Comedy und SciFi? | „Der Metropolist“ von Seth Fried | Rezension

Ein Buch über einen Beamten für Häuser- und Städtebau, der sich mit einer künstlichen Intelligenz zusammentun muss, um eine Entführung der Tochter des Bürgermeisters aufzuklären? Und das auch noch gemischt mit vielen Fakten über Städtebau und einer wunderbaren Mischung aus Sarkasmus und Galgenhumor? Klingt doch eigentlich großartig!

Allerdings konnte mich dies alles nur halb überzeugen. Wieso und warum, das könnt ihr heute in der Rezension nachlesen!


Bibliographische Daten

  • Autor: Seth Fried
  • Genre: Science Fiction, Roman
  • Verlag: Heyne
  • Übersetzerin: Astrid Finke
  • Seitenzahl: 317 S.
  • ISBN: 978-3-453-32014-7

Kurzbeschreibung

Pulp Fiction meets Science Fiction

Metropolis ist die strahlende Stadt der Zukunft, der wahr gewordene amerikanische Traum. Henry Thompson, ein pflichtbewusster Beamter der Verkehrsbehörde, ist dafür zuständig, dass das auch so bleibt. Als die Tochter des Bürgermeisters verschwindet und Anschläge die Stadt erschüttern, beginnt Henry zu ermitteln – allerdings auf seine Art: korrekt und regelkonform. Wäre da nicht OWEN, die Künstliche Intelligenz seiner Behörde, die man ihm zur Seite gestellt hat. OWEN säuft, raucht und schert sich einen Dreck um Vorschriften. Doch um Metropolis zu retten, müssen sich Henry und OWEN wohl oder übel zusammenraufen …


Vielen Dank an den Heyne-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

POSITIV

  • Die beiden Ermittler harmonieren absolut super miteinander!

Ich finde die Kombination aus einem Beamten, der sehr pedantisch Regeln einhalten will, und einer künstlichen Intelligenz, die sich selbst sabotiert und eigentlich total chaotisch operiert, klingt absolut super! Und sie ist es auch! Am Anfang können die beiden sich natürlich absolut nicht ausstehen und sind sich selbst eigentlich nur im Weg und verstehen die Vorgehensweisen des jeweils anderen nicht. Allerdings wärmen sie sich gegenseitig ein wenig auf und sind nach einer Weile ein Team, was zwar immer noch verschiedene Herangehensweisen hat, aber doch super miteinander harmoniert und sogar eine Art Freundschaft miteinander schließt. Dies fand ich ein toll gestaltetes Ermittlerduo!

  • Ich finde den Humor eigentlich super!

Wie ich schon in der Einleitung geschrieben habe, finde ich den trockenen Humor, der entsteht, wenn man eine exzentrische Persönlichkeit und eine sehr konforme Persönlichkeit aufeinander loslässt, ziemlich toll und bin auch immer wieder ein Fan davon, solche Duos zu erleben und über die Situationskomik zu lachen. Und auch hier gab es immer wieder Momente, die ich ziemlich cool, ikonisch oder auch einfach lustig fand! Das war sehr gut geschrieben und manche Witze der künstlichen Intelligenz OWEN haben wirklich viel Spaß gemacht!

  • Es gibt viele gute Theorien zur Weiterentwicklung der Gesellschaft

Das, was ich an diesem Buch wohl besonders hervorhheben will, ist wie viele Gedanken und Ausarbeitungen es hier drin darüber gibt, wie sich wohl in naher Zukunft das Leben und Wohnen der Menschen abspielen wird. Denn hier drin wird das Prinzip der Mega City erklärt, in der mehrere Zehn Millionen Menschen leben und die natürlich dementsprechend effizient laufen und kalkulieren muss. Es wird zu einem richtigen Sport, welche City am effizientesten arbeitet und bessere neue Konzepte vorweisen kann. Ich finde es absolut faszinierend wie gleich und doch anders die Lebensweise in diesen Citys ist und wie viel sich verändern kann, wenn man nur die Bahnlinien ein bisschen ändert oder verschiebt. Es ist klasse, dass sich so viele Gedanken zur Weiterentwicklung der Städte und der dementsprechenden Versorgung gemacht wird und auch, wem dies am allermeisten nützen kann! Alleine dafür ist dieses Buch ziemlich einzigartig!

NEGATIV

  • Der Humor zündete einfach nicht für mich

Ich finde es eigentlich immer erfrischend, wenn Autor*innen sich dazu entschließen, ihre Bücher mit Humor noch schmackhafter für den Leser zu machen. Denn egal, was passiert, wenn der Erzähler oder der Protagonist noch über sich selber lachen kann, macht es alles sehr viel besser. Allerdings zündeten für mich die meisten Pointen in diesem Buch einfach nicht, was ich selber sehr schade fand. Vor allem, weil es meistens so offensichtlich war, dass ich an dieser Stelle hätte lachen sollen, dass ich mich fast schon fremdgeschämt habe. Wie wenn jemand in der Öffentlichkeit einen schlechten Witz macht und man ihn so schlecht findet, dass man sich vor Scham windet, weil diese Person ihn viel zu laut ausspricht.

  • Ich fand es so langweilig, dass ich ganze Seiten übersprungen habe

Ich habe das Buch im Urlaub gelesen und daher eigentlich massig Zeit und Energie gehabt, mich diesem Buch in Ruhe zu widmen. Aber es war einfach auch in diesem Szenario mega langweilig und ich konnte einfach nicht anders, als immer wieder Seiten zu überspringen, zu Dialogen vorzuspulen, durch Kampfszenen nur durchzuskippen und mich immer wieder darüber aufregen, dass eigentlich überhaupt keine Spannung aufgebaut wurde, obwohl die einzelnen Szenen eigentlich vor Spannung platzen sollten. Ich fand es wirklich öde, teilweise sogar schon ein wenig vorhersehbar und trotzdem eigentlich noch ein wenig gut geschrieben, sodass ich durch das viele Skippen und Querlesen nicht komplett den roten Faden verlor.

  • Der Plottwist war mir zu vorhersehbar

Am Ende gab es natürlich einen großen Plottwist, der alle aus den Socken hauen sollte. Tat er natürlich überhaupt nicht. Also gar nicht. Ich sah den Plottwist schon eine Meile vorher, obwohl ich das Buch nicht sehr aufmerksam las und man kann sich vorstellen, dass die Polizei doch eigentlich schneller hätte sein müssen, als ich als Leser. Ich finde es schade, dass dann noch nicht mal guter Witz darin verarbeitet war, sondern eigentlich nur noch ein „hmmm, aha, oke, die sind also die Bösen. Aha, ok, super, verstehe“ übrig blieb. Schade eigentlich, vor allem, weil die allerletzte Reaktion sehr cheesy und kitschig war und in seiner Qualität einfach enttäuschend war.


Fazit

Dieses Buch klang so toll, als müsste ich es unbedingt sofort haben! Und gerade der trockene Humor, das verknöcherte Beamtentum und der scharfe Kontrast zwischen dem und der lockeren künstlichen Intelligenz hat teilweise schon für Lacher gesorgt und einige großartige Gedanken über das zukünftige Planen und Bauen von absoluten Mega-Citys waren auch in diesem Buch versteckt. Allerdings fand ich das Buch so dermaßen langweilig, dass ich ab der Hälfte die Seiten nur noch überflogen habe und der Humor wirklich nicht zu mir durchgedrungen ist. Daher nur eine okaye Bewertung für dieses Buch, was für Leute mit dem richtigen Humor bestimmt sehr schön sein kann.

3 von 5 Tintenkleckse

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