„Life Undercover“ von Amaryllis Fox | Undercover in der CIA? | Rezension

 Ein Buch, welches mich sofort angesprochen hat und welches ich umgehend haben musste! „Life Undercover“ erzählt die Geschichte einer CIA-Agentin in der geheimsten Einheit der CIA: Terrorismusbekämpfung. Amaryllis Fox hat fast 10 Jahre in der CIA gearbeitet – teilweise mit einem Kleinkind – und erzählt von ihren Lektionen und wie sie unter diesen absolut zermürbenden Bedingungen ein Leben führen konnte.


Bibliographische Daten

  • Autorin: Amaryllis Fox
  • Genre: Biographie
  • Verlag: Hanser
  • Übersetzerin: Elisabeth Liebl
  • Seitenzahl: 265 S.
  • ISBN: 978-3-446-26422-9

Kurzbeschreibung

 Als Undercover-Agentin bei der geheimsten Eliteeinheit der CIA

„Ich bin hier, um einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag zu verhindern. Einen, der Kinder töten wird. Ich bin allein und einsatzbereit in dem Land, in dem mein Kollege entführt und geköpft wurde. Jede Stunde, die ich abwarte, ist eine Stunde mehr, in der etwas fürchterlich schiefgehen kann – für den Informanten, der meinen Aufenthaltsort kennt, für die Quelle, die mir helfen soll, den Anschlag abzuwenden, für uns, wenn die Bombe vielleicht doch hochgeht.“

Fast zehn Jahre arbeitet Amaryllis Fox in der Terrorismusawehr der CIA. Ihr überwältigendes Memoir ist politisch und hochspannend, die elektrisierende Lebensgeschichte einer jungen Frau, die für eine bessere Zukunft kämpft.


Vielen Dank an den Hanser-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

POSITIV

  • Ihre Kindheit fand ich faszinierend beschrieben!

Diese Autobiographie fand ich wirklich wunderbar, weil sie auch in die Kindheit versetzt und wir hautnah mitbekommen, wie sehr einen eine kaputte Familie prägen kann und wie sehr einen auch Privilegien durchs Leben begleiten können. Ich liebe es sehr, mit wie viel Hingabe sie ihre Geschwister und ihre Großeltern beschreibt und wie viel Platz sie ihren Gefühlen zu ihrem Großvater, ihrem Vater, ihrer Mutter und ihrem Bruder einräumt. Das ist definitiv nicht einfach, aber dabei noch sehr mitnehmend geschrieben!

  • Auch welche Lektionen sie durch welche Einsätze gelernt hat, fand ich wundervoll

Amaryllis Fox schreibt nach ihren Einsätzen immer ein wenig darüber, was sie aus den jeweiligen Einsätzen mitgenommen hat und diese Feststellungen fand ich immer sehr inspirierend und schön aufgemacht! Ich finde es generell super, wenn sich ein gewisses Thema durch das ganze Buch zieht und hier wurde dies definitiv umgesetzt und das auch noch sehr gut!

Auch darüber, wie sie immer wieder neue Bedeutungen in Dingen findet, von denen sie glaubte, längst die volle Wahrheit erfasst zu haben, ist wirklich grandios und schön gemacht!

  • Man muss diese Frau einfach bewundern

Amaryllis Fox ist eine Frau, die man einfach bewundern muss. Wenn man liest, wie ihre Kindheit teilweise abgelaufen ist, muss ich sagen, dass es mich überhaupt nicht wundert, dass sie Menschen in schwierigen Situationen helfen und Schlimmeres verhindern wollte. Aber diese Frau hat ihr eigenes Leben für über 10 Jahre hinten angestellt, um die Erde zu einem klein wenig besseren Ort zu machen für alle. Und das auf unzähligen Wegen und teilweise noch mit einem kleinen Kind an ihrer Seite, dass sie unter Überwachung groß ziehen musste. Wenn man sieht, was diese Frau alles freiwillig aber doch im Dienste ihres Landes auf sich genommen hat, kann ich nur Chapeau sagen und sie sehr sehr bewundern.

  • Wie cool ist es bitte, jetzt ein wenig Einsicht in die CIA zu haben?

Das ist natürlich eine sehr persönliche Sache, aber ich liebe es absolut, jetzt mehr über die inneren Abläufe der CIA zu wissen! Ich weiß vom Verlag, dass es sogar ein paar Probleme mit den Rechten gab und einige Dinge herausgeschnitten werden mussten, damit dieses Buch veröffentlicht werden konnte. Aber Geheimdienste sind einfach etwas, was mich total fasziniert und obwohl ich jetzt nur die Abläufe eines sehr kleinen Parts kenne, finde ich es absolut genial und fand die Arbeitsstrukturen in diesem Buch auch ziemlich gut zusammengefasst und beschrieben!

NEGATIV

  • Teilweise zu unemotional

Leider fand ich das buch gerade zum Ende hin ziemlich unemotional beschrieben, gerade wenn es um emotionale Ausnahmesituationen ging, wie zum Beispiel mit ihrem Kind. Ich finde das sehr schade, denn dort hätte der Leser wirklich etwas mitnehmen können, aber es wurde großteils einfach nur runter erzählt und große emotionale Entscheidungen einfach in zwei Sätzen abgehandelt, anstatt diese gut zu besprechen oder auch einmal zu reflektieren, wieso man diese Entscheidung traf.

Es hat mich leider sehr daran gehindert, mit ihr mitzufühlen.

  • Teilweise zu schnelle Zeitsprünge

In diesem Buch nimmt eine Zeitspanne von 6 Jahren einmal fast so viel Seiten ein wie die Beschreibung eines Trainingscamps über 6 Monate. Und mit etwa gleich viel Sorgfalt wird dann über die Dinge berichtet, die dort passierten – nämlich nicht. Es hat mich sehr traurig gemacht, dass gerade in den letzten paar Jahren ihrer Tätigkeit sich irgendwie alles nur noch nach einer Beschreibung eines Zeistrahls angefühlt hat und viele Entwicklungen ihrer Persönlichkeit oder ihrer Familie einfach zu kurz kamen oder zu schnell abgehandelt wurden oder sich dann doch wieder ins Gegenteil verschoben haben.

Es hat mir ohne geeignete Übergänge einfach nicht ermöglicht, mit dem Wachstum dieser Person mitzukommen, ihre Gedanken richtig nachzuvollziehen und mit ihr mitzufühlen, weil ich das Gefühl hatte, dass teilweise große Veränderungen in der Denkweise drastisch übersprungen wurden oder dem Leser einfach nicht mehr gezeigt wurden.

  • Ich habe teilweise das Interesse verloren, weil es mir zu technisch klang

An manchen Stellen – gerade in der Mitte – habe ich schnell das Interesse verloren, weil ich gemerkt habe, dass mir die Beschreibungen teilweise sehr technisch vorkamen und ich mich fast wie in einem Breefing oder einem Meeting vorkam. Es hat sich ein wenig angefühlt, als würde man nur seine Erinnerungen runterrattern und das führte dazu, dass ich teilweise für etwa 2-3 Seiten das Interesse verlor und nur noch quergelesen habe. Dann wurde es wieder spannend und hat mich richtig gefesselt. Aber diese paar Seiten zwischendurch, wo alles nur vorhersehbar war oder mir ihre Schilderungen entweder zu langweilig waren oder zu weit vom Thema abgingen, die waren ein paar Mal da und haben mir das Leseerlebnis ein wenig vermiest.


Fazit

Ich fand das Buch zwar spannend geschrieben, komplett abholen konnte es mich aber leider nicht. Ich fand ihre Schilderungen teilweise einfach zu unpersönlich, teilweise verging mir zu viel Zeit, ohne dass ich gewusst hätte, was in dieser Zeit passierte. Es hat mir aber definitiv geholfen, etwas mehr über Geheimdienste zu erfahren und diese Geschichte war sehr spannend für mich!

3,5 von 5 Tintenkleckse

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