„Critical Role“, „Isola“, „Magus of the Library“ und „Given“ | Rezensionen von Mangas und Comics!

Heute gibt es mal wieder mehrere Rezensionen!

Es geht heute um vier Bücher! Darunter zwei Comics und zwei Mangas. Und die Themen sind wieder weit gestreut zwischen Fantasy, Sci-Fi, Musik, Büchern, fantastischen Fabelwesen und Rollenspiele! Da findet doch bestimmt jeder was für sich!



Bibliographische Daten – Critical Role: Vox Machina – Origins

  • Autoren: Matthew Mercer, Matthew Colville
  • Zeichnungen: Olivia Samson, Chris Kawagiwa, Chris Northrop, Travis Ames, Cassie Anderson
  • Genre: Fantasy, RPG, Rollenspiel
  • Verlag: Cross Cult
  • Übersetzerin: Lea Heidenreich
  • ISBN: 978-3-95981-609-0

Kurzbeschreibung

Ein merkwürdiger Fluch plagt die Bewohner der Hafenstad Stilben. Die Alten und Schwachen erkranken, Kinder kommen ohne den Willen zu Leben zur Welt. Die Zwillinge Vex’ahlia und Vax’ildan, zwei Halbelfen auf der Suche nach Gold und Abenteuern, gehen der Sache auf den Grund. Doch um das Rätsel um Stilben zu lösen, werden sie Hilfe benötigen…

Die Ursprungsgeschichte der Abenteurergruppe Vox Machina!


Vielen Dank an den Cross Cult-Verlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares!



Eigene Meinung

Ich muss gestehen, dass ich die Origins – also die Herkunft, höhö – dieses Comics nicht kenne. Ich weiß, dass dies ein Rollenspiel ist, was online von ein paar Leuten gespielt wird und nun in eine “reale” Geschichte auf dem Papier umgewandelt wird.

Dieser erste Band von “Vox Machina” soll uns erklären, wie die Helden, die alle so heiß verehren, sich kennengelernt haben und wie sie sich zu einem mehr als dysfunktionalen Haufen zusammengerottet haben.

Ich finde es total toll, wie sie das in diesem Comic angegangen haben.

Wir lernen sechs Mitglieder der Gruppe kennen und diese treten schon vorher in kleinen Teams auf oder kennen sich untereinander aus anderen Unternehmungen. Grob geht es hier darum, dass ein kleines Dorf verflucht ist und Menschen immer wieder in einem Sumpf verschwinden. Was eine einfache Mission für die beiden Zwillinge Vex’ahlia und Vax’ildan sein könnte, wird aber schon bald viel größer und sie müssen sich mit mehreren ungebetenen Gästen und der Kanalisation herumschlagen. Wir treffen außerdem Zwerge, Orks, eine Elfe und einen Drachenmagier! Und ich finde nicht nur den Zeichenstil wunderschön und generell sehr gut für ein Fantasy-Setting, sondern ich habe auch noch gleich alle unsere Protagonist*innen ins Herz geschlossen.

Trotzdem den ganzen Comic über die “Bösen” eigentlich immer mehr diffus und im Hintergrund bleiben und auch nicht viel über die Welt erzählt wird, in der wir uns bewegen, wird sich mehr auf Klischees der Fantasy verlassen und darauf, dass der Leser schon so halbwegs versteht, was eine Stadtwache und ein König ist.

Hier wird sich eher darauf fokussiert, dass man die Charaktere entwickelt, diese mit Zügen ausstattet und von Anfang an klar stellt, wer welchen Part in der Gruppe übernehmen könnte und wieso sich nicht alle unfassbar lieb haben, aber trotzdem als Team mega gut zusammen arbeiten können. Ich liebe es, wie viel Zeit hier auf Gespräche, auf die Beziehungen der Helden zueinander und auf die Entwicklung der Gruppendynamik gelegt wurde, denn genau von solchen Dingen lebt und floriert Rollenspiel in seiner reinsten Form!

Hier merkt man gleich, dass hinter jedem Charakter ein klares Konzept steht und dass die großteils vorherrschende Hassliebe zwischen den Charakteren schon alt ist und sich so sehr eingespielt hat, dass sie von Anfang an eigentlich nur funktionieren muss.

Trotzdem funktioniert jeder Charakter auch für sich alleine und hat seine eigenen Schwächen, Stärken und Hintergründe, die ihn antreiben. 


Fazit

Ein sehr schön gezeichneter Comic, der viel Zeit auf die Bildung der Beziehungen zwischen den Protagonisten verwendet, dabei eine magische und grausame Welt aus dem Hut zaubert und definitiv Lust auf mehr Abenteuer mit dieser genialen Truppe aus zusammengewürfelten Charakteren macht!

4 von 5 Tintenkleckse


Bibliographische Daten – Isola 01

  • Autor: Karl Kerschl, Brenden Fletcher
  • Zeichnungen: Karl Kerschl, Msassyk
  • Genre: Fantasy, Graphic Novel, Comic
  • Übersetzerin: Monja Reichert
  • Verlag: Cross Cult
  • ISBN: 978-3-95981-358-7

Kurzbeschreibung

Die Königin von Maar wird mit einem bösen Fluch belegt und muss mit der Anführerin ihrer königlichen Garde aus der Hauptstadt fliehen. Um Olwyn zurück auf ihren Thron zu bringen und das ganze Königreich vor einem drohenden Krieg zu bewahren, bleibt Captain Rook keine Wahl … sie muss mit Olwyn nach Isola reisen. Einzig auf der sagenumwobenen Insel, dem Land der Toten, liegt ihre letzte Hoffnung.


Vielen Dank an den CrossCult-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

Ich habe “Isola 01” nicht von der Geschichte her angefragt, sondern alleine vom Cover. Und genau deshalb war ich so geflasht, als ich das allererste Mal die erste Seite von diesem unfassbar schönen Comic aufgeschlagen habe.

Jede Seite verschlägt mir immer wieder den Atem. Es ist als würde man ein Buch voller kleiner Meisterwerke durchblättern und immer wieder völlig erstaunt dasitzen.

Ich liebe es sehr, wie auch die Geschichte zur Hälfte über die Bilder und zur anderen Hälfte über die Gespräche erzählt wird.

Am Zeichenstil hat mich vor allem die Farbgebung fasziniert, denn die Grundfarbe eines Panels und einer Seite ändert sich von Doppelseite zu Doppelseite. Und damit kann so viel beeinflusst werden! Ist die Grundfarbe rot und die Beleuchtung dementsprechend angepasst, ist es bedrohlich, bei grün und blau eher beruhigend und hoffnungsvoll. Dieses Element wird sehr gekonnt eingesetzt und ich liebe es absolut! So etwas habe ich noch nie in einem Comic gesehen! 

Auch die Geschichte der vertriebenen Königin mit einigen surrealen und fantastischen Elementen und einem total guten Spannungsbogen hat mir so unendlich gut gefallen, dass ich unbedingt den zweiten Band lesen muss! 

Allerdings war ich von den surrealen Elementen und den ausgelassenen Erklärungen an manchen Stellen eher verwirrt und konnte mich deshalb nicht komplett auf diese sehr schöne und komplexe Welt einlassen, was ich schon schade fand. 

Ich fand auch die angedeuteten Elemente von Liebe und Hingabe mehr als wunderschön und die seltsamen Verbindungen und magischen Stränge, die aus Tieren Menschen machen und umgekehrt und manche in einem seltsamen Zwischenstand lassen. Dieser Band spielt viel mit den Themen von Gehorsam, unbedingter Liebe und einer Welt, in der alle sehr grausam sein können. 


Fazit

Ich finde diesen Comic nicht nur großartig gezeichnet, sondern auch fantastisch (mit ein paar kleinen Lücken) erzählt und finde, dass er eine großartige erzählerische Balance zwischen Bild und Text findet!

4,5 von 5 Tintenkleckse


Bibliographische Daten – Magus of the Library

  • Autor: Sofie Shuim
  • Zeichnungen: Mitsu Izumi
  • Genre: Fantasy, Manga
  • Verlag: Carlsen Manga
  • Übersetzer: Taito Hamada
  • ISBN: 978-3-551-73147-0

Kurzbeschreibung

In­halt

Amun, eine Stadt wie aus einem arabischen Märchen… in Armut wächst dort ein Elfenkind heran. Dessen „Schwester“ arbeitet hart, damit das Geschwisterchen lesen und schreiben lernt, da ein geächtetes „Langohr“ sonst überall ausgegrenzt wird. Doch was bringt die ganze Bildung, wenn man all die schönen Bücher der Bibliothek nicht lesen darf, weil einen der Bibliothekar immer wieder vor die Tür setzt?

Eines Tages gibt es mächtig Aufregung in der kleinen Stadt, denn die Bibliotheksaufseher von Af’shak – der Stadt des Wissens – reisen an: mächtige Gelehrte, von denen einer, Sedna, nichts gegen das so fremdaussehende Kind zu haben scheint. Für das Elfenkind beginnt eine aufregende Zeit mit Magie und traumhaften Abenteuern, die nur aus Büchern erwachsen können… 


Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

Ich liebe liebe liebe diesen Manga! Ernsthaft!

In “Magus of the Library” geht es im Großen und Ganzen um eine große Bibliothek, die alle Bücher der Welt aufbewahren möchte und das Wissen der Welt dort versammeln will. Innerhalb der Bibliothek gibt es verschiedene Bereiche und dementsprechend auch Leute, die dort arbeiten! Ein paar davon sind magische Wesen oder sogar selbst Magier!

In diesem ersten Band befassen wir uns allerdings relativ wenig mit Magie selbst, sondern mit einem kleinen Jungen, der in einem Dorf mit einer sehr kleinen Bibliothek lebt und es liebt zu lesen. Allerdings gibt es den Haken, dass er die Bibliothek eigentlich nicht benutzen darf, da er zu den Armen im Dorf gehört und von allen gehänselt wird, weil er eine andere Hautfarbe hat als die anderen.

Dies ändert sich alles, als Gesandte von der großen Bibliothek kommen, um ein magisches Buch zu finden, was gemeldet wurde.

Ich liebe diesen Manga nicht nur, weil er sich einen ganzen Band lang Zeit nimmt, die Geschichte zu erzählen, die den kleinen Jungen so großartig macht, sondern auch, weil die Zeichnungen der absolute Wahnsinn sind.

Sie sind so wunderschön, so detailliert, so atemberaubend, dass ich wesentlich länger fürs Lesen brauchte alleine dadurch, dass ich jede Zeichnung bestaunen musste! Das war absolut genial!

Auch die Charaktere, die verschiedenen Sprechweisen und Charakterzüge, die ununterbrochene Spannung und vor allem die tollen Dialoge sind es absolut wert, diesen Manga zu lesen! Ich kann gar nicht beschreiben, wie geflasht ich davon war, dass sich so tolle Kunstwerke an Zeichnung, Plot und Geschichte in diesem kleinen Band verstecken! 


Fazit

Eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die Fantasy mögen und wunderschöne und detaillierte Zeichnungen! Ach was, eine Empfehlung für alle! Dieser Manga ist mega toll!

5 von 5 Tintenkleckse

Bibliographische Daten – Given 01

  • Autorin: Natsuki Kizu
  • Genre: Musik, Boys Love, Band, Manga
  • Übersetzerin: Claudia Peter
  • Verlag: Egmont Manga
  • ISBN: 978-3-7704-9857-4

Kurzbeschreibung

Uenoyama ist hundemüde. Doch als er seinen Lieblingsschlafplatz in der Schule ansteuert, ist der schon besetzt: vom traurigen Mafuyu und seiner Gitarre mit gerissenen Saiten. Statt zu schlafen, repariert Uenoyama die Gitarre und bevor er sich versieht, hat er sich in den traurigen Jungen verguckt…


Vielen Dank an den Egmont-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

Wie die meisten von euch bestimmt wissen, spiele ich in meiner Freizeit in einer Band mit! Und ich liebe diese Band abgöttisch! Ich liebe unsere Dynamik, wie wir auftreten und vor allem unsere Witze untereinander. Da ich eine E-Geige spiele, kann ich natürlich nicht sagen, dass ich ein klassisches Band-Instrument spiele, kenne aber zumindest das Gefühl!

Und genau deswegen hat mich “Given” so sehr angesprochen! Ein Manga über ein paar Jungs, die in einer Band spielen und dazu noch Boys Love? Da bin ich doch sofort dabei!

Ich fand den Manga auch wirklich super, die Charaktere sind alle gut ausgearbeitet und haben die typischen Charakteristiken, die man sich aneignet, wenn man länger in einer Band spielt: Aufeinander eingespielt sein, immer einen Witz über die anderen machen können und natürlich auch jede Menge angeben und sich über Musik streiten.

All das findet sich in “Given” wieder und ich musste mehr als nur einmal lachen und schmunzeln, weil ich vieles wieder erkannte.

Allerdings fand ich die Charaktere teilweise etwas verwirrend, weil Namen nicht klar geklärt wurden, die Panels seltsam ineinander übergingen und ich teilweise wirklich verloren davor saß und nicht mehr genauso wusste, wer jetzt genau wann mit wem redet. Das hat es leider etwas schwerer gemacht, diesen Manga zu lesen, allerdings finde ich ihn trotzdem wegen der Boys Love-Elemente, die nur langsam und wunderschön zum Vorschein kommen und den Zeichnungen, die echt schön sind und dem Stil der Musik der Band auch gut entsprechen, total gut!


Fazit

Eine echte Empfehlung für alle Manga-Leser, die gerne mal etwas über Bands oder Musik lesen wollen und alle Freunde von einer sich langsam entwickelnden Boys Love!

3 von 5 Tintenkleckse

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