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Rezension: Talon – Drachenzeit

Drachen sind ein Element der Fantasy, das sich schon seit Ewigkeiten hält und auch immer wieder Autoren inspiriert.

Sie sind der Stoff der Legenden, der Märchen und der Mythen. Drachen sind schwer zu besiegen, beschützen Schätze und bewachen junge Prinzessinnen.

Im Zuge der Modernisierung müssen natürlich auch diese Kreaturen in menschliche Form gepresst werden und zu Mischwesen werden, die sich auch in Menschen verwandeln können.

Und genau das ist das Szenario das Julie Kagawa hier präsentiert. Drachen in einem Jugendfantasy-Roman mit romantischen Inhalten versetzt.

Kann das klappen?


 

Kurzinfo:

  • Autor: Julie Kagawa
  • Genre: Roman, Fantasy
  • Verlag: heyne fliegt
  • Seitenzahl: 556 S.

Kurzbeschreibung:

Strand, Meer, Partys – einen herrlichen Sommer lang darf Ember Hill das Leben eines ganz gewöhnlichen kalifornischen Mädchens leben! Danach muss sie in die strenge Welt des Talon-Ordens zurückkehren – und kämpfen. Denn Ember verbirgt ein unglaubliches Geheimnis: Sie ist ein Drache in Menschengestalt, auserwählt, um gegen die Todfeinde der Drachen, die Krieger des Geheimordens St. Georg, zu kämpfen.

Garret ist einer jener Krieger, und er hat Ember sofort als Gefahr erkannt. Doch je näher er ihr kommt, umso mehr entflammt er für das ebenso schöne wie mutige Mädchen. Und plötzlich stellt er alles, was er je über Drachen gelernt hat, infrage …

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Eigene Meinung:

Mehr als sehnsüchtig habe ich auf den neuen Roman von Julie Kagawa gewartet…und ihn mir dann doch nicht gekauft…na super.

Aber dann habe ich ihn doch noch irgendwie bekommen und jetzt geht es endgültig an die Rezension!

Als ich gehört habe, dass ein neuer Kagawa erscheint, war ich schon begeistert! Als ich dann aber erfahren habe, dass er Drachen enthalten wird, war ich hin und weg!

Und dieses wunderschöne Cover noch dazu. Ich lobe ja nicht oft Verlage, aber für die Entscheidung ALLE Bücher von Julie Kagawa passend zueinander zu gestalten und dann auch noch so wunderschön, muss ich einfach mal ein dickes Lob aussprechen. Gut gemacht!

Ein bisschen enttäuscht war ich anfangs schon von dem Buch, was aber keineswegs an den Charakteren lag, sondern einfach nur an der Geschichte, die sich die ersten 100 Seiten so unfassbar langsam voranschleppt, dass sogar Schnecken sie überholen könnten.

Das hat dann auch dazu geführt, dass ich das Buch eine Woche gar nicht mehr angefasst habe, weil ich einfach keine Lust mehr auf das Buch hatte. Ich habe schon befürchtet, dass ich wieder so eine Enttäuschung erleben werde, wie bei dem Auftakt der Plötzlich Prinz-Reihe, der einfach nicht gut war.

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ABER! Ja genau, jetzt kommt das große und fette ABER! Nach dieser einen Woche habe ich Talon wieder zur Hand genommen und innerhalb von zwei Tagen durchgelesen.

TADAAA! Anna kann doch noch was 😀

Jedenfalls habe ich mich wieder dran gewagt und ich wurde sowas von gar nicht enttäuscht!

Ich wurde sogar noch überrascht. Eins muss man allerdings vorher wissen: Wer total coole Beschreibungen von riesigen Drache erwartet und dass die Drachen sich alle paar Minuten wirklich in Drachenform zeigen und auf Menschen losgehen, ist hier definitiv falsch.

Es dreht sich zwar um Drachen, aber doch eher um ihre menschliche Komponente und um den Kontakt zu den Menschen, der lang und breit ausgeschlachtet wird. Wenn man sich darauf einlässt, dann macht Talon erst richtig Spaß.

Der Konflikt, der her aufgebaut wurde, ist wirklich nichts Neues und erinnert an Romeo und Julia, allerdings ist er besser aufgebaut, als in den meisten Jugendromanen, denn hier KÖNNEN die Protagonisten wirklich nicht zueinander finden und die Situation ist wirklich aushilfslos.

Aber kommen wir zu dem ALLERGÖSSTEN Pluspunkt dieser Geschichte: Ember.

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Ember ist unsere Protagonistin und einfach so erfrischend anders, dass man sie in jeder Sekunde einfach nur an sich drücken und umarmen möchte.

Sie ist sprunghaft, dickköpfig, eigenwillig, direkt, ehrlich und vor allem eine Sache: nicht verkrampft, sondern sie lebt einfach aus sich selbst heraus.

Das führt dann auch dazu, dass SIE die ersten Annäherungsversuche zu unserem Soldaten macht und nicht ER. Was sie unglaublich sympathisch macht. Sie ist einfach süß und sprüht im wahrsten Sinne des Wortes vor Leben.

Wenn ein Buch von seinen Protagonisten am Leben gehalten wird, dann ist Ember eine Spritze reinen Lebens. Ich habe sie einfach so ins Herz geschlossen und das passiert nicht so häufig.

Das Liebesdreieck der Geschichte kann man quasi schon von der ersten Seite an fühlen und ich mag Liebesdreiecke ja eigentlich GAR NICHT!

Aber dieses war irgendwie….ganz ok. Nicht gut und es nervt mich immer noch, dass dies so ein normales Element von Jugendbüchern geworden ist.

Aber ich mag die beiden Jungs. Garret war eigentlich ganz cool, halt ein wenig verschlossen, weil er keine Freunde hatte und nichts anderes kennt, als zu kämpfen und Drachen zu erlegen. Aber in Kombination mit Ember war er einfach zuckersüß und ich konnte die Luft zwischen den beiden knistern hören!

Riley (alias Cobalt) ist da schon ein ganz anderes Kaliber, denn er ist der klassische Bad Body, auf den alle total abfahren. Und man muss sagen, dass ich seinen Charakter echt cool finde und seine Sprüche wirklich manchmal sehr komisch sind.

Und ich habe zum ersten Mal das Problem dass ich mich nicht entscheiden kann, welchen von den beiden Jungs ich besser finde. Na super.

Aber wo wir gerade bei den Jungs sind, möchte ich gerne ein Zitat von Riley einwerfen, dass ich schon auf Goodreds geteilt habe, weil es einfach zu cool ist:

O Mann, hören die denn nie auf zu quatschen? Kann denn niemand eine Schlägerei anfangen, ohne sich in Pose zu schmeißen und mit schlechten Bond-Schurken-Drohungen um sich zu werfen? Ist gar nicht schwer. Komm, ich demonstriere das mal kurz.“ Damit landete seine Faust auf Colins Nase.

Versteht ihr was ich meine? XD Ich liebe dieses Spruch so sehr! 😀

Etwas Gutes gibt es noch, denn die Abwendung von der Organisation Talon ist wirklich authentisch dargestellt, denn Ember wechselt nicht einfach so plötzlich die Seiten, sondern erst spät und nach sehr langer Phase des Sich-klar-Werdens über das, was Tlon tut und was sie möchte.

Das war ein sehr großer Pluspunkt, denn es zeigt, dass Ember nicht nur ein Fähnchen im Wind ist, sondern eine eigene Meinung hat, allerdings auch einsehen kann, wenn sie falsch lag.

Fazit:

Ein neuer Auftakt zu einer neuen Fantasy-Reihe von Julie Kagawa, der durch coole Wesen (DRACHEN!) und starke Charaktere überzeugt. Zwar ist die Geschichte nicht innovativ oder überraschend, aber überzeugt trotz alledem mit starken Dialogen und Gefühlen.

4 Tintenkleckse für diese starke Leistung!

Tintenkleckse_4

Ein Gedanke zu „Rezension: Talon – Drachenzeit

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