„Lifehack“ von June Perry | Was ist, wenn ein Androide dein Leben übernimmt? | Rezension

 Dieses Jugendbuch beschäftigt sich mit einem Thema, welches ich total spannend finde: Wie würde es aussehen, wenn eine künstliche Intelligenz auf einmal dein Leben übernehmen wollen würde und sich in jede Facette deines Lebens einschleicht?

Diese spannende Prämisse hat „Life Hack“ von June Perry, einer deutschen Jugendbuch-Autorin. Aber kann das Buch wirklich zu seiner tollen Prämisse stehen? Lest meine Rezension, um es herauszufinden!


Bibliographische Daten

  • Autorin: June Perry
  • Genre: Jugendbuch, Sci Fi
  • Verlag: Arena
  • Seitenzahl: 361 S.
  • ISBN: 978-3-401-60497-8

Kurzbeschreibung

 SIE ist nur eine Software. Aber SIE will fühlen. SIE will lieben. SIE will leben.

Als Ellie ihre Mitschülerin Ada kennenlernt, wird sie in einen gefährlichen Albtraum hineingezogen. Die Neue sieht Ellie nicht nur verblüffend ähnlich, sie steht auch noch auf den gleichen Look… und denselben Jungen! Mehr und mehr drängt sich Ada in Ellies Leben. Doch Ellie ahnt nicht, wen sie zum Feind hat. Ada ist eine Künstliche Intelligenz. Und die will leben – sie will Ellies Leben!


Vielen Dank an den Arena-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

POSITIV

  • Man konnte das Buch sehr schnell lesen!

Es könnte sein, dass ich dieses Buch an einem Tag durchgesuchtet habe, denn ich fand es einfach so unfassbar gut zu lesen! Man konnte einfach so durch die Seiten durchfliegen und wurde einfach in das Buch gesogen! Das fand ich mega spannend und teilweise lag dies auch daran, dass ich echt viele Kritikpunkte hatten, aber ich wollte bei diesem Jugendthriller unbedingt wissen, wie es ausgeht und da der Schreibstil auch noch so schön flüssig war, ging das alles ruckzuck! Ich finde, dass es immer ein sehr schönes Zeichen ist, wenn man ein Buch geradezu durchsuchtet!

  • Ich fand den Vater sehr sehr cool!

Der Vater der Protagonistin arbeitete bei einer großen Tech-Firma, hat sich dann allerdings etwas verkleinert und arbeitet nun als jemand, der in der Mall den ganzen Servicerobotern hilft, wenn sie kaputt gehen oder ein neues Aussehen brauchen. Er kümmert sich wirklich liebevoll nicht nur um die Androiden, sondern auch um seine Tochter und versucht, ihr so viel mitzugeben und so viel zu verzeihen, wie es geht, denn sie leiden beide darunter, dass Ellies Mutter gestorben ist. Ich finde ihn sehr toll, gerade, da er auch in einem späteren Teil als sehr umsichtig und besonnen und doch sehr clever beschrieben wird!

Und es ist eine schöne Abwechslung, wenn Eltern in Jugendbüchern mal nicht komplett abwesend sind, sondern eben auch mal eine größere emotionale Rolle spielen!

  • Ich mochte die schnelle Entwicklung des Plots! (Und den letzten Plottwist!)

Der Plot entwickelt sich hier wirklich wahnsinnig schnell und mit einem wird nicht gespielt oder Gespräche viel zu lange herausgezogen! Ich finde es sehr sehr spannend, wenn Jugendbücher so schnell vonstatten gehen. Außerdem spielte das Buch in der Schule, aber es wurde fast gar keine Zeit darauf verschwendet, wirklich zu beschreiben, was in der Schule passiert. Wir haben uns also all das unnötige Highschool-Drama gespart und sind direkt zu dem gekommen, was für die Geschichte am wichtigsten war!

Außerdem fand ich den allerletzten Plottwist in diesem Buch wirklich genial und dachte schon die ganze Zeit an etwas ähnliches, allerdings war ich dann doch ziemlich positiv überrascht! (Mehr kann ich dazu natürlich nicht sagen, ohne massiv zu spoilern!)

NEGATIV

  • Künstliche Intelligenz wurde nicht richtig verstanden

Das ist eigentlich mein größtes Problem mit diesem Buch: Es versteht nicht, wie künstliche Intelligenz funktioniert und wie sie funktionieren würde, wenn sie sich tatsächlich zu einer Art singulären Entität weiterentwickeln würde! Denn die Androidin in diesem Fall sieht einfach nur ein Mädchen und möchte direkt werden wie das Mädchen. Die Motivation dahinter bleibt mir bis zum Ende sehr unklar. Denn niemand gibt ihr den Befehl dazu. Außerdem agiert sie entweder wie ein totaler Psychopath oder wie ein Mädchen, was ein paar menschliche Sprichwörter und Gepflogenheiten nicht kennt, ansonsten aber völlig normal ist. Eine gerade „erwachte“ AI wäre absolut nicht in der Lage, sich so flawless an menschliche Gesellschaft anzupassen. Das würde jede Rechenkapazität sprengen in einem Roboter, der nur dafür ausgelegt ist, Menschen zu bedienen. Dieser würde nicht alle menschlichen Features implementiert haben.

Außerdem sagen ganz viele von den Charakteren ständig, dass Service-Roboter, die beispielsweise die Bedienung in einem Restaurant übernehmen, nur Routinen abspielen und Dinge wiederholen. Allerdings können diese Roboter alleine agieren, sie antworten in begrenzten Möglichkeiten auf das bezogen, was die Menschen ihnen sagen und führen das Gespräch weiter. Das ist defintiv ein selbstlernender Roboter. Das hat nichts mit stumpf Befehler ausführen zu tun.

  • Die Protagonistin ist unfassbar schlimm

Ich fand Ellie mehr als schlimm. Ellie erweist sich als total stur, eine riesige Bitch zu ihrer Freundin und immer wieder einfach ziemlich dämlich. Sie kehrt sich einen Dreck darum, was ihre Freundin von ihr denkt und wie sie mit allem klarkommt und sie ist einfach nur gemein zu ihr. Ihren Vater nimmt sie auch nicht ernst und meint zwar, sie würde ihn lieben, ist aber auch zu ihm teilweise einfach nur absolut gemein. Außerdem ist sie die ganze Zeit total abweisend gegenüber Robotern, denn die sind ja „total dumm und können nur programmierte Schleifen befolgen“ (was totaler Bullshit ist, btw) und benimmt sich sehr abfällig gegenüber quasi jedem, den sie trifft. Ich fand sie teilweise unausstehlich, weil sie auch immer so tat, als würden gewisse Dinge ihr einfach zu stehen, die definitiv genau das nicht taten.

Ellie als Protagonistin hat mich so einige Haare gekostet.

  • Ich fand auch die Liebesgeschichte nicht glaubwürdig

Das was ich fast am schlimmsten fand: Ellie fand einen Jungen gut, hatte aber nichts mit ihm am Laufen. Als Ada dann in die Schule kommt und diesen Jungen kennenlernt, flippt sie völlig aus und sagt ihr, sie hätte ihn von ihr gestohlen, was ja…eh…sehr seltsam ist. Außerdem gehen Ada und der Typ auf ein Date und während ich ihn sehr süß fand, hat Ada einfach überhaupt nichts verstanden, war die ganze Zeit sehr still und kalt und meinte dann plötzlich, dass sie jetzt weiß, wie sich echt Liebe anfühlt. Was ja wohl totaler Bullshit ist, wenn vorher die ganze Zeit betont wurde, dass sie eigentlich keine Emotionen hat.

  • Die „Revolution“ gegen die Roboter war sehr plötzlich und ich habe sie nicht abgekauft

Etwa gegen Ende des Buches passiert eine „Revolution“, die wohl das ganze Buch über angedeutet werden sollte, allerdings so sehr aus dem Nichts kam, dass es mich wirklich völlig überrumpelte und ich dort so saß: WHAT? WARUM? Was ist der Anlass? Aber offensichtlich hat eine radikale Gruppe einfach beschlossen jeden Roboter aus dem Leben zu entfernen (auch Staubsauger-Roboter, wtf) hat das nationsweit gemacht und ALLE Menschen haben irgendwie sofort mitgemacht? Ist ja nicht so, als hätten sie vorher alles aus ihren Häusern streichen können oder gewisse Einrichtungen einfach NICHT benutzen können. Auf jeden Fall fand ich diese Revolution ohne vorhergehende Proteste oder ähnliches total überflüssig und seltsam und als sollte es einfach nur ein dystopisches Szenario heraufbeschwören.


Fazit

Leider konnte mich dieses Buch nicht von sich überzeugen. Ich fand die Entwicklung der Charaktere nicht gut und die Spannung war auch nicht super ausgebaut. Ich würde sagen, dass ich zwar ein paar Aspekte mochte und sich das Buch auch gut runterlesen ließ, mir die Protagonistin aber nicht gefiel und mir generell das Gefühl gab, in ihrer Geschichte nicht willkommen zu sein. Außerdem fand ich den Plot und die Technik ein wenig unausgereift.

2 von 5 Tintenkleckse

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