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Kuschelige Stacheln – Eine Antwort

Auf der Leipziger Buchmesse fanden dieses Jahr die Blogger Sessions zum ersten Mal öffentlich zugängig in den beiden Fachforen der Halle 5 statt. Da der Besucht jedem frei stand, kam auch ich dazu, mir viele der Sessions anzuhören.

Eine der Sessions trug den Titel: „Hören wir auf zu kuscheln – Werden wir laut und stachelig!“ und wurde von Jochen Kienbaum (lustauflesen.de), Tobias Nazemi (buchrevier.de) und einer weiteren Referentin (54books.de) geführt.

Spannender Titel – spannendes Thema, dachte ich mir und setzte mich deshalb in die Session.

Leider wurde ich von der Session herbe enttäuscht. Während der Session wurde so schnell von Thema zu Thema gesprungen, dass meine Kritikpunkte sich noch nicht mal vernünftig formen konnten, ehe neue dazu stießen.

Daher habe ich mir die Zeit genommen, eine Antwort auf meinem Blog zu formulieren.

Gleich zu Anfang der Session fiel folgender Satz:

Wir werden gleich ein paar kantige und vielleicht auch provozierende Thesen in den Raum werfen

Alles klar, das setzt die Messlatte für den eigenen Vortrag ja schon mal hoch.

Bring it on.


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(Design by: Freepik.com)


Gleich zu Anfang sei gesagt: Dieser Beitrag ist ein Teil einer Kooperation mit Mareike von Crow and Kraken, die in einem anderen Beitrag ebenfalls ihre Meinung zu einigen der auf den Blogger Sessions angesprochenen Themen darlegt. Daher möchte ich euch empfehlen, beide Beiträge zu lesen!


Die einzelnen Blogger Sessions in diesem Jahr wurden tatsächlich aufgenommen und ins Internet gestellt, weswegen ich es relativ einfach hatte, mir noch einmal die einzelnen Themen dieser Session anzuhören und sie für mich einzuordnen.

Der Einfachheit halber werde ich nicht bei jedem Zitat die zitierte Person nennen, aber alle Zitate stammen von den drei oben genannten Vortragenden.

Wer sich selbst ein Bild machen will, HIER geht es zum Link der Session, aus dem alle Zitate entnommen sind.


Bevor ich mich wirklich mit den Argumenten auseinandersetze, daher noch eine Sache: Die Zitate aus der Aufnahme hinaus zu filtern und sie aufzuschreiben war eine riesige Sauarbeit. Die Vortragenden schienen sich selbst nicht im Klaren darüber zu sein, wohin sie eigentlich mit ihrer Diskussion wollten und verließen ihre Themenbereiche für zwei Sätze, nur um im dritten dann doch den ersten Satz zu vollenden. Für einen besseren Eindruck empfehle ich aber immer noch, die Session selbst zu hören.


(…) Dass der Hype um Literaturblogs aus den Jahren 2014, 2015 (…) abgeebbt ist. Die Geschichte, dass Leute (…) Bücher lesen und sehr zeitintensiv darüber bloggen (…) ist im Prinzip auserzählt.

Das finde ich tatsächlich nicht. Klar finden wir in den „größeren“ Medien wie Zeitungen oder dem Fernsehen nicht statt. Allerdings hat es dort auch die „etablierte“ Literatur zunehmend schwerer. Der „anfängliche“ Hype um Menschen, die ihre Meinung im Internet zu Büchern sagen ist, wie bei das im Internet nun mal ist, langsam eingegangen, da immer wieder Neueres dazukommt. Ähnlich wie bei YouTube auch nicht mehr jeden Tag von *der* neuen Plattform gesprochen wird und Influencer nicht mehr als etwas komplett Innovatives angesehen werden, ist die erste Faszination weg. Das soll uns aber in unserem Schaffen und Schreiben nicht stören, denn wir sind doch nicht davon abhängig, dass sich andere über uns Echauffieren oder erstaunt sind. Wir wollen guten Content machen. Und da es mehr Blogs und mehr Leser gibt, als noch vor vier Jahren, würde ich nicht von einem abebbenden Hype sprechen.

Der Hype, die Aufmerksamkeit ist nicht mehr da. (…) Wie können wir uns weiter motivieren, etwas Besonderes zu machen?

Vielleicht sollte man sich wirklich klar machen, wofür man eigentlich bloggt. Für die Aufmerksamkeit von Verlagen, anderen Bloggern, Journalisten oder den Medien?

Oder vielleicht einfach doch nur dafür, dass man gute und schlechte Bücher besprechen will, sich austauschen will und ein Stück weit auch für die Leser bloggt.

Für mich ein klarer Fall von falscher Motivation. Die Motivation sollte nicht von der erhaltenen Aufmerksamkeit ausgehen, sondern von der Liebe zum Schreiben, zum Lesen, zu Büchern und dem Kontakt mit anderen Lesern.

Es gibt niemanden, der einen das Hotel für Leipzig bezahlt. (…) Reich wird keiner davon. (…) Und eigentlich ist das auch richtig, denn wir haben nicht die Reichweite.

Ja, Herr Nazemi, was denn nun?

Wollen Sie, dass Ihnen sämtliche Reisen zu Buchmessen, Lesungen und Besichtigungen bezahlt werden oder finden Sie es richtig, dass Ihnen dies eben nicht gesponsert wird, weil Sie eben auch nicht die erforderliche Reichweite haben, um solche Dinge in Anspruch nehmen zu können?

Mit dieser Denkweise überzeugt man niemanden von sich selbst. Klar wünscht sich jeder Blogger, dass er von Verlagen bezahlt wird, dass er für seine teilweise fast an einen Job grenzende Arbeit mal entlohnt wird. Aber lasst uns doch lieber Wege finden, dies zu erreichen, anstatt passiv aggressiv zu jammern, dass man a) nicht genug Leser hat und b) nicht alles gesponsert kriegt, was mit dem Blog zu tun hat.

Die Verlage machen nicht mehr so viel mit den Bloggern.

I call bullshit on that.

Anbei möchte ich den Carlsen-Verlag als Beispiel anführen, denn dieser macht seit Tag und Jahr eine wahnsinnig tolle und große Zusammenarbeit mit Bloggern, entlohnt diese besser als fast jeder andere Verlag und weitet diese sogar immer weiter aus.

Außerdem fangen (zumindest bei den Verlagen, mit denen ich zusammenarbeite) auch viele andere an zu erkennen, dass man mit Bloggern sehr viel machen kann und es immer mehr spannende Konzepte gibt.

Blogger sind nichts Neues mehr für die Verlage. Die meisten wissen mittlerweile so ungefähr, wie sie mit ihnen zusammenarbeiten. Und diese Zusammenarbeit sehe ich nicht stagnieren, sondern im Gegenteil sogar wachsen.

Was passiert, wenn ambitionierte Blogger aufhören und weniger ambitionierte übrig bleiben? Was macht das mit dem Ruf der Buchblogs?

Nur, weil ein paar Blogger aufhören, heißt das nicht, dass sofort unsere ganze Branche den Bach runter geht. Vielleicht wurde dies nicht explizit gesagt, aber die implizite Unterstellung könnte man doch heraus lesen. In unserer modernen Zeit und dem Zeitalter des Internets ist es völlig normal, dass manche sich dem Druck nicht mehr gewachsen fühlen, manche überfordert sind und manche einfach neue Verpflichtungen im Leben erfüllen müssen, sodass sie dieses zeitaufwändige Hobby nicht mehr fortführen können.

Und nur, weil ein oder zwei Blogger aufhören, bedeutet dies nicht direkt den Untergang des Abendlandes. Für jeden Blogger, der aufhört, kommen mittlerweile zwei neue nach. Nun macht Quantität nicht die verlorene Qualität wieder wett, aber ich könnte wetten, dass es dem Ruf der Buchblogs sehr viel mehr schadet, wenn reichweitenstärkere Blogs sich über noch unerfahrene kleinere Blogs aufregen.

Wir sind nun mal ein freies Medium und dürfen es so gestalten, wie wir wollen.

Wer schwarze Schafe finden will, wird diese auch finden. Aber vielleicht sollte man doch eher Perlen suchen, als im Schlamm zu wühlen.

Es ist nicht so, dass irgendjemand von uns die große Blogger vs Feuilleton-Debatte vermissen würde, wir sind uns alle einig, dass die ein bisschen überbewertet war, da das ganz unterschiedliche Dinge sind, die da passieren.

Offensichtlich ist das Bloggen mittlerweile so uninteressant, dass es nicht mal mehr diese Diskussion (Blogger vs. Feuilleton) gibt.

Nicht schon wieder diese Debatte! Und auch, wenn die Referenten sagen, dass sie diese Debatte nicht mehr hören können, so bringen sie sie doch im gleichen Atemzug wieder, wenn sie danach das Thema wieder anschneiden.

Ich bin froh, dass es nicht die Intention ist, die Debatte zurückzuholen, aber was anderes wird bei dieser Formulierung kaum übrig bleiben.

Ich dachte, dass wir diese Diskussion doch mittlerweile mal hinter uns lassen könnten, denn ich finde nicht, dass dem noch irgendwas hinzuzufügen ist. Diese Diskussion war für mich schon immer tot und ich denke auch nicht, dass weitere Artikel vom Feuilleton oder gegen das Feuilleton den Hype um Buchblogs irgendwie wieder aufleben lassen.

Außerdem: Artikel vom Feuilleton waren prinzipiell immer nur gegen Blogger gerichtet. Einen guten Bericht habe ich noch nie gesehen, dabei gibt es ganz viele herausragende Projekte von Buchbloggern. Daher weiß ich nicht, ob weitere Artikel in irgendeiner Weise wünschenswert sind.

Es fehlt ein Inhalt, den man (größere Outlets wie Zeitungen und andere Medien) diskutieren könnte

Ach was. Bücher sind nicht mehr Hauptgesprächsthema der Gesellschaft? Wasser ist nass? Die Erde ist rund?

Bücher und das Lesen werden gerade heute immer unbeachteter, es gibt mehr Medien, es fehlt die Zeit, die Konzentration nimmt ab.

Wenn man groß beachtet werden will, hat man sich mit dem Buchblog gleich zwei falsche Medien ausgesucht: Den Blog und das Buch.

Beide sind eher auf einer Schiene, die als absteigend eingestuft werden könnte. Dies ist aber auch keine neue Erkenntnis, sondern quasi schon so, seid es die ersten Blogs dieser Richtung und dieser Reichweite gab.

„Wir sind hunderte Einzelkämpferinnen. Wo ist da ein WIR?“

Abgesehen davon, dass ich dachte, dass es in der Session darum geht, dass wir aufhören sollen zu kuscheln, nicht, dass wir einen gemeinsamen Kuschelnenner finden, wurde diese Aussage offensichtlich blind vor der Realität getroffen.

Blogger organisieren sich ständig in größeren Gruppen, wir sind so gut vernetzt wie fast keine andere Community, es gibt Gemeinschaftsblogs, neue, tolle Projekte, Challenges, Freundeskreise, immer wieder gemeinsame Blogtouren und den kleinsten gemeinsamen Nenner: Bücher.

Wenn wir also eins haben, dann ist das ein Wir.

Aber vielleicht ist dies aus der Sicht der „Literaturblogs“ auch einfach nicht ersichtlich.

Immer weniger Leute kaufen Bücher. (…) Warum sind wir dann so zahm?

Ganz einfach: Weil man Leute animiert, indem man mit Begeisterung, Herzblut und Elan an Dinge herangeht und über Dinge spricht. Indem man einfach coole, ansprechende und gut umgesetzte Projekte startet.

Und nicht, in dem man sich darüber beschwert, dass eben jene Leute einem zu wenig Aufmerksamkeit schenken.

Reicht mir das, (…) schöne Texte über Bücher ins Internet zu schreiben, möchte ich nicht hin und wieder auch ein wenig streiten?

*seufz*

Ja, wir wollen streiten. Wir streiten sogar die ganze Zeit.

Über verschiedene Buchbewertungen, über Autoren, über andere Blogger, über bestimmte Verhaltensweisen. Wir diskutieren über Rape Fiction, Sexismus, Rassismus, schlechte Bücher, gute Bücher, schlechte und gute Verhaltensweisen, was eigentlich in Büchern problematisch ist und welche Dinge man in Rezensionen nicht sagen darf.

Wir könnten sehr viel mehr diskutieren, ja. Aber zu sagen, dass nur „schöne Texte über Bücher“ im Internet stehen, ist absoluter Käse.

Was können wir machen, über das Rezensieren hinaus?

Nur mal ein paar kleine Ideen von mir, die schon ewig und drei Tage in der Welt der Buchblogs über das Rezensieren hinaus getan werden:

  • Challenges
  • Gründe, diese Reihe zu lesen/diese Reihe nicht zu lesen
  • Rants
  • Kolumnen
  • Artikel über Heldenfiguren
  • Artikel über Klischees
  • Artikel über Charaktereigenschaften
  • Kolumnen jeglicher Art
  • Leseverhalten aufschlüsseln
  • Beiträge über den Buchhandel
  • Beiträge über Blogger selbst
  • Beiträge wie diesen hier

Wie schaffen wir es, relevant zu werden? Es geht um Aufmerksamkeit.

Nein, geht es eben nicht. Es geht um die Liebe zu Büchern, diese weiter zu verbreiten und über wichtige Themen zu sprechen.

Einen Buchblog mit dem Ziel zu betreiben, die meiste Aufmerksamkeit zu kriegen, ist absolut lächerlich und vermessen.

Und außerdem hätte ich gerne eine Differenzierung von „Aufmerksamkeit“, denn wenn jemand dich in der Luft zerreißt, ist dies auch Aufmerksamkeit. Aber wollen wir diese wirklich anstreben?

Es geht nicht darum, die bekannte Literaturkritik zu imitieren (…), sondern dass wir ein eigenständiges Format und Profil haben.

Dann fangt doch einfach mal damit an.

Denn die Blogs, die dem Feuilleton am meisten ähneln, sind tatsächlich Literaturblogs. Nicht nur, weil diese sich von der Bücherauswahl sehr ähneln, sondern weil sie mit der gleichen elitären Sichtweise auf jegliche andere Form des Buches oder der Buchbesprechung herabsieht.

Buchblogs haben ein eigenständiges Profil, sie arbeiten seit Jahren daran, ihr ganz eigenes Ding auf die Beine zu stellen. Mitgekriegt scheint das aber noch nicht jeder zu haben.

Wir sollten auch mal sagen, was uns am Literaturbetrieb nervt, weswegen wir den eitel finden, weswegen wir ihn elitär finden, was es für Debatten gibt, die uns ankotzen.

Ok, ich fange damit an:

Es nervt mich, dass die Diskussion offensichtlich immer noch von weißen älteren Männern geführt wird, die ihre Thesen mit einer Vehemenz vorbringen, dass man meinen könnte, sie hätten eine ganze Schüssel voll selbst anerkannter Weisheit gefressen.

Mich stört es, dass beim Buchblog Award, bei 92 % weiblichen Buchbloggern, zwei Männer gewonnen haben.

Mich stört es, dass die Verlage immer noch Angst haben, diverse Literatur zu veröffentlichen, obwohl diese von weiten Teilen der Bevölkerung gefordert wird. So habe ich mitbekommen, dass manche Verlage Bücher nur ablehnen, weil Protagonistinnen eben nicht nur heterosexuell sind oder eine andere Hautfarbe, Religion oder Sexualität haben.

Mich stört vieles. Aber die wichtigsten Probleme sind garantiert nicht, dass ich die Branche für zu eitel halte.

Höchstens alle, die einen falschen Elitarismus um die „Literatur“ errichten und alles andere als Schund abtun.

Vielleicht gibt es eine Möglichkeit (…) Beiträge (zusammen zu schreiben).

Machen wir. Gerade jetzt.

Es kommt darauf an, sich mit Leuten zu vernetzen und Sachen zusammen zu schreiben

Ich betone es ungern nochmal, aber war das Ziel der Session nicht, uns zu ermutigen, stacheliger zu werden und weniger miteinander zu kuscheln?

Soweit ich das sehe, laufen Äußerungen wie diese hier dem sehr entgegen und propagieren fast das Gegenteil.

Warum wird so wenig unter Blogs kommentiert, schaut doch mal in englischsprachige Blogs, da wird kommentiert und diskutiert (…), da können wir oft nur von träumen. Daher die Anregung: Lasst uns das machen. Ein bisschen mehr WIR.

*singend* STAAAAACHELN, NICHT KUSCHEEEELN!

(Und: Wenn es Grund zum Diskutieren gibt, wird auch diskutiert. Wenn nicht diskutiert wird, ist wohl das Thema nicht ansprechend genug)

Warum bewerten wir Blogger nicht einfach mal die Blogger-Relations der Verlage?Wenn das einer macht, dann hat es null Relevanz (…), wenn es aber alle machen (…), dann wäre das ein Beispiel, wie wir unsere Online-Macht nutzen können. Weil ich weiß, sowas wird beachtet.

Erstmal muss ich sagen, dass ich den Begriff der „Online-Macht“ absolut dämlich finde und es als ein Zeichen einer verqueren Selbstwahrnehmung auffasse, aber davon abgesehen: Was bringt so etwas denn? Wieso sollten wir das machen? Welchen Nutzen hat es? Nur Beachtung zu finden? Da gibt es einfachere und nicht so zeitaufwändige Wege, wie Fail-Compilations oder der Präsident der Vereinigten Staaten jeden Tag wieder beweisen.

Aber einen anderen Sinn, als die Aufmerksamkeit zu schüren, sehe ich dabei nicht.

Ich schreibe für das Büchergilde-Magazin, (…) da kriegen wir unsere Texte lektoriert. Und es ist so geil, wenn man einen lektorierten Text zurückkriegt.

Nicht jeder hat diese Möglichkeiten!

Solange sich nichts an der Vergütungspolitik oder an der Aufrufzahl für Literaturbesprechungen ändert, werden sich die allermeisten Blogger absolut kein Lektorat leisten können!

Daher finde ich diesen Beitrag nicht nur unterschwellig sehr über andere erhaben, sondern auch noch vermessen und ein Schlag ins Gesicht der meisten Blogger, die alleine arbeiten und es sich im Traum nicht vorstellen können, ein Lektorat zu engagieren!

Meine Idee war, (…) schickt euch doch vorher mal die Texte (und lektoriert sie)

HOW? JUST HOW.

Als wäre der Blog alleine nicht schon eine riesige Belastung und Zeitmanagment-Katastrophe für die meisten Blogger.

Jetzt sollen wir zusätzlich auch noch anderen bei ihren Texten helfen?

Natürlich wäre das ein Geben und Nehmen, aber halt trotzdem Mehraufwand, der in keiner Weise entlohnt, vergütet oder anerkannt wird.

(Lektoriert gegenseitig), damit wir auch ein paar mehr Stacheln zeigen in diesen Betrieb hinein und nicht nur jeder den Einzelkämpfer-Modus hat.

Gute Idee im Kern, alleine dieser Satz widerspricht sich selbst drei Mal.

Gegenseitiges lektorieren wäre nämlich einander helfen und sich dabei noch enger aneinander zu kuscheln, Stacheln würden dadurch noch lange nicht entstehen, höchstens etwas besser formulierte Texte und den Einzelkämpfer-Modus wird man dadurch auch nicht los, da die meiste schon existierende Vernetzung schon weit über gegenseitiges Texte lesen hinaus geht.


Es wurde die Frage gestellt, ob es in anderen Genres (die drei auf dem Podium beschäftigen sich nämlich großteils mit Gegenwartsliteratur) ähnlich ist, man es ähnlich sieht.

Was denn genau, bleibt allerdings total unklar und offensichtlich scheint der Vortrag sich nicht darauf vorbereitet zu haben, denn ihre eigene Blase von Gegenwarts-Literatur-Blogs, scheinen sie auch bei der Recherche nicht verlassen zu haben.

Das zeigt, dass nicht bekannt war, wie gut Blogs vernetzt sind, wie andere „Branchen-Blogs“ funktionieren und welche grandiosen Ideen und Vernetzungsergebnisse schon hervor gebracht wurden.


Ein paar kleine Notizen am Rande:

Tobias Nazemi (buchrevier.de) wurde angekündigt, als jemand, der sich selbst als „Last Man Reading“ bezeichnet und verbunden mit Äußerungen und sexistischen Artikeln in der Vergangenheit hatte dies schon einen sehr fahlen Beigeschmack.

Und zu guter Letzt:

Was ist das Ziel?

Ein fairer Umgang und Offenheit zwischen Verlagen, Bloggern und dem Feuilleton oder mehr Aufmerksamkeit für die eigenen Beiträge?

Die anwesenden Blogger schienen sich dabei nicht immer einig zu sein und das machte den Vortrag nicht nur zu einem Fest der springenden Gedanken und Themenblöcke, sondern vor allem unverständlich und verwirrend für alle, die aus diesem Vortrag etwas mitnehmen wollten.


Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich mit den meisten hier dargestellten Sichtweisen absolut nichts anfangen kann und mich immer noch frage, wie eine so unorganisierte Session es tatsächlich geschafft hat, auf die Bühne zu kommen.


Diskussionsrunde!

Was haltet ihr von den dargestellten Zitaten? Könnt ihr mit den Sichtweisen übereinstimmen? Oder denkt ihr ebenfalls wie die Vortragenden über diese Themen?

Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

27 Gedanken zu „Kuschelige Stacheln – Eine Antwort

  1. Puh, ich hab es leider durch Schnee und Eis nicht mehr rechtzeitig zu den Blogger Sessions geschafft, aber wenn ich jetzt deinen und Mareikes Beitrag lese, bin ich darüber gar nicht so böse.
    Mir ist ein bisschen schwindelig vom ganzen Augen Rollen.
    Offenbar haben sich die Vortragenden nicht wirklich informiert, was in der Buchblogger Szene alles geschieht. Und zu welchem Zweck die meisten Leute bloggen.

    Wenn es mir um Profit, Geld und mehr Aufmerksamkeit gehen würde, wäre ich mit einer Ausbildung bei der Bank oder einem Beauty Youtube Channel vermutlich besser bedient. Aber ich lese gerne Bücher, ich vernetze mich gerne und genieße Events und Kommunikation.

    Das geht auch ohne Stacheln und ohne Shitstormartige Tsunami-Wellen. Denn Leute, die aufgrund solcher Sachen auf einen Buchblog klicken, werden nicht für eine Rezension zurückkehren.

    Was für Erwartungen erlauben sich die zitierten Blogger? Verlage geben sich viel Mühe, es ist nicht unmöglich an gratis Rezensionsexemplare zu kommen und zahlreiche Social Media Aktionen und Gewinnspiele ermöglichen eine breite Aufmerksamkeit für beide Seiten.

    Die Arroganz mancher Leute aus der Literaturszene ist zum Kotzen. Mich stört, dass in Deutschland so hart zwischen Unterhaltungsliteratur und „echter“ Literatur unterschieden wird. Mich stört das Abwerten von kleineren Buchblogger*innen, die nur aus Spaß un Freude schreiben und eben die Themen und Bücher wählen, die sie interessieren.
    Über lesende Menschen zu lästern und sich dann zu beschweren, dass viele Leute keine Bücher mehr lesen – das beißt sich.

    Ich bin froh, dass es Blogs wie deinen und den von Mareike gibt, denn wir brauchen starke Stimmen, um gegen so einen Bullshit anzureden.

    Liebe Grüße,
    Babsi

    1. Ich kann den Punkt der Arroganz und dem Bullshit Reden von diesen Bloggern nicht ganz stehen lassen. Natürlich sind manche Thesen kritikabel und es man kann über alles gerne streiten und zweier Meinungen sein.

      Dieser pauschalen Abwertung der Referenten kann ich mich nur nicht anschließen, da mit Katharina von 54Books eine der kompetensten und bemühtesten Bloggerinen saß, die ich wirklich sehr schätze und die sich immer gegen Dünkel und für Gleichstellung engagiert. Ihr Artikel „Auch ein Land der DichterInnen und Denkerinnen“ zählt zum Schlauesten, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Und auch sonst kommt von ihr viel, was gegen den „Bullshit“ geht und für fließende Grenzen bei E und U.

      Vieles von dem, was in der Session geäußert wurde, würde ich auch so nicht unterschreiben und teilen, aber ich habe für mich auch Anregungen mitgenommen, um mich selbst zu hinterfragen bzw. mein gewünschtes Leitbild auch noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

      Dass die Session einen roten Faden vermissen ließ und nicht gut vorbereitet war – geschenkt. Ein Wunsch aus der Session scheint mir hier allerdings schon einmal erfüllt – die Diskussion ist im Gange, hier auch wie drüben auf Crow and Kraken.

      1. Ich wollte mit meinem Kommentar die Referenten nicht pauschal abwerten, lediglich die zitierten Aussagen von Anna erschienen mir sehr vermessen.
        Da ich bei der Session nicht anwesend war und keinen der Blogs gut (genug) kenne, kann ich mir (was die generelle Kompetenz angeht) auch kein Urteil erlauben.

        Ob man sonst auf seinem Blog wunderbare Beiträge bringt, hängt mit der Diskussion und den aufgeführten Argumenten, in meinen Augen, auch nicht zusammen.

        Ja, das gute an der Session war auf jeden Fall, dass jetzt viel diskutiert wird. Da stimme ich dir voll und ganz zu. 🙂

        1. Also ich kann 54books vor allem mit Katharinas Beiträgen zur Gleichstellung (unter anderem ihre Beiträge zu vergessenen Dichterinnen) vollkommen empfehlen – ganz unabhängig von der Diskussion.

          Ich bin gespannt, was die Diskussion so noch bringt – und ob das Streiten Früchte trägt 😉

          Beste Grüße,
          Marius

  2. Ein toller Beitrag 🙂 Wenngleich ich als Rezensentin tatsächlich Aufmerksamkeit will -nicht um jeden Preis, aber wenn die Arbeit, die ich in ne Rezi investiere, nichtmal mit einem Danke gewürdigt wird (egal ob Selfpublisher oder Verlag), dann frustriert das natürlich.

    Toll finde ich diesen Satz „Wenn man groß beachtet werden will, hat man sich mit dem Buchblog gleich zwei falsche Medien ausgesucht: Den Blog und das Buch.“ 🙂

    PS: Ich hätte es tatsächlich gut gefunden, wenn du die Zitate den Referenten zugeordnet hättest, damit man sich ein Bild von der Person machen kann.

    PPS: Damit solche diskusionen nicht ausufern, gibt es normalerweise einen Moderator. Aber der war scheinbar nicht wichtig genug. Für mich klingt das Thema auch so, als wollte man Karla Pauls Keynote erreichen. Aber das geht nicht 🙂

      1. Ich denke, das passiert automatisch. Ein Bild, das sich ergibt. Außerdem interessiert mich, wer welche Haltung in der Diskusion eingenommen hat.

        Worum findest du das so schlimm?

        1. Weil du dir hier ein Bild von mir machst, immerhin bin ich eine der Referentinnen, und ich finde nichts von mir in dem wieder, was mir hier so als „Einstellung“ in meine Worte hineingelegt und mir unterstellt wird. Ich habe mich jahrelang mehrfach in sehr langen Beiträgen gegen Unterschiede zwischen Bloggern unterschiedlicher Genres, gegen Diskriminierung, insbesondere gegen Herabwürdigung von schreibenden Frauen aller Medien ausgesprochen, ich habe, als der Buchblogger-Award – das wird ja oben erwähnt mit einem großzügigen „dann macht halt was“ dazu – an Männer vergeben wurde trotz der bei Weitem überwiegenden Zahl von weiblichen Bloggerinnen, auf Facebook eine Gruppe zur Vernetzung von Buchbloggerinnen gegründet, wir betreiben eine Facebook-Seite, leider nicht so wahnsinnig reichweitenstark und aus Zeitgründen nicht so engagiert, wie wir das wollen, um die Sichtbarkeit von schreibenden Frauen zu steigern – und hier wirft mich eine Bloggerin in einen Topf mit dem Bild von mir, das sie sich bildet, weil sie Aussagen von mir aus Kontexten reißt und vor allem nicht darüber nachdenkt, wie ich sie gemeint haben könnte, sondern sie mir zum negativen auslegen will. Es ist ziemlich schmerzlich und kommt mir extrem höhnisch vor, wenn alles, wofür ich mich seit Jahren einsetze, ignoriert wird und aus ein paar Sätzen von mir, die ich hier sehr einseitig ausgelegt wiederfinde, ein Bild von mir entworfen wird, das mir nicht entspricht. Du erfährst nichts über mich aus diesem Beitrag. Wenn du meinst, du kannst dir hier ein adäquates Bild von mir machen: Go for it. Wenn ich mir ein Bild von jemand machen will, schaue ich mir an, was derjenige macht, und zwar nicht nur ein paar aus dem Kontext gerissene Zitate mit reißerischer Interpretation durch jemanden, der den Sprechenden nicht mal kennt. Ich will nicht sagen, dass wir für die Session nicht Kritik verdient hätten, das schrieb ich unten auch schon in einem Kommentar: Es tut mir leid, dass sie gelaufen ist, wie sie gelaufen ist. Wir hatten mit anderen Räumlichkeiten gerechnet, hatten keinen Vortrag, sondern Diskussionsimpulse und Fragen vorbereitet – das ging dann aufgrund der Vortragssituation nicht. Deswegen ist der „Vortrag“ so widersprüchlich. Aber eben das ist er: Widersprüchlich, eher eine Sammlung von Fragen und Gedanken. Was die Autorin dieses Blogbeitrag macht, ist: Diese Widersprüchlichkeit, die Offenheit dessen, was wir eigentlich diskutieren wollten, einebnen, um ein Bild von uns zu entwerfen, das viele der Lesenden, wie ich den Kommentaren entnehme, ja gerne übernehmen: Dass wir arrogante, ignorante Menschen sind, die hofiert werden wollen und den Arsch nicht hochkriegen.

          1. Ich wollte mir ein Bild von der Diskusion machen – genauso, wie ich in einer Rezi ein Bild vom Buch, vom Aufbau und den Figuren machen will. Weil ich weiß, dass das der Rezensent gut kann. Daher hatte ich von dir kein konkretest Bild. Das änderte sich durch deinen Kommentar, aber auch dieses Bild ist natürlich nicht vollständig.

            Es tut mir auch leid, dass dir der vermeintliche Angriff wehtut. Und ich kann verstehen, dass du all der (positiven) Arbeit, die du für die Szene leistest, diese negative Kritik gegenübersiehst. Aber ich lese aus dem Artikel weniger persönliche Kritik als Kritik an der Aufbereitung an. Und das betrifft alle drei Referenten. Vielleicht trifft nicht nur euch „Schuld“, sondern es gab noch andere Faktoren.

            Und ich frage mich, ob der Artikel nich genau das tut, was von Bloggern gefordert wird: Mutig sein, KRITISCH sein. Er zeigt, wie widersprüchlich sich die Szene selbst betrachtet. Und einen solchen Artikel zu veröffentlichen, obwohl es darüber verschiedene Meinungen gibt, das verdient Anerkennung.

            Kurz gesagt: Es geht in diesem Artikel nicht um dich. Es geht um einen Vortrag, der (wahrscheinlich) nicht so gut war. Ich bin gespannt, wie er sich anhört!

  3. Hallo Anna,

    ein wunderbarer Artikel ich gebe dir in allen Punkten recht.
    Ich habe nur die erste Hälfte von dieser Bloggersession mitbekommen, weil ich danach keine Lust mehr darauf hatte und gegangen bin.
    Gerade diese Fokussierung auf Aufmerksamkeit machte deutlich, dass die Referenten anscheinend einen vollkommen anderen „Ansatz“ beim bloggen haben als ich.
    Ich blogge nicht für Aufmerksamkeit, sondern um meine Gedanken über Bücher aufzuschreiben und mich dabei evtl. mit anderen auszutauschen. Die Followerzahlen sind mir ehrlich gesagt gar nicht mal so wichtig und ich brauche auch keine Aufmerksamkeit vom Feuilleton.
    Ich kann verstehen, warum Aufmerksamkeit einen ein bisschen interessiert, aber es sollte beim Buchbloggen doch in erster Linie um Bücher gehen.
    Und ganz ehrlich Diskussionen sind gut und wichtig, aber man sollte diese nicht nur führen, weil man Aufmerksamkeit für sich selbst will (was bei den Rezensenten so rausklang), sondern weil einem das Thema wichtig ist und man etwas dazu zu sagen hat.

    LG
    Elisa

  4. Gleich zu Beginn des Beitrages fiel mir folgender Satz auf… „Gleich zu Anfang der Session viel folgender Satz:“ … und er stört mich. Auch wenn ich von einem Blogger keine lektorierten Beiträge erwarte, diesen Fehler und ein paar andere, offensichtliche, würde ich ausmerzen! 😉

  5. Danke Anna für diesen wirklich starken Beitrag. Ich war nicht in Leipzig, habe die Tweets zu den Sessions mitbekommen und in einige reinhören (bzw sehen) können. Schade, dass hier der Inhalt nicht zum Thema passte und dann auch noch derart grotesk gestaltet war. Schade, weil es eine Meinung vom (Buch)Bloggen in die Welt trägt, die so viele von uns nicht teilen. Schade, dass es am Ende nicht um Stacheln, sondern um Kuscheln ging.
    Umso schöner, dass Leute wie du und Mareike den Mund aufmachen 💖
    LG
    Eva

  6. Huhu Anna!

    Puhh, ich fühle mich jetzt ein wenig erschlagen von den vielen Thesen. Danke, dass du dich damit auseinander gesetzt und so einen ausführlichen Artikel geschrieben hast.
    Aufgrund des Wetters habe ich mir die Blogger Sessions gespart und leider nichts mitbekommen. Umso interessanter finde ich jetzt, dass daraus tatsächlich viel Diskussionspotential hervorgegangen ist. So klingt es jedenfalls für mich.

    Ich muss sagen, dass ich vor allem die ersten Aussagen, die du oben rausgepickt hast, ebenfalls total schwachsinnig und zum größten Teil falsch finde. Vielleicht lebe ich aber auch in einer anderen Blogosphäre und bekomme einfach nix mit? Keine Ahnung, aber da sehe ich es wie du. Ich finde einfach nur, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Bloggern und Verlage mittlerweile eher normalisiert hat und keineswegs mehr so besonders ist wie noch zu Beginn. Und über normales wird eben nicht mehr so viel geredet wie über besonderes. Von daher sehe ich es als ganz normale Entwicklung, sehe aber auch, dass es auch jetzt immer noch Verlage gibt, die noch intensiveren Kontakt zu Bloggern suchen. Und das ist nach wie vor super.

    Zum Verhalten von Bloggern untereinander muss ich allerdings schon sagen, dass das nicht ganz an den Haaren herbei gezogen ist. Ich würde mir auch wünschen, dass wir Blogger untereinander viel mehr diskutieren und kommentieren und andere Blogger nicht immer als Konkurrenz ansehen. Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass dies immer noch viel zu oft so geschieht und ich denke, da dürfte sich wirklich etwas ändern.

    Liebe Grüße
    Nicole

    1. „Vielleicht lebe ich aber auch in einer anderen Blogosphäre und bekomme einfach nix mit?“

      Hallo Nicole,

      das brauchst du dir, glaube ich, nicht an den Schuh zu kleben. Die Bloggerszene ist sehr groß, sehr unterschiedlich aufgestellt und es ist eigentlich nur natürlich, dass man sich als Blogger nicht in allen Teilbereichen immer aktuell halten kann. Diese Vielfalt macht’s doch eigentlich aus.

      LG Bettina

  7. Wow, ein sehr toller Beitrag. Ich muss ja zugeben, dass ich oft bei langen Beiträgen irgendwann abbreche zu lesen. Aber hier musste ich einfach bis zum Ende dabei bleiben.
    Ich höre mir die Session jetzt mal an. Mal schauen ob ich es bis zum Ende schaffe.

    Also ich schreibe meinen Buchblog aus Leidenschaft. Ich lese super gerne und teile dies mit gleichgesinnten. Klar schaue ich mir meine Reichweite an, doch ich finde es gibt wichtigeres im Leben. Für mich ist wichtig, dass meine Texte authentisch sind und ganz unverblümt meine Meinung wieder spiegeln.

    Vielen Dank für deinen sehr gut strukturierten Post.
    LG Kerstin

  8. Ich habe diese Session nicht gesehen gehabt.. aber schön, dass du sie hier nochmal ein bisschen widergibst! Danke!
    Als ich deinen Artikel las dachte ich nur so: HÄÄÄÄ???

    Du hast einfach vollkommen Recht. Der ganze Vortrag widerspricht sich im Prinzip in allem. Irgendwie sollen alle miteinander arbeiten, aber eigentlich war das nicht das Thema des Vortrages. Und dann der Satz, in dem er sich 3x widerspricht, war einfach nur absolut bescheuert. Sorry. Der hat so schon keinen Sinn ergeben.

    Ich bin dafür, dass es beides gibt. Stacheln und kuscheln! Je nachdem, was angebracht ist.

    Jetzt hätte ich doch gerne die Session live gesehen! 😀

    xoxo Vera

  9. Hallo Anna!

    Vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast die Zitate niederzuschreiben und so hervorragend zu argumentieren.

    Ich war leider nicht in Leipzig und habe auch noch keine Zeit gefunden die Session online nachzusehen. Wie du bereits schreibst ist Bloggen ein sehr, sehr Zeit aufwendiges Hobby (vor allem wenn man dazu auch noch so viele Bücher lesen soll/darf). Dennoch ist es eines der schönsten Hobbies überhaupt.

    Ganz im Gegenteil zu den Stacheln wünsche ich mir mehr kuscheln in der Bloggerszene. Es ist nicht leicht seinen Platz zu finden. Neben dem bloggen ist es harte Arbeit in eine Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Aber ich will hier nicht rumjammern, denn schließlich bedeutet es auch in der realen Welt Arbeit wenn man Freundschaften schließen will oder als Neue in eine Gemeinschaft kommt.

    Liebe Grüße
    Sabrina

  10. Ich hab das Ganze auf Instagram/Twitter in Live-Mitschnitten verfolgt und dachte ja bis eben, dass ich nur so gar keinen Strahl davon hatte, was sie uns eigentlich sagen wollten, weil ich es nur so gestückelt gesehen habe und nicht das große Ganze mitbekommen hatte. Aber, da schein ich mich dann wohl zu täuschen und zurück bleibt bei mir auch ein dickes HÄÄÄÄWTF? Dann kann ich dir nur absolut recht geben, dass der Vortrag sich widerspricht, keinen roten Faden hatte, in seiner Blase blieb und mir eher um Aufmerksamkeit ging, als sonst irgendwas. Und boa, das Feuillton-Ding ging mir ja auch so was auf den Keks, es reicht echt mit dieser unsäglichen, nutzlosen Diskussion. Äpfel sind auch keine Brinen und so. Ich finde tatsächlich auhc, dass wir kuschlen oder stacheln zeigen, abhängig vom Thema und was es gerade zu sagen gibt und zeimlich viele von uns schon gemeinsam Arbeiten, aber auch unbequemes Ansprechen. Eben all die Themen, die du auch schon genannt hast, deswegen – was zum Geier sollten wir jetzt genau aus der Session mitnehmen?

    Glg Franzi

  11. Hi!
    Also, nur der Vollständigkeit halber: Zumindest bei den Sachen, die du hier von mir zitiert hast, hast du die Kontexte aber ganz schön weggelassen und sie damit viel platter gemacht, als ich sie gesagt hatte. Ich hatte explizit gesagt, dass keiner die Feuilleton vs Blogger-Debatte zurück will. Und ich habe nirgends behauptet, weil zwei oder drei Blogger aufhörten, ginge alles den Bach runter, ich habe die Frage danach in den Raum gestellt, was das bedeutet, wenn das passiert – die Antwort, die du mir hier in den Mund legst, habe ich nicht gegeben, du regst dich über deine Assoziationen auf, nicht über meine „These“.
    Aber ansonsten: Tut mir leid, wenn die Session für dich enttäuschend war. Wirklich. Wir waren von einer anderen räumlichen Situation ausgegangen, ich persönlich habe mich auch – weil bei mir die Entscheidung, nach leipzig zu fahren, erst sehr spät und spontan fiel und ich davon ausgegangen war, das ich nicht da sein würde – viel zu wenig in die Vorbereitung eingebracht, das tut mir leid, ich muss das also wirklich auf meine Kappe nehmen, dass auch ich nicht dafür gesorgt habe, dass die Session besser läuft. Das tut mir leid. Dass es inhaltlich schwierig werden würde, Jochens, Tobias‘ und mein Verständnis vom bloggen unter einen Hut zu kriegen, war mir von Anfang an klar, auch das erklärt, warum es sicher an Stringenz gemangelt hat und es ein recht buntes hin- und herspringen war – umso schlimmer, dass ich mich im Vorfeld da nicht mehr eingebracht habe, um das zu beheben. Mir persönlich sind Verlage und Bezahlungen und so übrigens sehr egal, ich habe in meinem Leben keine 10 Rezensionsexemplare bezogen, kaufe meinen Kram praktisch immer selbst. Also bitte Vorsicht, wenn du mir hier irgendwelche Bilder überstülpst, die du dir von mir gemacht hast, auch wenn ich verstehe, woher sie kommen, aber unter Umständen haben die sehr wenig mit mir zu tun. Schau dir doch bitte erst mal an, über was und wie ich blogge, was ich so an Projekten mache, wenn du dir ein Bild von mir machen willst. Dann siehst du vielleicht, wie weit deine Kritik an mir und das Bild von mir, das du zu haben scheinst, an mir vorbei geht. Ansonsten: Tut mir echt leid, dass die Session nicht gut war. Echt.

  12. Hallo Anna,

    ganz zutreffend: Das Gros der Blogs arbeitet außerhalb der Literatur, die im Feuilleton stattfindet (was ich allerdings genau das Bereichernde daran finde) — die Blogger, die im Feuilleton auffallen, sind aber nun genau deshalb diejenigen, deren Titelauswahl sich überschneidet. Tobias und Jochen waren ja noch beim DLF, wenn ich das recht im Sinn habe. An solchen Punkten hakt meiner Meinung diese leidige Wertung, wer als Blogger was Gescheites macht und wer nicht.

    Tobias‘ Postulat, der Hype sei zu Ende, habe ich übrigens auch noch nie verstanden 😉 Aber ich blogge auch schon ein paar Jahre länger als er und sehe das vermutlich gechillter.

    LG Bettina

  13. Ich habe es bisher nicht geschafft, die Sessions anzuhören, aber nach diesem Beitrag weiß ich schon, welche ich auslassen werde. Ich bin eigentlich nicht dafür, Dinge schlechtzumachen ohne selbst dabeigewesen zu sein, aber du sagst ja schon, dass das Thema stark verfehlt wird und auch gar nicht auf „unsere Art“ von Blogs bezogen ist, darum kann ich mir das sparen. Bei dem Titel hätte ich mir tatsächlich auch etwas anderes erhofft. Zusammen mit den Aussagen, die so schlicht und ergreifend einfach nicht wahr sind… puh, schade.
    Danke für deine Antwort und „Stacheln“ zu dem Thema 😀

  14. Huhu!

    Buchblogs entwickeln sich genauso weiter wie alles andere auch, und damit geht natürlich eine Fluktuation des „Hypes“ einher – aber noch sehe ich keine Hinweise dafür, dass irgend etwas auserzählt wäre. Blogger kommen dazu, Blogger hören auf, die Ansprüche der Verlage verändern sich… In meinen Augen war jedoch es nie einfacher, Leseexemplare zu bekommen und an speziellen Events für Blogger teilzunehmen, und das zeigt doch, dass die Verlage uns noch nicht abgehakt haben.

    Ich bin jetzt seit über 5 Jahren Buchbloggerin (erst auf Blogspot, jetzt auf WordPress) und stelle fest, dass diejenigen, die schon da waren, als ich angefangen habe, und immer noch dabei sind, kostenlose Bücher und Events nicht als ihre hauptsächliche Motivation sehen.

    Natürlich hören motivierte, ambitionierte Bloggerauf und weniger motivierte sind noch da, aber in meinen Augen werden letztere sich früher oder später selber aussieben.

    Blogger vs. Feuilleton ist inzwischen töter als tot. Inzwischen finde ich die Debatte nicht mal mehr interessant, weil es doch immer nur das Gleiche ist. In meinen Augen ist das grundlegende Selbstverständnis der beiden Gruppen zu unterschiedlich, als dass es da mal zum Gruppenkuscheln kommen könnte.

    Ich muss zugeben, manchmal vermisse ich auch eine gewisse Streitkultur. Gerade bei der Diskussion über Rape Fiction wurden Debatten oft abgewürgt mit „Ich lasse mir von niemandem vorschreiben, was ich lesen darf!“ / „Was ich lese, schadet doch niemandem!“ / „Zensur! Als nächstes wieder Bücherverbrennung?“ etc.

    Ich lese in anderen Blogs sehr gerne Beiträge wie diesen hier. 😉 Ich lese auch Literaturblogs (aber wo verlaufen eigentlich die Grenzen zwischen Literaturblogs und Buchblogs?), aber ich finde, man darf Buchblogs ihre Daseinsberechtigung nicht absprechen.

    Das Thema „Lektoriert euch gegenseitig!“ sehe ich da wie du: WIE? Und vor allem WANN?!

    Mir fällt auf: mein Kommentar ließe sich zusammenfassen mit „Joah,stimmt.“

    Und zum Thema Vernetzen und Einzelkämpfer:

    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

    LG,
    Mikka

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