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Rezension: „Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube“ von Alessia Gazzola

Ein Buch, was mir unangefordert und als völlige Überraschung in den heißen Sommermonaten zugesendet wurde und leider eigentlich gar nicht mein Genre ist. Kann mich ein Buch, was ich gar nicht haben wollte und dessen Genre mir so fern wie kaum ein anderes liegt, überzeugen? Und habe ich vielleicht sogar ein neues Genre für mich entdeckt?


Bibliographische Daten

  • Autorin: Alessia Gazzola
  • Genre: Roman, Italien
  • Verlag: Thiele Verlag
  • Seitenzahl: 268 S.

Kurzbeschreibung

Emma, dreißig, ist klug, hübsch, mit exzellenten Uni-Abschlüssen. Ihr sehnlichster Wunsch: Ein richtiger Arbeitsvertrag bei der Film-Produktionsgesellschaft in Rom, in der sie seit Jahren bei mieser Bezahlung als Praktikantin schuftet. Ihr Traum von Glück: ein Mann wie aus einem Jane-Austen-Roman und eine verlassene Glyzinienvilla, in deren Garten sie sich flüchtet, wenn es ihr schlecht geht. Als die Filmfirma ihren Vertrag nicht verlängert, hört Emma den Klang des Weltuntergang. Allein kämpft sie gegen die Widrigkeiten des Schicksals und stolpert bald schon in eine zauberhafte kleine Kinderboutique…


Vielen Dank an den Thiele Verlag für das unangeforderte Rezensionsexemplar!


cof


Eigene Meinung

POSITIV

  • Absolut leicht zu lesen!

Eine leichte Lektüre über das Leben einer Frau mitten im Leben, mit einer komplizierten Familie und unfassbar vielen Problemen, die sich nach und nach natürlich verschieben. Man fliegt durch diese 250 Seiten durch und kann gar nicht fassen, dass man so schnell durch ist mit der Lektüre des Buches, dass man

  • Eine Geschichte einer hart arbeitenden Frau, die trotzdem nicht alles sofort bekommt

Emma ist tough, Emma hat die besten Abschlüsse und legt sich für ihre Firma wie eine Wahnsinnige ins Zeug. Trotzdem wird sie im Zuge von Kürzungen rausgeschmissen und muss sich einen Job suchen, was sich als wahnsinnig schwierig herausstellt und nicht schnell geht, auch wenn sie ausgezeichnete Abschlüsse hat.

Ein Roman, der mich wieder daran erinnert hat, wer ich bin

Emma muss sich durchschlagen, in mehreren Sinnen, findet neue Freunde, neuen Elan und viel mehr, als sie sich je erträumt hat.

Das finde ich verdammt inspirierend.

  • Ein bisschen Familie, ein bisschen Middle Life Crisis, ein bisschen Romantik

Emma hat eine Familie, die ihre ganz eigenen Probleme hat, ihre Schwester hat Probleme mit ihrem Ehemann, sie liebt ihre beiden kleinen Nichten über alles und ihre Mutter scheint auch Geheimnisse vor ihr zu hegen, die aufgedeckt werden müssen.

Emma verliert ihren Job, findet einen neuen und muss sich entscheiden, wie sie weiter mit ihrem Leben umgeht.

Außerdem bandelt sich da vielleicht etwas an, aber es ist mehr ein Gefühl, was sie nicht zulassen will, da sie genug anderes in ihrem Leben zu tun hat.

Gerade diese Mischung aus allen Themen, die einen Menschen beschäftigen können, seien es Familie, Job oder Beziehung macht diesen Roman so authentisch. Man kann sich direkt mit Emma und ihrem gesamten Leben identifizieren, anstatt nur Teile davon zu erleben oder ein Leben zu sehen, dass nur aus einem Teil besteht.

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  • Der Flair der italienischen Entspannung und des Lebensstils

Ich liebe Italien! Ich fahre fast jedes Jahr in den Urlaub dorthin, ich liebe den Gardasee und will quasi jede Stadt in Italien noch mindestens einmal besuchen!

Ich liebe die Hitze, die Freundlichkeit und die Einfachheit, gepaart mit tollem Essen, einer tollen Atmosphäre und der tollen Mode, ist Italien definitiv ein Ort für mich, an den ich immer und immer wieder kommen werde und immer wieder neue Dinge erleben will und werde!

Und auch, wenn das Feeling ein wenig zwischen den Zeilen versteckt ist, merkt man doch die italienische Esskultur aus diesem Roman heraus, genauso wie die wunderschöne Mode, die in Italien produziert und gerne getragen wird!

Fernweh garantiert!

NEGATIV

  • Zu kurz

Wie schon erwähnt: Dieses Buch hat knappe 250 Seiten, was natürlich nicht wenig ist, aber für eine Middle Life Crisis, mehrere neue Jobs, mehrere Familienkrisen und natürlich eine kleine Romanze einfach viel zu wenig ist.

Dabei konnte ich die schnelle Entwicklung von Geschichte, Nebengeschichte und Charakteren nicht wirklich nachvollziehen, mir fehlten immer wieder Schlüsselinformationen und teilweise war ich auch genervt von der offensichtlich zusammengebastelten Plotstruktur.

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  • Romantik wirkt nicht authentisch (Obwohl es ausdrücklich keine Romanze ist!)

Jajaja, hier geht es nicht um die Liebe. Das wird sogar im Buch selbst gesagt. Immer. Und. Immer. Wieder.

Aber ein wenig Liebe gibt es dann doch und die wirkt so unfassbar gewollt, dass ich fast über die letzte Szene lachen musste und mich gefragt habe, wer denn hier absolut keine Anziehung schreiben kann.

Denn dass die beiden was miteinander anfangen sollten, war von Anfang an klar, aber die Authentizität hat einfach komplett gefehlt. Da konnte ich stellenweise echt nur den Kopf schütteln oder mich über die absolut fehlende Subtilität wundern.

  • Ich konnte nicht emotional in diese Charaktere investieren!

Bei der Kürze dieses Romans ist es wirklich kein Wunder, dass ich mich nicht völlig mit den Charakteren identifizieren konnte. Ich fand einfach keinen Zugang zu diesen Menschen, die eigentlich mitten im Leben stehen sollten. Für mich blieben sie allerdings nicht viel mehr als flache Abziehbilder, die man problemlos mit ihren Problemen hätte austauschen können und das gilt, so leid es mir tut, es sagen zu müssen, für alle Charaktere in diesem Roman, was mich verdammt traurig stimmt, da eigenwillige Charaktere diese Geschichte definitiv zu der ihren hätten machen können.

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Fazit

Ein Buch, was mich überraschen konnte, da ich normalerweise absolut gar nicht in diesem Genre zuhause bin und auch keine Erwartungen an dieses Buch hatte. Ich habe die Geschichte sehr genossen und das Lesen hat mir großen Spaß bereitet. Allerdings war ich ob der Länge und der damit verbundenen relativ oberflächlichen Problemen ein wenig enttäuscht. Der Plot ist natürlich auch nicht völlig neu und innovativ, allerdings spaßig zu lesen. Gesamt kann ich dieses Buch für eine leichte und schnelle Lektüre empfehlen, allerdings nicht für etwas Tiefgreifendes und Lebensveränderndes.

3 von 5 Tintenklecksen!

Ein Gedanke zu „Rezension: „Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube“ von Alessia Gazzola

  1. Hallo liebe Anna, schön wie du die Rezension gestaltet hast mit den vielen Punkten. Man kriegt so auf jeden Fall einen Überblick! Schade nur ist das Buch nicht so, wie erwartet. Ich mag solche Bücher, die eigentlich nichts aussagen nicht wirklich!
    Finde es aber toll, dass du es zu Ende gelesen und rezensiert hast!
    Hab einen tollen Tag!

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