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[Filmreview] Justice League

Justice League holt im DC Universum endlich das nach, was die Avengers im Marvel-Universum schon längst getan haben: Es führt die großen Helden der Welt zusammen und lässt sie gemeinsam gegen noch viel größere Feinde vorgehen.

Und auch, wenn ich sonst eigentlich keine Filmreviews schreibe, habe ich doch so viel zu diesem Film zu sagen, dass ich eine Review schreiben wollte!

Also keine Sorge, demnächst geht es wieder um Bücher, aber heute um mein zweitliebstes Theman: Superhelden!

(Oh, und ein Hinweis noch: Diese Review wird sowas von mit Spoilern zugekleistert sein! Denn eigentlich ist es auch eher eine Diskussion als alles andere :D)


justice-league


Worum geht es eigentlich?

In der Welt, in der Superman, Batman, das Suicide Squad, Wonder Woman und noch viele weitere Helden und Schurken ihr Unwesen treiben, gibt es nach dem Tod von Superman (Dadaaaam, erster Spoiler!) eine große Krise, da ungefähr jeder die Hoffnung verloren hat. Außer Batman. Denn der meint, man müsste eine Taskforce zusammenstellen, um sich auch in Zukunft gegen Aliens, Götter oder sonst was verteidigen zu können.

Und während er noch das Team zusammen sucht, beginnt auch schon der erste Angriff auf den gesamten Planeten Erde…


Die einzelnen Charaktere

Das Team wird also mehr oder minder freiwillig zusammen gesucht.

Allen voran natürlich Batman, der sich immer und immer wieder damit beschäftigt, wie er die Erde retten kann, wenn sein Geld, seine Macht und seine Kraft als „einziger normaler Mensch“ nicht mehr ausreicht. Dass er sich nach Supermans Tod daran macht, ein Team zusammen zu stellen, dass große Gefahren abwehren soll, ergibt schon Sinn, auch dass er so besessen davon ist. Dieser Batman gefiel mir sogar sehr gut, denn er kann auch mal ein wenig selbst reflektieren, er kann über sich selbst lachen und beginnt, anderen Menschen auch mal zu vertrauen. Me likey!

Wonder Woman ist immer noch mein Spirit! Sie ist toll, sie denkt nach, sie strengt sich für die gute Sache an, sie ist einfach wahnsinnig toll, kann sich als einzige Frau im Team gut durchsetzen und verliert dabei niemals ihren Verstand, was man ihr nur anrechnen kann.

Aqua Man ist auch nur für den weiblichen Fanservice da. So oft, wie der ohne Grund oben ohne rumläuft, könnte man fast denken…oh, er spielt in Game of Thrones mit? Was ein Zufall! Man bekommt von dem schweigsamen Atlanter ziemlich wenig mit, aber was ich sehe, gefällt mir ziemlich gut.

The Flash! Leute! Barry Allen ist DAS NÄCHSTE DING im DCEU! Wie sehr ich ihn liebe, auch wenn er eigentlich nur als Comic-Relief dient und ein bisschen nachgemachte Slow Motion-Silversurfer-Magie wirken kann! Aber dieser Charakter ist so unfassbar toll, dass ich mich schlagartig in ihn verknallt habe! Bitte einen The Flash-Film! Jetzt sofort! Bitte!

Superman. Wer hätte es gedacht? Er ist wieder da. Was eine Überraschung. *gähn* Außer da sein und stark sein kann der Typ ja auch wirklich gar nichts…

Cyborg, der im ganzen Film nicht „Cyborg“ sondern „Trevor“ genannt wird, ist mir immer noch ein wenig unsympathisch, ich kann ihn nicht recht verstehen, er ist ziemlich verschlossen. Aber seine „Kräfte“ sind ziemlich cool.


Die Bildgewaltheit

Eins macht dieser Film verdammt richtig: Seine Bilder. Diese Kamerafahrten, diese Einstellungen, diese Shots, diese Farben! Ich bin verliebt in den Look dieses Films!

Er unterstreicht einfach die allgemeine Stimmung des Films, ich liebe es, wie sehr man sich in diesem düsteren Look mit eleganten Kostümen und vorsichtig gesetzten Farben wiederfinden und fallen lassen kann.

Wenn hier eins richtig gemacht wurde, dann das Erzählen der Geschichte durch intelligente und innovative Kameraeinstellungen und Fahrten! Das habe ich sowas von geliebt! Mehr davon! Da kann sch Marvel wirklich noch eine Scheibe von abschneiden!


Das Problem mit den Amazonen-Leder-Bikinis

justice league_amazons.jpg

*seufz* Auf diesem Bild seht ihr links die Kostüme der Amazonen im Wonder Woman -Film, rechts die für Justice League. Oh wow.

Ein riesiger Schritt in die falsche Richtung, ich bin davon echt vor den Kopf gestoßen.

Das ging mir im Film auch unfassbar gegen den Strich, auch wenn die wichtigen Amazonen immer noch die tollen Kostüme anhaben, aber immer mehr im Hintergrund hatten einfach bauchfreie Lederbikinis an. DAS IST DOCH KEINE RÜSTUNG!

Habt ihr denn aus Wonder Woman gar nichts gelernt?


Mein ewiges Problem mit Superman

Ok, Superman war noch nie mein liebster Superheld. Das ist jetzt absolut nichts Neues. Ich fand ihn immer schon ein wenig zu stark, zu gut, zu übermächtig.

Batman v Superman hat gezeigt, dass Superman getroffen, ja sogar getötet werden kann, auch wenn es dafür ziemlich viel Aufwand brauchte.

Was Justice League macht, ist allerdings einfach nur eine Schande.

Es sollte keine große Überraschung sein, dass Superman wieder aufersteht. Was sollen die Armen, denn auch ohne ihn tun, er ist ihre Hoffnung, ihr Leben, bla bla blaaa. Als würden sich alle Menschen nur auf diesen einzigen Superheld einschießen, obwohl sie ihn fast loswerden wollten.

Er kommt also zurück und ist wahnsinnig overpowered. Wenn eines Superhelden-Filmen schadet, dann ist es, wenn manche Helden absolut overpowered sind. Aber der Man of Steel ist in diesem Film fast schon ein allmächtiger Gott, der nicht nur Wonder Woman, Cyborg, Aqua Man, The Flash UND Batman einfach so ausschalten kann, sondern auch den Endgegner quasi im Alleingang erledigt. Er taucht auf, wie es ihm gerade passt, er geht, wenn er Lust drauf hat und eins der größten Plotlöcher ist, dass sie ihn aufwecken, sagen, dass sie quasi keine Zeit mehr haben und er sich dann erstmal eine Auszeit nimmt und der Rest der Clique sagt: Ok, dann fliegen wir halt ohne ihn. WHAT?

Was mir bei Superman schon seit Ewigkeiten auf den Senkel geht, ist seine absolute Charakterlosigkeit. Er kann nichts, außer eben moralisch gut zu sein, seine Kräfte zu haben und Lois Lane und seine Mutter zu lieben. Ansonsten ist der Typ so scheiße langweilig. Und um diesen Charakter in den Mittelpunkt des gesamten Films zu stellen, ihn zum Dreh- und Angelpunkt der tiefsinnigen Backstory zu machen, ist ein ganz fataler Fehler.


Pseudo-Tiefrgündigkeit

Ich muss mal eben einen der Dialoge spoilern, aber ich habe mich im Kino unfreiwillig schlapp gelacht, denn als Superman und Lois Lane in einem Kornfeld stehen, er natürlich mit freiem Oberkörper, sagt sie doch tatsächlich: „Du riechst gut.“

Er: „Habe ich das vorher etwa nicht?“

Sie: *schweigt* *geht drei Schritte* „Lass uns ins Haus gehen.“

LIKE…WHAT? Was passiert hier gerade? Sollen das etwa tiefgründige Gespräche sein? Was ist das denn bitte für eine Dialogführung?

Außerdem gibt es auch noch das Problem, dass Wonder Woman und Batman sich gerne mal in die Haare kriegen und dann vor dem ganzen Team ihre Probleme ausdiskutieren, als wären sie alleine und könnten mal eben ihre größten Geheimnisse ausplaudern.

Auch Wonder Woman und Cyborg (der im Film übrigens nie so genannt wird) diskutieren gerne mal tiefgründigen Shit, der den Zuschauer eher verwirrt, weil er nicht in die Situation und noch weniger in die derzeitige Story-Situation passt.

Ein weiteres Problem ist, dass Supermans Verschwinden als riesiges Hoffnungsloch der Menschheit dargestellt wird. Dieselben Menschen, die Superman noch kurz vorher liebend gerne verteufelt hatten und Angst vor ihm hatten Sollten nicht wenigstens ein paar Menschen froh sein, eine potenzielle Gefahr los zu sein? Und die anderen Helden sind doch auch noch da? Ist ja nicht so, als hätte Batman die letzten 20 Jahre nichts getan. Der ganze Film ist auf der Idee basiert, von Hoffnungslosigkeit zur Hoffnung zurück zu finden, aber alleine Supermans Verschwinden als Grund für die absolute Apathie der ganzen Welt zu inszenieren, tut einfach nur in der Seele weh.


Was diesen Film doch zu einem der besten DC-Filme macht:

Er ist einfach nicht schlecht. Das tut mir so unfassbar leid, aber fast jeder Film aus dem „neuen“ DCEU ist einfach nur schlecht. Sie machen keinen Spaß, sind natürlich immer von Zack Snyder (Sinnloses Geballer, ahoi!) und wollen tiefgründig sein, wenn sie es nicht sind.

Dieser Film hat viele dieser Elemente immer noch, aber durch die doch eigenständigen Charaktere, den Humor, den DC sich ENDLICH mal erlaubt, The Flash und die absolut genialen Szenenbilder und die spürbare Chemie zwischen den Charakteren, retten diesen Film. Ich würde ihn knapp nach Wonder Woman platzieren, den ich immer noch als den derzeit besten DC-Film ansehe.


Fazit

Ich mag diesen Film. Ich habe ihn gemocht, nicht geliebt, aber das geht auch nicht bei jedem Film.

Und trotzdem wollte ich nachdem der Abspann gelaufen war, nur noch darüber reden, was in diesem Film alles schlecht gelaufen ist. Von Superman, über den Gegner, über die ganzen Plothols die Anstrengung, jetzt doch Marvel zu kopieren und generelle Unfähigkeit zu Dialogführung oder richtiger Tiefgründigkeit, die alle Stimmung killt.

Daher: Ich mag diesen Film wegen der Charaktere (allen voran The Flash) und mag ihn ebenfalls wegen der Gruppendynamik und der Eigenwilligkeit mancher Charaktere.

Daher bin ich sehr gespannt auf den nächsten Film, der entweder die gute Richtung von Justice League fortsetzen kann, oder (wie die Abspannsequenzen vermuten lassen) den Karren wieder in den Dreck fahren wird.


Diskussions-Time!
Wie steht ihr zu Superheldenfilmen? Mögt ihr Marvel oder DC lieber? Und wer ist euer liebster Held? Und habt ihr „Justice League“ schon gesehen?

5 Gedanken zu „[Filmreview] Justice League

  1. So ausführlich wie versprochen ist die gar nicht. :/

    Superman ist in diesem Film jedenfalls endlich richtig dargestellt und näher an den Vorlagen dran wie kaum zuvor. Dafür hat der Film schon einen Stein bei mir im Brett.

  2. Hallo,

    das ist eine echt gute Rezi geworden und sie stimmt von A – Z. Ich bin immer noch ein Marvel-Fan, weil ich es lieber witzig mag.

    DC steht für mich immer noch für düster, aber in „Justice League“ hat es vor allem „The Flash“ geschafft, spritzig zu sein. Seine Aktionen waren herrlich komisch. Der Schnitt und die Slow Motion waren echt gut.

    „Wonder Woman“ ist in der Zwischenzeit einer meiner Lieblingsheldinnen geworden. Vor allem als sie sich selbst nicht als Anführerin sah und das auch begründet hat, konnte sie mich überzeugen. Ihre Meinungsänderung war grandios.

    „Aquaman“ mag ich und ich freue mich schon auf seinen Film – ja ich bin ein Mädchen, das gerne sabbert. *grins* ich denke, dass sich in seiner Vergangenheit einiges abgespielt hat und da auch die Story nicht so schlecht sein könnte.

    „Batman“ mit Ben Affleck geht für mich gar nicht. Ich liebe Christian Bale und da kann dieser hier nur abstinken. Sorry!

    „Superman“ bleibt immer ein wenig flach. Keine Entwicklung seinerseits, aber dass er sich bereit erklärt in der Gruppe mitzuarbeiten, macht ihn doch sympathischer.

    „Cyborg“ konnte ich verstehen. Er ist nicht Mensch und nicht Maschine, da knabbert er noch daran. Das wird schon und mit ihm stelle ich mir jetzt schon geniale Filme vor.

    Als Gemeinschaft funktionieren die Charaktere. Die Story insgesamt war ein wenig mau, aber insgesamt hat mich der Film gut unterhalten und lässt auch weitere interessante Geschichten hoffen.

    Ganz liebe Grüße aus Tirol
    Marie

  3. Huhu,

    ich glaube ich werde den Film allein schon wegen Khal Drogo, ähm ach nein, ich meine Aquaman gucken 🙂 Allerdings frage ich mich, warum sie Arrow vergessen haben, wenn sogar Flash mitspielen darf …

    Liebe Grüße
    Lagoona

  4. Hey,

    ich sitze gerade an meiner eigenen Filmreview für Justice League und mir hat er ja leider nicht wirklich gefallen. Klar, der Humor war klasse, aber das war’s dann auch schon für mich. ^^ Ich hatte einfach das Gefühl, dass DC sooo unglaublich viel bei Marvel abgeschaut hat, Diana hatte nicht die gleiche Wirkung auf mich wie in Wonder Woman und auch Superman finde ich wie du, einfach nur unglaublich langweilig. ^^

    LG
    Hanna

  5. Hey Anna,

    ich habe den Film noch nicht gesehen, weiß aber immer noch nicht so ganz, was ich von dem Trailer halten soll.Was die Effekte und das ganze Drumherum angeht, wirkt der Film wirklich genial. Von der Story verrät er ja leider nicht allzu viel.

    Liebe Grüße
    Regina

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