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Die Sache mit dem roten Lippenstift

Ich trage gerne roten Lippenstift.

Ich bin kein Magier mit meinem Make-Up, ich kaufe nicht die teuersten Produkte, ich experimentiere nicht viel. Aber mit meinem Lippenstift habe ich etwas gefunden, mit dem ich mich unfassbar wohlfühle, das mich ein Stück weit definiert.

Und in diesem Beitrag geht es nicht direkt um den Lippenstift und seine Farbe, sondern auch darum, wie er wahrgenommen wird, wie ich ihn für mich selbst neu definieren möchte und den Hashtag #RedMyLips.


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Der rote Lippenstift

Der rote Lippenstift war schon immer ein starkes Symbol.

Von der Geschichte des Lippenstifts an sich ganz zu schweigen, ist gerade die knallrote Farbe immer auch Signalfarbe.

Allerdings gab es immer unterschiedliche Bedeutungen.

Natürlich kennt jeder die Büste der Nofretete, deren rote Lippen immer noch faszinieren, und bei den alten Ägyptern war es tatsächlich für Männer und Frauen üblich, sich die Lippen mit verstoßenen Edelsteinen und zerdrückten Insekten zu schminken, war aber nicht selten zu Krankheit und Tod führen konnte.

Im alten Rom dagegen war Schminke ein großes Tabu, da diese nur Künstlern und Prostituierten vorenthalten war.

Auch zu Zeiten von Königin Elizabeth I. war es üblich, die Lippen zu schminken, allerdings eher, um den Kontrast zur weiß gepuderten Haut zu vergrößern.

Im 18. Jahrhundert war in England Schminke absolut verpönt, während sich in Frankreich selbst die oberste Schicht regelmäßig schminkte.

Im späten 19. Jahrhundert waren rote Lippen für die meisten Frauen unbezahlbar und symbolisierten damit Wohlstand, bis eine französische Schauspielerin es in den Trend brachte und damit einen Trend der gesamten Branche lostrat.

Für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der Frau: Die Sufragetten trugen ihn nämlich bei ihrem Marsch durch New York im Jahre 1912!

In den 50ern war Marilyn Monroe nicht nur eine Stilikone, sie machte sich auch den roten Lippenstift zu eigen, ebenso wie später ihre Kollegin Rita Hayworth und in den 80ern Madonna mit den allerersten MAC-Lippenstiften.

Auch heute tragen den roten Lippenstift viele Stars regelmäßig, ein paar davon sind Taylor Swift, Rihanna und Kate Moss.

Heutzutage kann man also sagen: Rot hat sich zu einer zeitlosen Lippenfarbe entwickelt, die sich aus vielen Schminkkästen nicht mehr wegdenken lässt, und sei es nur für einen besonderen Anlass.

Die rote Farbe stand schon immer für Sinnlichkeit, Verführung und Schönheit. Daran ändert sich nichts. An ihrer Perzeption in der Gesellschaft allerdings schon.

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Wie ich damit wahrgenommen werde

Zuallererst muss gesagt werden, dass ich natürlich nicht sofort den Mut hatte, meine Lippen regelmäßig rot zu schminken.

Ich habe eine ganze Weile lang meine Lippen gar nicht oder nur sehr dezent geschminkt. Ich kann heute auch gar nicht mehr sagen, wie ich dazu gekommen bin, aber ich war sofort absolut verzaubert.

Diese Lippenstifte lassen mich in den Spiegel schauen und sagen: Das bin ich, so fühle ich mich wohl in meiner Haut.

Auch ungeschminkt finde ich mich okay, aber gewisse Schminke gibt meinem Selbstbewusstsein einfach einen riesengroßen Schubser.

Ich experimentiere, weite aus, liebe diese Farbe mit jedem Mal mehr.

Und es gibt sehr viele unterschiedliche Reaktionen darauf.

Ein paar Leute aus meinem Umfeld meinen immer wieder, ich würde ja mehr aussehen wie ein Clown, als wie ein Mädchen, ich würde eine Zirkusnummer abziehen, ich würde einfach nicht aussehen, wie „alle auf der Straße“.

Und da frage ich mich ganz ehrlich, was daran so schlimm sein soll. Will ich denn aussehen wie alle anderen? Will ich in der Masse untergehen? Will ich mich dem Diktat der Masse unterwerfen?

Ich fühle mich so unfassbar wohl und das wird auch immer so bleiben. Vielleicht ändert sich die Häufigkeit oder einfach meine Selbstwahrnehmung, aber das zu tragen und so auszusehen wie alle anderen werde ich immer langweilig finden.

Was nicht heißt, dass ich mich zwanghaft der Masse entgegensetze. Ich mache mein Ding. Und da müssen alle anderen mit klarkommen.

Es gibt auch lustige Reaktionen, denn manche Menschen fragen mich tatsächlich an einem Tag, wo mir das Schminken morgens einfach zu viel war: „Wer bist du denn? Ich hab dich ohne deinen Lippenstift gar nicht erkannt!“

Ich bekomme auch regelmäßig Komplimente, was mich natürlich unfassbar freut, da ich auch eine ganz andere Selbstsicherheit habe, wenn ich mich in meiner Haut wohlfühle.

Und ein paar Leute haben mich tatsächlich schon nach Tipps zum Auftragen und Aussuchen gefragt, obwohl ich wirklich kein Experte bin!

Aber natürlich muss es auch die geben, die es „affig“, „übertrieben“ und „viel zu viel“ finden. Diese Leute gibt es, die muss ich aushalten, aber ich wünschte, dass eben solche Kommentare nicht so sehr an mir nagen würden. Aber mittlerweile kann ich damit auch ganz gut umgehen.


Was er mich gelehrt hat

Dieser Lippenstift ist mittlerweile sogar eine Art Erkennungszeichen für mich geworden. Leute erkennen mich. Leute erinnern sich daran und ein stückweit identifiziere ich mich auch mit diesem Stück Chemikalien in einer Metallbox.

Ich bin nicht von Make Up besessen, ich habe keine Probleme mit meinem Selbstbewusstsein, ich bin niemand, der verzweifelt nach Aufmerksamkeit sucht oder diese erregen will.

Ich fühle mich damit schön. Es ergänzt meine Persönlichkeit. Er gehört zu mir.

Und damit müssen andere umzugehen lernen. Schiefe Blicke, komische Kommentare, alle diese Dinge, die nur zeigen, wie sehr auch die Leute in einer Großstadt nicht vorurteilsfrei sind und damit immer noch unterschiedliche Dinge assoziieren.

Was nicht schlimm ist. Aber trotzdem wünsche ich mir manchmal doch weniger verwirrte Blicke und mehr Akzeptanz dafür, dass ich mich selbst damit ausdrücke.

Kurzum: Es empowert mich und zeigt gleichzeitig, wer mit seinen Denkmustern noch ein wenig zurückhängt.

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Was er bei anderen bewegt

Wenn ich über diese Ereignisse spreche, bin ich immer wieder verdammt erstaunt und zutiefst gerührt.

Ich bekomme tatsächlich mit einiger Regelmäßigkeit Nachrichten auf Twitter oder Instagram, die mir sagen, dass sie sich wegen mir getraut haben, Lippenstifte zu kaufen, zu tragen und selbstbewusst neues Make Up auszuprobieren und zu tragen.

Ihr wisst gar nicht, was für tolle Gespräche dabei teilweise entstehen, auch wenn es auf der sachlichen Ebene natürlich „nur“ um Lippenstifte geht.

Jedes Mal geht mein Herz absolut auf und ich kann gar nicht fassen, dass ich ein kleines Stück dazu beigetragen hab, dass diese Menschen sich trauen, etwas aus sich rauszukommen und sich selbst schön zu finden, auch wenn negative Kommentare folgen können.

YOU ARE AWESOME!


#RedMyLips

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In diesem gesamten Zusammenhang möchte ich euch gerne auf die Kampagne #RedMyLips hinweisen.

Bei dieser soll einen ganzen Monat lang roter Lippenstift getragen werden, um auf sexuelle Übergriffe und Gewalt aufmerksam zu machen und sich gegen das häufig verbreitete Victim Blaming zu stellen.

Victim Blaming meint dabei, dass man die Schuld an sexuellen Übergriffen eher auf das Opfer abwälzt und dabei sinngemäß sagt: „Ja, wenn sie sich schon so angezogen hat! Dann muss sie sich nicht wundern!“ oder eben auch „Wenn sie sich so auffällig schminkt, muss sie sich nicht wundern!“

Hier kommt ihr zur Website der Kampagne: www.redmylips.org

Warum gerade roter Lippenstift? Das erklären die Verantwortlichen selbst sehr gut:

Why red lipstick?

One of the most pervasive myths about sexual violence is that it is provoked by attraction or desire. Connected with this, victims are often blamed, shamed, and forced to suffer in silence. Given its connection with sexuality and attraction, red lipstick seems a fitting weapon with which to combat these damaging myths and victim-blaming attitudes. It gives supporters an easy (and safe) way to stand together and make the bold statement that victims are NEVER responsible for sexual violence. EVER.

Bei dieser Kampagne werde ich sehr gerne mitmachen, meine Lippen den ganzen April hindurch rot schminken und spenden.

Einen besseren dafür Grund gab es noch nie!


Diskussions-Runde!

Wie steht ihr zu auffälligem Make Up? Wie fühlt ihr euch am wohlsten? Und werdet ihr vielleicht sogar bei #RedMyLips mitmachen?

34 Gedanken zu „Die Sache mit dem roten Lippenstift

  1. Hi Anna,
    ich finde, dass dir der rote Lippenstift ganz ausgezeichnet steht. Mehr noch – er ist mittlerweile ein unverwechselbares Markenzeichen geworden. Würdest du ohne herumlaufen, würde ich dich wahrscheinlich nicht auf den ersten Blick erkennen. Bleib wie du bist!

    Bei #RedMyLips werde ich wohl eher nicht mitmachen. Erfahrungsgemäß hab ich den Lippenstift immer sonstwo, bloß nicht da, wo er hingehört 😉

    Liebe Grüße
    Lili

    1. Hey Lili!

      Danke dir, das ist ein tolles Kompliment!
      Kein Problem, auf der Website siehst du auch andere Möglichkeiten, wie du mitmachen kannst!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  2. Kann ich so unterschreiben, schöner Post 🙂 Ich selber wollte lange auffällige Lippenstifte tragen, dachte aber, dass ich das aufgrund meiner Blässe besser nicht tun sollte. Mittlerweile mache ich es, weil ich Lust darauf habe und das Wohlfühlen strahle ich auch aus. Zumindest mache ich das daran fest, wie viele Komplimente ich bekomme.
    Zu Beginn kamen nervige Kommentare á la „Na, haste nachher ein Date?“, aber ich habe immer schlagfertiger geantwortet und irgendwann hat es einfach niemand, der oft mit mir zu tun hat, so kommentiert, Ich fühle mich, als würde ich tatsächlich auffälliger sein, aber nicht, weil ich „nur“ roten Lippenstift trage, sondern weil ich gleich sehr viel selbstsicherer, zufriedener, insgesamt strahlender wirke. Das kann mir keiner nehmen und das merke die Leute auch (behaupte ich mal).

    Die Aktion an sich ist sehr wichtig und ich plane selber einen Blogpost dazu, in dem ich u.a. auf das (Tabu-?)Thema Victimshaming unter Frauen eingehen möchte. Ich habe es selber von beiden Seiten erfahren müssen, aber von Frauen „geshamed“ zu werden, hat mich einige Zeit dann besonders schockiert und verunsichert.

    1. Hey liebe Stephanie,

      Danke dir, ich freue mich, dass dir der Beitrag gefallen hat!

      Gerade bei Blässe sehen knallige Lippen doch unfassbar cool aus! (Finde ich zumindest :D)

      Genau! Man fühlt sich einfach besser, selbstbewusster und cooler und dann kann man mit den Kommentaren natürlich auch besser umgehen!

      Wow! Den Beitrag würde ich sehr gerne lesen! Schick mir doch mal den Link, wenn du ihn geschrieben hast!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  3. Liebe Anna,

    der Beitrag ist toll. Du bist wunderbar so, wie du bist und der rote Lippenstift gehört einfach zu dir! Es ist wirklich so, dass einem da schräge Blickte zuteil werden. Hab ich leider auch schon oft feststellen müssen. Vor allem, wenn man ihn selten trägt.

    Die Kampagne find ich klasse. Leider kann ich wegen meiner Arbeit nicht dran teilnehmen, aber vielleicht lässt sich das ja zumindest auf‘s Wochenende verlagern 🙂

    Hab schöne Ostern!

    Liebe Grüße, Lisa

    1. Hey Lisa!

      Danke, danke für deine tollen Komplimente! <3

      Kein Problem! Der Gedanke zählt! Und natürlich zählen Wochenenden auch! 🙂

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  4. Hey!
    Ich hab es irgendwie geschafft von #redmylips noch nichts mitzubekommen, Schande über mich xD Coole Sache definitiv, und die Reaktionen die du beschreibst kenne ich auch als Lippenstiftträgerin, auch wenn ich keinen super auffälligen Ton trage, aber einen rötlich braunen Ton, der schon dunkel genug ist um als nicht-natürliche Lippenfarbe aufzufallen. Ich bin niemand der sonst viel Make up trägt, aber damit fühle ich mich einfach wohl und es ist für mich eine Teil davon Ich in der Öffentlichkeit zu sein und mich zu zeigen. Leuchtenderes Rot trage ich normal nicht so oft, aber da ist #redmylips doch mal ein klasse Anlass, die Farbe im April öfters aufzutragen und auszuprobieren. Gegen sexuelle Übergriffe kann man gar nicht genug Zeichen setzen.

    Liebe Grüße!
    Biene

    1. Hey Biene!

      Ich kann dich total verstehen! Ansonsten trage ich auch nicht unfassbar viel Make Up, aber ich liebe liebe liebe roten Lippenstift! Und da ist die Kampagne absolut super!

      Ich freue mich total, dass du auch mitmachen willst!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  5. Hey Anna,
    super Artikel! 🙂

    Ich kann mich da anschließen und sagen, dass ich bei #RedMyLips mitmachen werde – nur wahrscheinlich mit ein bisschen Verzögerung, da ich mich noch immer nicht daran gewöhnt habe, z. B. beim Essen Lippenstift zu tragen (und an Ostern wird bei uns geschlemmt!). Ich habe Gefallen an Lippenstift gefunden, indem auch ich unter anderem deine Bilder bewundert habe.

    Make-Up und ich haben eine Geschichte. Gegen Ende der Grundschulzeit habe ich viel experimentiert, wahrscheinlich, weil ich zu „den Großen“ gehören wollte, mit denen ich – weil ich zu der Zeit so ziemlich jeden meines Alters überragt habe – ständig verglichen wurde. Als dann nur Kritik in Form von „bist du in einen Farbtopf gefallen“, „wisch dir mal die Farbe aus dem Gesicht“ und „du bist doch viel zu jung dafür“ kam, habe ich schnell den Gefallen am Schminken verloren. Während der gesamten Schulzeit habe ich dann kein Make-Up mehr getragen, abgesehen von transparenter Mascara zu besonderen Anlässen, ganz selten auch mal schwarze – während meine Klassenkameradinnen immer bunter wurden und ich auf diese Weise wieder aus der Masse hervor stach und die Kritik hagelte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mir aber schon ein recht dickes Fell zugelegt und nahm mir die Kritik nicht mehr so zu Herzen. Gleichzeitig hatte sich aber in meinem Kopf ein bestimmtes Denkmuster festgesetzt, gegen das ich heute immer noch ankämpfe: Leute, die Make-Up tragen, das nicht mehr als „natürlich“ bezeichnet werden kann, das also auffällt, machen das ja nur, um a) aufzufallen, b) den Jungs/Männern/wem auch immer zu gefallen, c) weil sie einen lauten und selbstbewussten Charakter haben, d) weil sie oberflächlich sind oder e) weil sie sich von anderen abheben und wichtiger sein wollen. Eben all die Dinge, die mir damals vorgeworfen wurden. Wenn ich heute jemanden sehe, der sich die Augenbrauen dicker malt, der auffälligen Lippenstift trägt, dessen Augen stark geschminkt sind oder, oder, oder, dann merke ich selbst, wie mein Gehirn erst mal auf Ablehnung schaltet. Es erfordert immer noch eine bewusste Entscheidung meinerseits, mir zu sagen, dass mich das Make-Up eines anderen einen Dreck angeht und jeder auf seine eigene Weise glücklich und schön sein kann. Das finde ich ziemlich traurig – und es zeigt auch, welche langfristige Wirkung abfällige Kommentare haben können.

    Auch heute trage ich in den seltensten Fällen Schminke. Als ich vor ein paar Wochen als „Übung“ für #RedMyLips einen uralten knallroten Lippenstift hervorgekramt und ausprobiert habe, um mich daran zu gewöhnen, mir nicht ständig ins Gesicht zu fassen etc., und ein Foto davon gepostet habe, kam dann wieder als erster Kommentar „bist du in einen Farbtopf gefallen“. Inzwischen geht mir das nicht mehr so nahe wie früher und ich habe einfach nur genervt geseufzt und anschließend den Link zur #RedMyLips-Homepage geteilt, ohne weiter darauf einzugehen. Später wurde ich von meinen Eltern, unabhängig voneinander, auch ausgefragt, was denn das Foto zu bedeuten hatte. Aber mit unterschiedlichen Bedeutungen: Mein Vater fragte sich, warum ich denn so auffällige Schminke trage, so nach dem Motto „wie ist denn das passiert“ und „was hat das zu bedeuten“. Meine Mutter wunderte sich, wie der Lippenstift zum im Hintergrund sichtbaren Bild eines Bücherstapels mit dem Titel „I’m ready for the weekend“ passt – sie weiß ja, dass ich nie feiern gehe, sondern eher mit Büchern daheim bleibe. Dass ich Lippenstift trage, war ihr ziemlich egal – sie war nur von der Kombination verwirrt. Es gab allerdings von keinem der beiden Kommentare dazu, ob mir die Farbe steht oder so. Es waren Fragen nach dem Warum und Wie, aber keine Kritik oder Ablehnung. Ich habe von der Kampagne erzählt und stellte fest: die Problematik war ihnen gar nicht so bekannt.
    Daher finde ich es auch super, dass es die Kampagne gibt – denn allein durch das Tragen des Lippenstifts habe ich schon drei Leute „erreicht“ und die Themen victim blaming und sexual harrassment angesprochen.

    Ich bezweifle, dass ich zukünftig viel öfter zur Farbe greife – aber die Hemmschwelle ist nicht mehr so groß wie noch vor wenigen Jahren. Mir ist es einfach zu viel Aufwand für den Alltag. (Und ich bin zu faul, dafür früher aufzustehen …)

    Danke also an dich, dass du auf diese Kampagne aufmerksam gemacht hast/machst, und dass du selbstbewusst deinen Lippenstift trägst. You do you!

    Und frohe Ostern! 😀

    1. Hey Henrike!

      Danke für diesen total ausführlichen Kommentar! Deine Geschichte mit Make Up ist sehr interessant!

      Und ganz ehrlich: Wenn du dir das ganze mit dem Make Up nicht antun willst, dann kannst du es auch lassen 😀 Meine Meinung ist immer: You do you!
      Und ich kann wirlich verstehen, dass es umständlich ist, wenn man sich nicht mehr ins Gesicht fassen kann 😀 Aber mit der Zeit gewöhnt man sich wirklich daran 😀

      Wir rocken #RedMyLips trotz blöder Kommentare!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

      1. Hi Anna,

        obwohl es für mich ungewohnt ist, habe ich trotzdem manchmal Bock drauf – und dann halten mich auch blöde Kommentare nicht auf. 😀 Ich finde es einfach daneben, dass Leute zu schnell von zu vielen Leuten nur anhand des Äußeren – was Make Up ja einschließt – vorverurteilt werden. Und wenn man dann als jemand, der eigentlich nie Farbe im Gesicht hat, plötzlich mit einem roten Lippenstift aufkreuzt, sind die Kommentare, ob nun positiv oder negativ, vorprogrammiert. Allein das wird schon viele davon abhalten, sich einfach auszuprobieren. Die aktuelle Gesellschaft hat noch einen weiten Weg vor sich …

        Wahrscheinlich werde ich irgendwann diesen Monat auch noch einen #RedMyLips-Artikel einschieben. Die Sache ist mir zu wichtig, um sie einfach nur stillschweigend zu unterstützen.
        Ich finde es großartig, dass du so selbstbewusst dein Rot trägst. Und überhaupt. Ne? 😀 You do you, du sagst es. 🙂

        Liebe Grüße,
        Henrike

        PS. Du wirst mir als iobADMIN angezeigt, nicht mehr als „Anna“. Soll das so?

        1. Hey Henrike!

          Ja, das mit dem Anzeigen ist richtig, ich könnte den Namen bei jedem Kommentar umständlich ändern, aber das lasse ich ab jetzt einfach 😀

          Und ich hoffe, dass du auch was zu #RedMyLips schreiben wirst! Es würde mich auf jeden Fall total freuen! 🙂

          Viele liebe Grüße,
          Anna

  6. Liebe Anna,
    faszinierend, dass es auch anderen so geht mit dem Lippenstift. Ich habe vor 3 Jahren angefangen, fast täglich Lippenstift zu tragen — mein erster war direkt ein knalliges Rot. Die Reaktionen waren ähnlich wie die von dir beschriebenen. Einmal wurde mir auch von einer Kollegin (ich habe neben dem Studium in einer Bäckerei gejobbt) gesteckt, dass andere wohl hinter meinem Rücken über mich geredet haben und meinten, das mit dem Lippenstift sähe aus „wie eine Nutte“. Ich sollte doch lieber andere Farben tragen. Es ging um einen fucking Lippenstift! Ich habe mir die Farbe ausgesucht! Danach habe ich diesen Lippenstift bewusst nur noch getragen, weil mich das so geärgert hat. Allerdings hat mich das sehr viel Überwindung gekostet, ich hatte ernsthaft überlegt, es sein zu lassen.
    Und so übergriffig wird in vielerlei Hinsicht mit Frauen umgegangen — angefangen bei diesem kleinen Thema wie Make-Up bis hin zur Kleidung, der Partnerwahl, Berufswahl und vor allem die Lebensplanung. Ich möchte, dass Menschen einfach das machen/tragen können, was sie wollen, ohne irgendeine Wertung von anderen zu erfahren. Daher bin ich sehr froh, dass du auf die Aktion #RedMyLips aufmerksam gemacht hast, davon habe ich bisher noch gar nicht gehört. Danke! 🙂

    1. Liebe Paula!

      Danke für deinen Kommentar!
      Das mit dem Reden und Hinter-dem-Rücken-Reden ist eine verdammte Krankheit. Es ist so schlimm. Ich hoffe, dass wir davon in Zukunft viel weniger hören werden!

      Bitte! Ich hoffe auch, dass manche einfach mal begreifen, wie sie mit Frauen und ihren Looks umgehen…da sollte man wirklich etwas unternehmen. Dafür ist #RedMyLips da!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  7. Hi!
    Und ich war heute Mittag ohne roten Lippenstift unterwegs 🙁 für die Abendveranstaltung und den restlichen April werde ich wieder zum roten Lippenstift greifen. #RedMyLips ist eine tolle Aktion. Danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast!

    Ich trage sehr gerne roten Lippenstift, da ich mich damit absolut wohl fühle. Ich finde es faszinierend welche lange Geschichte rote Lippen haben. Dein Beitrag war wieder einmal sehr lesenswert.

    Liebe Grüße
    Sabrina

    1. Hi Sabrina!

      Gerne! Ich hoffe, dass du den April mit deinem roten Lippenstift rockst! We got this!

      Vielen Dank für deine lieben Worte!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  8. Ahoy Anna,

    mal wieder ein wunderbarer Post! Danke dafür ♥
    Den geschichtlichen Abriss finde ich genauso super, wie deine Ehrlichkeit und die #redmylips Kampagne. Ich trage selbst auch meist Lippenstift, gerne grell, am häufigsten und liebsten rot. Weil ich mich damit wohl fühle, ich es mag, aufzufallen, weil es zu mir passt… einfach, weil ich es kann. Und für dieses Privileg bin ich echt dankbar, klar, manchmal kriegt man dumme Kommentare, aber hier in Deutschland muss man deshalb keine „Strafen“ fürchten… Wie gesagt, großartiger Text!

    Liebe Grüße und frohe Ostern,
    Mary <3

    1. Hey Mary!

      Vielen lieben Dank DIR für deine tollen Worte!

      Danke, danke, danke dir! Und ja, wir sind wirklich froh, dass wir uns einfach so ausdrücken können!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  9. Liebe Anna,

    Die Aktion finde ich klasse und da ich roten Lippenstift liebe, werde ich daran teilhaben 😎

    In meiner Clique bin ich da ähnlich wie du, diejenige die fast immer Lippenstift trägt!

    Angefangen habe ich erst spät damit, so etwa vor 3 Jahren, also mit 23.
    Anfangs waren die Reaktionen auch sehr durchwachsen und ich habe viele negative Kommentare erhalten „was ist denn mit dir passiert“, „es ist doch noch gar nicht Karneval“ und und und.
    Erst hat mich das auch eher eingeschüchtert, aber ich selbst habe mich so wohl damit gefühlt. Und dann kamen von anderen Kommentare, wie toll das aussieht, welcher Lippenstift das denn wäre und wie gut er mir stehen würde.
    Ich habe für mich beschlossen das es meine Entscheidung ist und ich die anderen Kommentare einfach nicht an mich ranlasse.

    Ich liebe Lippenstift, insbesondere roten und fühle mich toll damit. Und in den letzten Jahren haben sich alle um mich herum dran gewöhnt und die blöden Kommentare bleiben tatsächlich inzwischen (fast immer) aus !

    Liebste Grüße
    Jenny

    1. Hey Jenny!

      Toll, dass du mitmachen willst! Ich freue mich total darüber!

      Und wie man sehen kann: Man muss sich wohlfühlen, dann hält man auch die doofen Kommentare aus!

      Lass uns uns toll finden und unsere Lippenstifte lieben! *-*

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  10. Hi,

    bin über Twitter hier reingestolpert und wollte doch trotzdem mal meinen Senf dazu geben. 🙂
    Ich mag Lippenstift an mir so gar nicht leiden. Ich mag mich generell ohne Make-up am liebsten.
    Aber ich habe immer wieder mal Leute gesehen und getroffen, denen Lippenstift unglaublich toll steht. Auch knallroter Lippenstift.
    Ich finde das komplett in Ordnung und bin der Meinung, dass doch jeder bitte das tragen oder nicht tragen soll, womit er sich am wohlsten fühlt. Und wenn ich mir so dein Foto ansehe: Mensch, das sieht doch klasse aus. Nirgends was von einem „Clown“ zu erkennen.
    Dass solche negativen Kommentare an dir nagen, kann ich gut verstehen.
    Ich finde das gemein, es so hart auszudrücken, wenn’s einem nicht gefällt. =/ Worte können so verletzend sein!
    Wenn man die Kritik nicht ohne verletzende Worte äußern kann, soll man doch bitte die Klappe halten!
    Ich find das ganz toll, dass du dich so wohlfühlst und du hast das wirklich klasse beschrieben. Mach weiter so und lass dich nicht unterkriegen. 🙂

    Liebe Grüße
    Yurelia

    1. Hey Yurelia!

      Genau der Meinung bin ich auch! Jeder sollte es so benutzen und so viel tragen, wie er oder sie will!
      Danke dir! Dass da kein Clown zu sehen ist, hilft mir wirklich 😀

      Danke, danke, danke für deine lieben Worte!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  11. Hallo,

    ich finde dir steht der roten Lippenstift ganz toll und er passt einfach zu dir. 🙂
    Wenn ich deinen schönen Beitrag so lese, bekomme ich auch Lust mir mal einen schönen (vielleicht roten) Lippenstift zu kaufen, denn eigentlich trage ich fast nie welchen. Aber vielleicht werde ich das mal ändern. Und die Kampagne ist eine klasse Idee dafür. 😉

    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

    1. Hey Diana,

      Vielen lieben Dank! Das zu hören tut wirklich sehr gut, danke dir!
      Die Kampagne ist wirklich eine tolle Gelegenheit, mal eine etwas krassere Farbe auszuprobieren!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  12. Das Tolle an Make-Up ist, dass man sich damit kreativ ausdrücken kann, herum experimentieren und sich (und die Umwelt) auch ein Stück besser kennen lernt. Ich selber habe lange gebraucht, bis ich meine Freude am Schminken entdeckt habe, einfach, weil ich so viele Vorurteile im Kopf hatte, von „oberflächlich“ bis „damit seh ich lächerlich aus“. Bis ich mir eingestanden habe, dass ich es probieren möchte und dann, dass es mir richtig Spaß macht.
    (Bei #redmylips bin ich auch dabei. )

  13. Hey 🙂

    was für ein cooler Beitrag! Der Lippenstift steht dir so gut und ich bewundere regelmäßig, wie toll er bei dir aussieht. Oder auch an so vielen anderen, die sich trauen so eine tolle Farbe zu tragen.
    Ich persönlich trage auch gerne Lippenstift, wenn auch nicht gerade knallrot sondern eher dunkelrot. Und selbst das nur selten. Und ja, das liegt vor allem daran, dass ich Angst vor dem habe, was andere denken könnten (oder dass er nach einer Viertelstunde total verschmiert ist und … nicht mehr gut aussieht). Aber das finde ich eigentlich ziemlich schade. Vielleicht kann ich daran ja in Zukunft mal arbeiten. 🙂

    Alles Liebe,
    Maike

    1. Hey Maike!

      Danke dir! Und danke dir noch mehr! Ich fühle mich auch sooo gut mit dem Lippenstift! So unfassbar gut!

      Und auch dunkelrot, kann unfassbar gut aussehen! Und alles andere natürlich auch! D
      Oh ja, die Angst vor dem Verschmieren habe ich auch regelmäßig! 😀

      Und wenn du möchtest, kannst du daran natürlich arbeiten 🙂

      Viele liebe Grüße,
      Anna

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