„Talus – Die Hexen von Edinburgh“ von Liza Grimm | Rezension

 Eine neue Rezension zu einem Hexen-Roman! Nachdem ich vor ein paar Jahren das Debüt von Liza Grimm rezensiert habe, geht es dieses Mal um dem Auftakt ihrer neuen Reihe „Talus“, dessen Cover eben genau den erwähnten Talus-Würfel zeigt!

Dieses Buch hat mich absolut von sich überzeugt, ich bin riesiger Fan der Reihe geworden und musste es an einem Tag durchsuchten! Warum ich so begeistert bin, könnt ihr in dieser Rezension nachlesen!


Bibliographische Daten

  • Autorin: Liza Grimm
  • Genre: Fantasy, Abenteuer, Mystery
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Seitenzahl: 346 S.
  • ISBN: 978-3-426-52628-6

Kurzbeschreibung

 Manchmal findet uns unsere Bestimmung erst, wenn wir nicht mehr nach ihr suchen.

Eine skeptische Studentin, die plötzlich einem echten Geist gegenübersteht.

Ein begabter Tarotleger, der sich vor der Zukunft fürchtet.

Eine junge Hexe, die ihre Begabung verflucht.

Ein stolzer Wasserhexer, der die Wahrheit sucht.

Sie alle haben einen Herzenswunsch – und als das sagenumwobene Artefakt Talus auftaucht, scheint die Erfüllung ihrer größten Träume zum Greifen nah. Aber ein so mächtiger Gegenstand ruft auch böse Kräfte auf den Plan. Und je näher sie Talus kommen, desto dunkler werden die Geheimnisse, die das Artefakt enthüllt.


Vielen Dank an den Droemer-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

POSITIV

  • Die Welt, die uns „Talus“ eröffnet

Ich muss zugeben, dass ich nicht viel Bücher über Hexen und Hexer in meinem Regal stehen habe. Das hat mehrere Gründe, der wichtigste ist aber, dass mir die Geschichten nie wirklich Spaß gemacht haben und ich immer das Gefühl hatte, dass sie noch nicht fertig sind. Aber bei dieser Geschichte war das ganz und gar nicht so. Man taucht nicht sofort in diese Welt voller verschiedener Magie und verschiedener Hexen ein, sondern nähert sich dieser über die Studentin Erin, die Geistertouren durch Edinburgh veranstaltet. Ich fand Erin von Anfang an sympathisch, auch wenn ich ihr nicht immer zustimmen kann. Allerdings tut sich hier eine Welt auf, die unendlich wirkt, sich aber trotzdem immer noch weiter entfalten kann. Man hat auch nach Lesen des Buches das Gefühl, dass sich überall weitere Dinge in den unterirdischen Hexenhöhlen oder selbst in der Menschenwelt verstecken können. Dieser Weltenbau wird mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen!

  • Ambivalente Charaktere, die sehr viel Spaß machen zu lesen

Wir lernen vier Charaktere lernen, die uns durch das Buch führen und die auch schon in der Inhaltsangabe beschrieben wurden. Dabei ist Erin das Verbindungsstück zu der uns bekannten Welt und die drei anderen sind Hexen und Hexer, die jeweils ganz eigene Ziele verfolgen. Ich fand es besoners schön, wie sich nicht alle sofort zu einem Team zusammengetan haben, sondern sich nur manchmal widerwillig über den Weg laufen und wie jeder die Geschichte auf seine oder ihre Weise voranbringt. Außerdem sind sie nicht alle auf nett getrimmt, sondern teilweise wirklich unmöglich, von Hass erfüllt, rachsüchtig oder egoistisch und narzisstisch. Niemand ist hier perfekt und genau das macht die Spannungsverhältnisse zwischen ihren Positionen zu grandiosem Zündstoff für die Geschichte.

  • Es ist so spannend und actiongeladen!

Grob kann man sagen, dass ich jedes Mal, wenn es etwas ruhiger wurde, hinterrücks von einer Action-Szene überrascht wurde, die mich wieder völlig in den Bann des Buches gezogen hat. Und dabei hatte ich nur manchmal das Gefühl, dass die Geschichte zu schnell gezogen wird und ich nicht genug Zeit habe, alles zu verdauen und zu verarbeiten. Die Action ist mitreißend, bringt die Story voran und ist immer an den richtigen Stellen im Spannungsbogen gesetzt!

  • Unerwartete Gewalt, die gut eingesetzt wird

Ich will jetzt nicht unnötig spoilern, ich möchte nur erwähnen, dass es in diesem Buch teilweise Gewalt gibt, bei denen mir fast die Augen aus dem Kopf gefallen sind. Auch eklige und gruselige Beschreibungen treffen voll ihr Ziel und ich konnte mir sofort alles bildlich vorstellen. Ich finde es sehr krass, denn ich hätte von dem Buch eher erwartet, dass es Gewalt umgeht oder in letzter Sekunde Auswege findet, aber die Geschichte legt regelmäßig den Finger direkt in die Wunde.

  • Wunderwunderschöne Prosa!

Ich finde auch, dass die Prosa und die Beschreibungen, die immer wieder durchklingen und in kleinen Sätzen versteckt sind, wirklich grandios sind und das Gefühl und die Spannung der Story sehr sehr gut vermitteln können. Denn im Kern ist es eine Geschichte über Sehnsüchte und wie viel Menschen (und Hexen) dafür tun, diese erreichen zu können. Und dieses Gefühl wird durch die Prosa gehoben und hervor gehoben.

  • Die Weiterentwicklung seit dem Debüt!

Eine kleine letzte Sache: Ich habe auch schon das Debüt der Autorin rezensiert. Sie schrieb vor ein paar Jahren nämlich „Die Götter von Asgard“ und damals hatte ich noch viel an der Story und vor allem am Weltenbau auszusetzen. Dementsprechend waren meine Erwartungen nicht allzu hoch und ich wurde sowas von überrascht und mir wurde der Boden unter den Füßen weggezogen! Gerade der Weltenbau, die Satzstruktur und der eigentliche Spannungsbogen haben sich so sehr verbessert, dass ich genau diese beiden Bücher hochheben will als Beispiel von dem Potential, was in vielen Autor*innen für gute Geschichten steckt!

NEGATIV

  • Der Start war ein bisschen langsam

Nach den ersten 40 Seiten hatte ich das Buch wegen vielen Gründen erstmal zur Seite gelegt. Es startete langsam und erklärte und vordergründig Erins Leben in Edinburgh und ihren Job als jemand, der die Vaults (also Grüfte) unter Edinburgh als Geistertouren vorstellt. Daher dachte ich, dass das Buch eher ruhig verlaufen würde und war nicht ganz überzeugt. Allerdings blicken wir gleich danach einmal in die Hexenwelt und ab da musste ich das Buch in einem durchsuchten!

  • Manchmal sieht man das Gerüst der Geschichte durchschimmern

Vielleicht ist dies auch ein Punkt aus Bloggerperspektive. Also Meckern auf hohem Niveau. Aber wenn ich mich richtig in Welten fallen lassen kann, kommen mir diese so vor, als würden sie wirklich existieren, als könnte ich in ihnen laufen und mich selbst zurechtfinden. Manchmal sah ich in Talus die Ränder der Welt aufblicken. Ein bisschen, wie wenn ein Pulli zerfranst. Und teilweise konnte ich auch klar den Szenenaufbau erkennen und sehen, wohin was führen sollte.

Ich hab doch gesagt, es ist Meckern auf hohem Niveau, oder?


Fazit

4.5 von 5 Tintenkleckse

Ich gebe diesem Buch fast die volle Punktzahl, weil ich denke, dass noch Potential da ist, diese Geschichte noch geiler, noch größer, noch besser zu machen. Ich habe dieses Buch geliebt und es an einem Tag verschlungen! Da ich nur kleine Anmerkungen habe und mir vor allem die Düsterkeit, die ambivalenten Charaktere, die schnelle Story und die gewaltige Action so gut gefallen haben, sehne ich mich schon nach dem zweiten Teil!

(Ach ja. Leseempfehlung für alle, die Hexen, Magie oder spannende Rätselgeschichten mit überraschenden Wendungen auch nur ansatzweise gut finden!)

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