#10ProblemeEinesBibliophilen – Shakespeare Edition

Jeder kennt sie: Die Probleme eines Buchliebhabers, die wirklich JEDEM Leser das Lesen schwer machen!

So Dinge, wie das unbedingte Vermeiden von Leserillen, die komischen Blicke der Verwandtschaft, wenn denn mal wieder das Familienleben vernachlässigt wird, die Ausrede: “Ich kann nicht, ich muss noch das Buch beenden!” oder auch den komischen Blick, wenn man jemandem von seiner Lesesucht erzählt: Ernsthaft? Lesen? Hast du denn nichts Besseres zu tun?

NEIN, haben wir nicht und daher beklagen wir (Pluralis Majestatis für alle kleinen Klugscheißer) jetzt in einer Ballade all unser Leid, dass mit einem solchen Hobby einhergeht:

10ProblemeEinesBibliophilen

#10ProblemeEinesBibliophilen


#Problem1 – Was du nicht hast, dem jagst du ewig nach, vergessend was du hast

Wer kennt ihn nicht?
Der SUB ist unser aller Feind,
Doch statt zu tun unsre Pflicht,
und zu lesen, was schon ewig leimt
in unsrer aller Bücherschrank,
suchen wir alles andre, 
und machen uns krank, 
auf der Suche nach neuem Lesestoff,
der doch wieder unverhofft,
staubt und bleibt auf dem SUB.

Mit anderen Worten: Der Umgang mit dem SUB ist meist ähnlich: Wir kaufen das Buch und wollen es unbedingt lesen, vergessen es allerdings und machen dann genauso weiter, in dem wir immer wieder neue Bücher kaufen…hach ja…und der SuB wächst einem buchstäblich über den Kopf.


 #Problem2 – Lesen oder nicht Lesen, das ist hier die Frage!

Opportunitätskosten, pflegt mein Sowi-Lehrer zu sagen: Das sind Kosten, die man aufbringt, um etwas anderes zu tun. Mit anderen Worten man muss sich entscheiden, was man von zwei Sachen tut und das andere wird leider vernachlässigt.

Dazu ein paar Zeilen:

Lesen oder nicht Lesen, das ist hier die Frage!
Denn wenn man sitzt im Heim, 
und hat viel zu tun wie all die Tage, 
fängt in einem an der Wunsch zu keim'

Ach könnt ich jetzt nur Lesen!
Und all die Probleme schnell vergessen!
Ach hätte ich doch nur Zeit!
Zum Lesesessel ists nicht weit!

Und eh man sich's versieht:
Die Zeit schnell verfliegt.
Beim Lesen und prokrastinieren 
anstatt das Haus zu polieren.

#Problem3 – Kein Borger sei und auch kein Verleiher nicht!

Eine Last im Leben der meisten Bücherwürmer und Bibliophilen ist das Verleihen und Leihen der Bücher!

Niemand will gerne geliebte Bücher verleihen und sie in einem schlechten Zustand zurückbekommen, oder auch Bücher leihen, die man dann ewig nicht mehr zurück gibt und sich dafür schämt.

Ehem…höret meine Stimme:

Leihen ist was Schönes, ebenso Verleihen, 
man gibt etwas und man hat Freude, 
und dann kommt es wieder zurück, 
eigentlich ein tolles Konzept.

Doch wenn man es bekommt zurück,
mit Schrallen, Dreck und Macken, 
war es doch ein Sammlerstück,
dann sind es fast Attacken,
an das Leserherz.

Selbst Verleihen macht auch keine Freude, 
wie groß auch die Vorfreude, 
denn kann man es nicht zurück geben, 
dann kann man sich zurecht beschweren.

#Problem4 – Wo Worte selten sind, haben sie Gewicht!

Shakespeare.gif

Viele Bibliophile haben noch ein riesiges Problem:

Bücher, die gut sind, und damit meine ich so richtig gut, die sind immer viel zu schnell vorbei. Das Buch ist generell immer zu kurz. Manchmal ist das aber auch so, dass Bücher so kurz sind, dass man ihnen nicht zutraut, gut zu sein.

Aber manchmal ist es eben auch so, dass diese Bücher dann die sind, die am schönsten sind und auf ihren wenigen Seiten mehr Gefühl rüberbringen, als gedacht werden konnte.

Daher: Wo Worte selten sind haben sie Gewicht! Aber das Herz eines Buchfreundes leidet, weil es mehr Bücher und Seiten und Buchstaben verschlingen will.


#Problem5 – Aufrichtig sein und redlich bringt Gefahr!

Die eigene Meinung zu Büchern kundzutun, birgt viele Gefahren, denn sie könnte von der vorherrschenden Meinung in der Buchcommunity und dem generellen Umfeld abweichen und das ist gar nicht gerne gesehen! Die Leute könnten so sauer werden, dass sie sich Verbündete suchen und den eigenen Ziehvater mit 13 Messerstichen töten! Und das will doch wirklich keiner!

Über Bücher in Anwesenheit von Nicht-Bibliophilen zu sprechen birgt auch viele Gefahren! Denn nicht viele Menschen möchten ihr Gehirn anstrengen und sich an erster Stelle mit Büchern überhaupt befassen und sich dann an zweiter Stelle auch noch über sie unterhalten! Das wäre eine viel zu intelektuelle Tätigkeit! Also seht euch vor, wem ihr eure bibliophilen Ausflüge vermittelt! Verräter und hinterlistige Könige lauern überall!


#Problem6 – Ein jedes Ding muss Zeit zum Reifen haben!

Das Warten auf Fortsetzungen kann einen echten Bibliophilen schon einmal um den Verstand bringen!

Zwar muss ein gutes Buch Zeit gegeben werden, um zu reifen und zu wachsen, also wie auch ein guter Wein Zeit braucht, um heranzureifen.

Aber für Bibliophile, die an diesen Welten hängen und wirklich wirklich wirklich wissen wollen, wie es denn weitergeht, sind wirklich arm dran! Denn sie müssen sich manchmal sogar Jahre gedulden, bis eine heißgeliebte Serie weitergeht und neue Bücher des Lieblingsautors herauskommen!

Ich will gar nicht wissen, wie viele Bibliophile schon wahnsinnig geworden sind, einfach weil sie die Endlose Warterei nicht mehr aushalten konnten! Was eine Tragödie!


#Problem7 – Schwachheit, dein Name ist Weib!

Die schwächlichen und potenziell unfähigen Protagonistinnen aus Jugendbüchern können einen schon mal um den Verstand bringen! So manch gutes Buch wurde dadurch schon in den tiefsten Abgrund der Aufmerksamkeit des Lesers gestoßen und wurde nie wieder beachtet! Entsetzlich ist dabei die Popularität, die genau diese Damen trotzdem erreichen.

Warum? Weil es einfach ist! Diese Welten sind einfach gebaut, die Menschen ebenfalls. Man kann froh sein, wenn ein Charakter mehr als einen angedeuteten Charakterzug besitzt, aber ausgearbeitet und durchdacht ist da nicht viel.

Der Fokus liegt auf der Liebesgeschichte.

Aber für echte Bibliophile ist dies ein riesiges Problem! Denn nicht nur haben wir Ansprüche, die erfüllt werden wollen, den Platz, den diese Bücher einnehmen, könnte genauso gut mit toller Lektüre gefüllt werden, die Bibliophilenherzen höher schlagen lässt!


#Problem8 – Was soll ich mit der Liebe, wenn sie den Himmel mir zu Hölle macht!

Ein gutes Buch, was geliebt wird, aber dessen Geschichte dein Herz mehrmals bricht!

Bücher sind nur dann gut, wenn sie ihren Leser wirklich berühren und das Herz abwechselnd frohlocken und tiefbetrübt erschaudern lassen.

Aber ein echter Bibliophiler, dessen Herz wirklich an dieser Welt hängt, nimmt jede Erschütterung eben dieser 12-mal stärker wahr, als ein normaler Leser und sieht mögliche schreckliche Ereignisse schon Meilen voraus!

Das schlimme ist diese Frage: Warum tun wir uns dies eigentlich an? Wir könnten uns doch dies alles sparen, aber wir lesen immer weiter und weiter und suchen geradezu nach solchen Büchern. WARUM?!

Weil wir bibliophil sind!

Wir wollen uns in dem Buch so verlieren, dass wir gar nicht mehr davon loskommen und wir wollen auf jeden Fall emotional vereinnahmt werden, denn Emotionen sind der Wert eines wahren Buches!


#Problem9 – Mehr Inhalt, weniger Kunst!

Ausschweifend gestaltete und verschlungene Sätze beinhaltende Bücher, oder auch Bücher, die zwar schön von außen sind, aber innen nichts an Inhalt aufzuweisen haben.

Es gibt zwar Leser, die wenige bis gar keine Ansprüche haben, aber ein wirklicher Bibliophiler hat Ansprüche. Diese müssen ja gar nicht allzu hoch sein, aber ich ein paar grundlegende Kriterien sollte doch jedes Buch erfüllen, oder?

Ein Punkt davon ist das überproportionierte Verwenden von Stilmitteln oder eben dem genauen Gegenteil: Notiere: Niemand mag Sätze, die teilweise über Seiten gehen, aber im Gegenteil sind Sätze, die nur ein Wort beinhalten, auf Dauer einfach nur nervig.

Bücher, deren Cover wunderschön ist, verleiten vor allem die ästhetisch veranlagten Bibliophilen (aka Coverkäufer) dazu, ein Buch zu kaufen und es schnellstmöglichst zu lesen. Aber wenn der Inhalt des Buches dann nicht mehr zum absolut grandiosen Covers passt, dann ist echt alles verloren!

Ein Buch kann wunderschön sein und das ist auch gerne gesehen, aber doch bitte kein Buch nur aufgrund des Covers beurteilen und dem angetanen Bibliophilen etwas vorspielen, was es gar nicht gibt…Was eine Enttäuschung! Merde!


#Problem10 – Ein Buch, ein Buch, mein Königreich für ein Buch!

Ein Buch, was nicht mehr verfügbar ist und uns die Haare zu Berge stehen lässt!

Oder ein ausverkauftes Buch, ein vorbestelltes Buch, ein nicht mehr existierendes Buch, Bücher die nicht zu erreichen sind, aber trotzdem erreicht werden wollen!

Da würde man doch glatt sein letztes Hemd für geben! (Oder gleich sein ganzes Königreich! :D)

Mein Gott, wir wollen doch nur unserer Buchsucht fröhnen und dann gibt es diese Bücher einfach nicht mehr, oder sie sind aus dubiosen Gründen nicht mehr verfügbar oder maßlos überteuert…hach, wie ist das Leben eines Bibliophilen anstrengend!


Das hier waren meine (subjektven!) Probleme eines Bibliophilen, die mit Shakespeare-Zitaten untermauert wurden!

Shakespeare_Whore.gif

Vielleicht wollen das noch ein paar weitere Leute machen? Wenn ja, dann macht es doch bitte ähnlich und sucht euch 10 “Probleme” heraus, die ihr dann mit Zitaten berühmter Schriftsteller untermalt! Vielleicht auch in leicht abgewandelter Form ;D

Und wenn ihr es gemacht habt, dann teilt es doch unter dem Hashtag #10ProblemeEinesBibliophilen! Ich wäre echt gespannt auf eure 10 Zitate und Probleme!

Aber ich “tagge” (eigentlich ist es ja kein richtiger TAG, aber trotzdem hätte ich von denjenigen auch gerne so etwas gesehen, gerne auch ironisch, wäre bestimmt lustig :D):

Ich würde mich wirklich wahnsinnig freuen, wenn ihr mitmacht!


Habt ihr ein paar der Zitate erkannt? Und wie findet ihr die Idee?

 

Viele Grüße,

Anna

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