heyne-Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Freytag_Den Mund voll ungesagter Dinge


eigene-meinung

POSITIV

  • Denkweise von Teenagern ist gut repräsentiert!

Ich bin selber noch Teenager, dementsprechend kann ich an diesem Punkt wirklich sagen: Die Denkweise von Teenagern ist wirklich sehr gut abgebildet.

Die Versagensängste, die verschiedenen Stufen der Einsamkeit, der Suche nach sich selbst, der Ablösung von den Eltern und natürlich der immer währende Leistungsdruck wurden in diesem Buch gut dargestellt und manche Gedanken hätten original aus meinem Kopf stammen können.

Man kann also durchaus sagen, dass die Denkweise von Jugendlichen supertoll eingefangen wurde und dem ganzen eine Authentizität verleiht, die bemerkenswert ist.

  • Viele wunderschöne Metaphern!

Der Schreibstil in diesem Buch ist wirklich bemerkenswert. Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, wie ich darüber gestaunt habe, wie passend und vor allem gut ausgearbeitet die verschiedensten Metaphern sind, wie toll die Autorin formulieren konnte und wie flüssig die Sätze ineinander verflossen sind.

Am Schreibstil sind mir wirklich kaum Mängel aufgefallen, er hat tolle Bilder erschaffen, Kontraste und Gegensätze aufgezeigt und natürlich viele Filme im Kopfkino erzeugt.

Zum Schreibstil kann ich nur sagen: YESSAH! Ganz toll!

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  • Charaktere mit Ecken und Kanten

Auch wenn ich es nicht so recht zugeben will (für Näheres den negativen Part lesen), haben Freytags Charaktere Ecken und Kanten. Sie sind in keinem Fall glattgebügelt, lassen sich nicht in Schubladen einsortieren und haben alle ihre Macken, ihre Fehler und das macht sie absolut menschlich und natürlich auch authentisch.

Gerade Sophie mit ihren negativen Gedanken, ihrem Sarkasmus, ihrer direkten Art aber auch der gleichzeitigen Verschlossenheit, hat mir sehr gut gefallen, auch weil sie viele Fehler macht, die man nicht gut finden muss, aber (meistens) wenigstens nachvollziehbar sind.

  • Viele süße Insider und eine tolle Freundschaft

Auch die Freundschaft zwischen Sophie und Alex hat mir total gut gefallen. Die beiden entwickeln sich in ihrer Beziehung immer weiter, erleben Vieles zusammen, und haben bald eine ganze Liste von Dingen, die sie aneinander knüpfen und mit denen sie tolle Geschichten verbinden.

Die Entstehung und Fortführung dieser Freundschaft erschien mir nicht immer logisch, ging mir manchmal zu schnell und zu unreflektiert, aber ansonsten waren es sehr süße und tolle Gespräche, die die beiden führten und die Erlebnisse, die die beiden hatten waren auch toll geschildert.

NEGATIV

  • The Fuck? Was ist das für eine Repräsentation?

Das größte Problem mit diesem Buch ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass das hier eine angemessene Repräsentation der LGBTQ-Community (vor allem dem L-Teil) ist, denn ganz ehrlich: Nein.

Vorweg: Ich kenne niemanden, der lesbisch ist, ich bin selber rein hetero, habe also keine Referenzen um meine Behauptungen zu belegen. Ich bitte also um Erklärung, falls irgendetwas hier von so nicht stimmen sollte. Aber hier ist meine Meinung aus der Sichtweise, dass gerade LGBT-Jugendbücher Akzeptanz und Mut vermitteln sollen:

Wenn jemand im gesamten Buch nicht akzeptiert, dass sie lesbisch ist, wenn sie selbst es nur als Phase abtut, wenn sie original sagt: „Es hat Vorteile, sich in ein Mädchen zu verlieben. Aber ich befürchte, die Nachteile überwiegen.“, dann sitze ich fassungslos in meinem Lesesessel.

Wenn es in der Hälfte des Buches nur darum geht, wie absolut toll der Sex mit einem Mädchen ist, wie sie miteinander rummachen und generell eh nur an sich interessiert sind, wenn der lesbische Sex als Heilung dargestellt wird, ganz nach dem Motto: Wenn du Sex mit Jungs nicht magst, dann schlaf halt mit einem Mädchen.

Wenn die Mädchen sich nicht prinzipiell lieben, sondern eher nur zusammen schlafen, weil es halt so toll ist, wenn Homosexualität immer noch rückständig als verpönt dargestellt wird, dann habe ich damit grundsätzlich Probleme.

Ich wollte dieses Buch lieben, aber gerade diese Dinge haben es für mich wahnsinnig schwer gemacht, denn das kann ich einfach nicht akzeptieren.

  • Schon wieder: Betrügen, Hintergehen, FREMDGEHEN!

Ich habe es schon so oft kritisiert, aber dieses Mal muss ich es hinaus schreien:

WARUM DENKEN AUF EINMAL ALLE JUGENDBUCH-AUTOREN, DASS ES OK WÄRE, DEN PARTNERN FREMDZUGEHEN? UND DAS ES ABSOLUT KEIN PROBLEM WÄRE?

Klleine Sache: Fremdgehen ist scheiße. Egal unter welchen Umständen. Sei doch wenigstens ehrlich mit deinem Partner und sag ihm, dass es jemand anderen gibt. Versteck es nicht hinter seinem Rücken und benimm dich wie der letzte Hinterwäldler.

Ich weiß nicht, wie oft ich es noch betonen muss, aber fremdgehen ist ein No Go. Basta!

Es macht die ganze Sache natürlich auch nicht besser, dass Alex einen Freund hat, der aber während der ganzen Aktivitäten mit Sophie einfach mal vergessen wird und als Alibi herhalten muss, weil sie sich nicht traut, es offen zuzugeben.

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  • Kein Umgang mit dem Outing oder den Folgen

Wenn man an ein Buch denkt, dass sich mit anderen Sexualitäten von Jugendlichen beschäftigt, denkt man doch immer, dass das Outing behandelt wird. Die Folgen davon, der Umgang des Umfeldes damit, das Gefühl, offen da zu stehen und sich selbst entblößen zu müssen.

Nichts davon wird in diesem Buch angesprochen.

SPOILER!

Das Outing passiert zwei Zeilen vor dem Ende des Buches und auf einmal macht es keinem mehr etwas aus, alle tun so, als wäre das nur eine Phase und es wird von Grund auf ignoriert.

SPOILER ENDE!

Ja, ne. So hab ich mir das ganz und gar nicht vorgestellt.

  • Klischees, die kritisiert werden, aber selber benutzt werden

Ich wusste wirklich nicht, ob das Buch sich selbst auf den Arm nimmt, oder ich hysterisch lachen sollte.

In einem Teil des Buches wird sich darüber unterhalten, dass Buchcharaktere immer gewisse Klischees erfüllen, vor allem die meisten Protagonistinnen aus Jugendbüchern.

Und dagegen hab ich auch gar nichts einzuwenden. Ich finde diese Erwähnung sogar ok. Aber wenn man sich dann von all diesen Klischees losspricht, obwohl man sie SELBST IM BUCH ANWENDET, habe ich ein Problem damit. Ein großes.

Sophie weiß nämlich selbst mal wieder nicht, wie toll sie aussieht, wie schlau sie ist und so weiter und so fort. Aber das wird…vergessen? Offensichtlich hat da irgendwer nicht vernünftig aufgepasst, denn sich selbst in so großem Maße zu widersprechen ist schon eine Meisterleistung.

Außerdem wird festgestellt, dass die besten Protagonisten immer Ecken und Kanten haben und nicht zwingend Sympathieträger sein müssen. Und das stimmt. Das ist vollkommen richtig.

Aber weder Alex, noch Sophie sind Sympathieträger, noch haben sie Ecken und Kanten, die wirklich realistisch und authentisch sind.

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  • Lukas nennt sie „Flittchen“

Ihr verdammter bester Freund! Ihr BESTER Freund! Er nennt sie Flittchen. Und zwar nicht nur manchmal, sondern immer.

Das soll wohl lustig wirken, hat aber genau den gegenteiligen Effekt. Ich kenne es selbst von mir, dass ich und meine Freunde uns verrückte Spitznamen geben, aber „Flittchen“? Ernsthaft? Wie respektlos ist das denn bitte?

Und woher kommt das? Sophie hat mal ganz schön viel roten Lippenstift getragen, hat schwarze Haare und ist ziemlich blass: Wie Schneewittchen. Aber weil das ihrem besten Freund zu nuttig aussah, hat er es einfach in „Schneeflittchen“ und irgendwann in die Kurzform abgewandelt.

Aha. Ja, ne. So geht man nicht mit seinen besten Freunden um. Das kann man mir beim besten Willen nicht als „süß“ oder „neckend“ verkaufen. Das ist dumm.

  • Wie soll sich ein Mädchen in der gleichen Situation fühlen?

Und nun kommen wir zu dem, was mir wirklich am allermeisten am Herzen liegt.

An alle, die das Buch gelesen haben und/oder meine bisherigen Kritikpunkte nachvollziehen können: Wie denkt ihr, würde sich ein Mädchen fühlen, welches gerade entdeckt, dass sie vielleicht auf Mädchen steht? Wie würde sie sich fühlen? So als könnte sie damit an die Öffentlichkeit gehen? Als wäre es ok, anders zu sein und dies offen zur Schau zu stellen?

Denkt ihr wirklich, dass dieses Mädchen nach der Lektüre dieses Buches mehr Mut hat, sich mit sich selbst und den Reaktionen ihres Umfelds auseinander zu setzen?

Denkt ihr, dass dieses eine Mädchen, welchem vielleicht dieses Buch in die Hände fällt, sich akzeptiert und wohl in ihrer Haut fühlt? Dass sie nun weiß, dass das, was sie tut, komplett in Ordnung ist und nicht schlimm?

Ich denke nicht. Ich denke, dieses Mädchen wird immense Probleme haben. Dieses Mädchen wird sich noch viel weniger trauen, die eigene Sexualität nicht akzeptieren, sich selbst verleumden.

Und das alles, weil ein Buch ihr unterschwellig mitgeteilt hat, dass es zwar ganz in Ordnung ist, auf Mädchen zu stehen, das aber auf keinen Fall öffentlich gemacht werden darf, man am besten noch einen Alibi-Freund haben sollte und natürlich, dass es unendlich viele Nachteile hat.

Sowas will ich nicht verantworten müssen.


fazit

„Den Mund voll ungesagter Dinge“ (Man, was ein Zungenbrecher-Titel) ist ein Buch, welches ich voller Spannung erwartete und auf das ich mich riesig gefreut habe. Und es dann einfach nur in den Sand gesetzt hat. Viele Stellen sind wunderschön geschrieben, voller toller Metaphern und Gedanken, die so jedem Teenagerkopf entspringen könnten.

Allerdings hatte es so einige Probleme: Angefangen bei manchen Aussetzern im Schreibstil, weiter über die nicht glaubwürdige Liebesgeschichte, die misslungene Repräsentation von LGBTQ und die schließliche Ambivalenz beziehungsweise das elende Thema „Fremdgehen“.

Dies macht es für mich zu einem Buch mit riesigem Potenzial, das ganz und gar nicht ausgeschöpft wurde und sich teilweise selbst torpedierte.

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2,5 von 5 Tintenklecksen!

18 Gedanken zu „Rezension: „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag

  1. Hey Anna,

    Alles was du angesprochen hast kann ich genau so unterschreiben! Bin genau deiner Meinung. Finde es sehr schade, dass das Potential des Buches so in den Sand gesetzt wurde…

    Liebe Grüße!
    Anna (:

  2. Hallöchen Anna,
    Mal wieder ein sehr schön geschriebene Rezension von dir. Ich hab das Buch noch nicht gelesen und weiß auch nicht so richtig, ob ich es jetzt noch tun soll. Ich hab damals „Mein bester letzter Sommer“ von Freytag gelesen und fand es gut.
    Bei diesem Buch wird ja kontrovers diskutiert. Das macht mich ja eigentlich immer erst recht neugierig auf ein Buch. Aber wenn ich deine, und auch andere, Rezensionen so lese, glaube ich, dass es mir eher nicht gefallen wird, und dann ist mir meine Lesezeit eigentlich zu schade dafür.
    Schade auch, dass Freytag anscheinend die Chance vertan hat, ein Buch zu schreiben, das mit Klischees bricht und in dem sich Mädchen in der selben Situation verstanden und angenommen fühlen könnten. Das wäre mal dringend nötig gewesen.
    Liebe Grüße,
    Julia

    1. Hey Julia!

      Zuerst: Vielen lieben Dank für deine lieben Worte!
      Ich kann immer nur empfehlen, das Buch zu lesen, um selber zu wissen, was daran so doof ist. Allerdings sollte die Autorin wirklich kein Geld für sowas bekommen…

      Mich macht kontroverse Diskussion auch immer sehr neugierig, deshalb muss ich meine Meinung dann in sowas ausdrücken 😀
      Dementsprechend: Wenn du dich aufregen willst, dann lies es gerne. Wenn du deine Zeit nicht verschwenden willst, lass es sein.

      Schade, schade, schade, dass ein Buch gegen Klischees die größte Klischeeschmiede ist…
      Es ist dringend nötig und dies ist wirklich ein Schritt nach hinten statt nach vorne.

      Viele liebe Grüße,
      Anna

      1. Ja, normalerweise bin ich ja auch große Verfechterin von „selbst eine Meinung bilden“. Aber ich weiß nicht, ob das bei diesem Buch so ratsam für meine Galle wäre, wenn ich mich dann nur aufrege 😀
        Na mal sehen. Danke für deine Eindrücke. 😉
        Liebst, Julia

  3. Hallo Anna,

    Bis jetzt hb ich ja nur Lobgesänger über das Buch gehört und war eher skeptisch. Mir stoßt das Thema Fremdgehen auch gewaltig auf, die mittlerweile schiefen Blicke, wenn man sagt man ist seit fünf Jahren vergeben (nein keine offenen Beziehung und nein kein Fremdgehen)… Danke, dass du das mal so ehrlich aussprichst! Genau deswegen lese ich deine Beiträge so gerne 😀
    Liebe Grüße
    Christina

    1. Hallöchen Christina!

      Ich höre auch viel Gutes über dieses Buch und kann es wirklich nicht nachvollziehen…das Buch hat es wirklich nicht verdient…
      Das Thema Fremdgehen ist super bescheuert! Ohne Witz! Ich kann dabei jedes Mal nur noch riesig den Kopf schütteln!
      Großen Respekt zu deiner tollen Beziehung!

      Vielen lieben Dank für deine lieben Worte! Ich bin immer ehrlich, ansonsten lohnt sich das Ganze ja auch nicht 😀

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  4. Hallu ^^

    Ich sollte schlafen, habe aber gerade deine Rezension entdeckt und musste sie einfach lesen.
    Und irgendwie…ich kann dir nicht wirklich widersprechen. Das mit dem Outing ist mir ebenfalls aufgefallen und das mit dem Fremdgehen…like what? No.
    Und so…so…so einfach ist das nicht. Und die Tatsache, dass es als Phase abgetan wird, finde ich persönlich als kleine Ein-Frau-Regenbogen-Armee echt und ganz ehrlich zum Kotzen.

    Ich kann mich jetzt nicht als Maß aller Dinge hinstellen, aber beispielsweise ich habe Wochen gebraucht, um mich als halbwegs normal anzusehen. yay
    Also was das betrifft, geb ich dir recht. Auch Fremdgehen, eine Sache, die ich niemals nachvollziehen werde, wird als ’normal‘ und…bah.

    Bei der Sache mit dem Spitznamen muss ich allerdings einspringen. Ich persönlich bin jemand, der auch mal bissige Spitznamen vergeben kann und solange sich niemand beschwert, behalte ich die auch bei. Natürlich, wie sie zu dem Spitznamen gekommen ist, ist wieder so…naja…ne, aber an sich ist es eine Sache, die ich jetzt nicht so kritisieren würde.

    Vielleicht bin ich auch etwas zu enthusiastisch an die Sache rangegangen, weil lesbische Beziehung und crap, aber ich werde das Buch nicht zum Teufel jagen. Ich fand es trotzdem gut, kann jedoch die meisten Kritikpunkt nachvollziehen.
    So…reicht das…also, ist alles verständlich?

    Whatever. Sorry for the awkward situation und eine gute Nacht
    Liebe Grüße
    Ich ^^

    1. Hey Kukki!

      Vielen Dank für den tollen Kommentar!
      Und ja, die Sache mit dem Fremdgehen, dem Coming Out und alles drumherum hat mich tierisch aufgeregt!
      Mit den Spitznamen: bissige Spitznamen? Ich bin der größte Fan aller Zeiten! Aber dann müssen sie auch cool und glaubwürdig herüberkommen und das ist hier einfach gar nicht gelungen…
      Ich jage es ja auch nicht zum Teufel, ich mag es nur schlichtweg nicht, du darfst es gerne mögen 😀

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  5. Hallo Anna,

    zwar bin ich ein paar Tage aus den Teens raus, aber ich suche immer lesenswerte Bücher für meine Nichten.

    Herzlichen Dank für die großartige und detaillierte Besprechung!

    Weshalb ich mir danach das Buch (fast) bestellt hätte, für mich selbst, sind Deine Bemerkungen zur „Denkweise von Teenagern“. und „Figuren mit Ecken und Kanten“. Ich kenne mich aber zu gut – wenn ich zum zehnten Mal die Augen verdrehe wegen der daneben-igen Darstellung von L/B, sind Papier und Pappe spätestens auf dem Weg zum Wertstoffhof.

    Hast Du als Buch-Insider vielleicht Tips für mich, wenn ich guten Lesestoff suche zur Denkweise von Teenagern? (John Green Fan bin ich schon. 🙂

    Ich wünsche Dir ein sonniges Wochenende!

    Tom

    1. Hallo Tom!

      Vielen lieben Dank für diesen Kommentar!
      Ich freue mich, dass dir die Rezension so gut gefallen hat!
      Genau, das Buch kann sehr spalten, das stimmt, ich finde aber, dass ein schlechtes Porträt der lesbischen Charaktere dabei sehr überwiegt.
      Ich kann dir Bücher von David Levithan empfehlen, die sind wunderbar!
      Und die Bücher von Nicola Yoon und Jandy Nelson sind außerdem wundervoll!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  6. Das ist wirklich eine tolle, reflektierende Rezension, die eben nicht nur „Shitstorm“ ist, sondern sich genau damit auseinandersetzt, was gut ist – und was moralisch verwerflich. Ich finde auch, das besonders Jugendbuch Autoren/Autorinnen eine Verantwortung ihrer Zielgruppe gegenüber haben und das solche Dinge echt nicht gehen … das macht mich wütend und traurig. Aber ich bin froh, dass du – da du ja selber noch eine sehr junge Leserin/Bloggerin bist – dir so genau Gedanken um kritische Inhalte machst. Respekt!

    1. Hey Tanja!

      Vielen lieben Dank für deine tollen Worte!
      Eben, eine Position, die nur negative Seiten anspricht, ist für mich auch nicht besonders hilfreich, denn irgendwas positives gibt es ja immer 🙂
      Und ich finde, dass sich wirklich JEDER damit beschäftigen sollte, was moralisch verwerflich ist und wo diese Dinge einfach nicht gehen…
      Aber danke, das Kompliment freut mich sehr!

      (UKurze Randnotiz: Habe mich total gefreut, dich auf der Frankfurter Buchmesse zu sehen, auch, wenn es nur kurz war!)

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  7. Hey Anna,
    ich hab ja viel über das Buch gehört bzw. das einige es total feiern und andere nicht und hab es ja jetzt selber gelesen (und dann jetzt erst nach und nach die verschiedenen Meinungen). Und ich muss ehrlich sagen, dass ich das Buch jetzt nicht abgöttisch feiern werde und es auch nicht „das beste Buch des Jahres“ für mich sein wird, ich es aber auch sehr sehr sehr viel weniger kritisch sehe, wie du. Liegt vermutlich daran, dass ich es nicht als „Outing“-Buch (oder wie auch immer sich das schimpft) sehe… ich sehe Sophie auch nicht als homosexuell an – auch nicht als hetero. Sie hat sich in EIN Mädchen verliebt, nicht in Mädchen generell und dass sie sich nicht „outet“ hat ja sehr viel mit ihr selbst zu tun nicht mit der Außenwelt, die das als so schlecht empfindet…
    Ich habe da mehr eine Botschaft drin gelesen à la „es ist ok, wenn du liebst, wen du liebst und vorallem liebe dich selbst“. Und zum Fremdgehen: ja fremdgehen ist scheiße, kommt aber halt vor, nicht nur in Büchern. 😉 Und ich empfand es nicht so, als würde das Buch jetzt vermitteln, das Fremdgehen mit dem gleichen Geschlecht ok ist.

    LG Vanessa =)

    1. Hey Vanessa,
      toll, dass du mit dem Kommentar auch die andere Seite repräsentierst!
      Props dafür!
      Ich will da auch gar nicht weiter diskutieren, das ist glaub ich total Ansichtssache und kann von jedem unterschiedlich interpretiert werden, aber jetzt verstehe ich ein wenig besser, warum man das Buch so gut findet! 🙂

      Viele liebe Grüße,
      Anna

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