COVERVERGLEICH – Deutsch vs. Englisch

Lange lange gab es keinen Coververgleich mehr auf diesem Blog!

Aber heute soll es endlich mal wieder darum gehen, wie sich deutsche und englische Cover unterscheiden und wo ich persönlich den Favoriten sehe!

Wer wird gewinnen, der deutsche oder der englische Buchmarkt?


„Immer wieder für immer“ von Justin A. Reynolds

Ich finde, dass klar das englische Cover gewinnt! Auf dem englischen Cover sieht man klar die Relevanz der Treppe in dieser Story, es ist bunt, ein bisschen laut und man sieht auch, dass sich die beiden Charaktere immer wieder auf der Treppe wiederfinden.

Außerdem: Man sieht, dass die Charaktere schwarz sind! Es ist vielleicht nur ein kleines Detail, aber durch die Farbgebung des deutschen Covers kann man nicht mehr richtig erkennen, dass die beiden schwarz sind. Man könnte jetzt natürlich sagen: ABER DIE HAND UND DER KNÖCHEL! Und ich sage: Bullshit, man hat sich darum gedrückt, schwarze Menschen auf einem Jugendbuch abzudrucken.

Auch finde ich die verwaschenen Farben auf dem Cover irgendwie seltsam. Sie sollen sich wohl an den derzeitigen Trend der New Adult-Cover anpassen, aber diesen Mischmasch finde ich ein wenig seltsam.

„Ein Kleid aus Seide und Sternen“ von Elizabeth Lim

Es ist wirklich nur reiner Zufall, dass auch hier wieder ein Buch des Carlsen-Verlag auftaucht! Allerdings finde ich, dass das englische Cover auch hier wieder besser ist und ich auch den Titel besser finde!

Ich finde das Mädchen steht in einer tollen Pose und der Adler im Hintergrund und die Kleidungsstücke, die herumfliegen, sehen sehr ästhetisch aus! Und die Farbgebung finde ich auch super!

Im Vergleich dazu sieht das deutsche Cover schon fast ein wenig zu dunkel aus. Ich mag de Kontrast der Farben dunkelgrün und gold, aber ich finde das freischwebende Kleid ein wenig seltsam und auch nicht unfassbar schön. Allerdings finde ich die Details sehr schön und hoffe, dass das Cover noch veredelt wird!

„Kingdoms of Smoke“ von Sally Green

Bei diesen Covern kann ich mich tatsächlich nicht entscheiden, welches ich schöner finde!

Auf beiden finde ich den Titel in Verbindung mit dem Rauch sehr schön umgesetzt und auch das Farbschema sehr schön gemacht!

Beim einen bekomme ich mehr das Gefühl von epischem Abenteuer, beim anderen mehr von sanften Assassinenüberfällen in der Wüste.

Allerdings macht der lilane Buchschnitt des englischen Covers dann doch einen Pluspunkt für mich aus und es gewinnt!

„Verity“ von Colleen Hoover“

Bei Hoover Büchern spalten sich ja immer die Geister. Aber bei diesem finde ich schon, dass man ein wenig ins Klo gegriffen hat.

Denn das Cover soll natürlich auf die schönen New Adult-Cover von LYX imitieren, aber das Buch ist das erste Buch von Colleen Hoover, welches ein Romantic Thriller ist! Auf dem englischen Buch finde ich die Thrillerelemente sehr gut umgesetzt und ich finde, dass eine angespannte Stimmung zu erkennen ist.

Auf dem deutschen Cover sieht es so aus, als würde man mal wieder eine typische Colleen Hoover Liebesgeschichte bekommen und das ist in diesem Buch (ich habe es schon gelesen) wirklich gar nicht der Fall.

„Auf immer gejagt“ von Erin Summerill

Das englische Cover gewinnt! Definitiv! Und auf jeden Fall!

Ich finde die weiße Ästhetik wunderschön und die goldenen Elemente passen so so gut! Ich finde auch den Titel echt toll und die weißen Ornamente und die generelle Gestaltung des Covers haut mich bis heute um und ich will diese Reihe unbedingt haben!

Im Gegensatz dazu finde ich das deutsche Cover ein wenig zu dunkel und die goldenen Elemente ein bisschen fehlplatziert. Außerdem steht dort schon wieder ein Mädchen, das vom Leser wegschaut und ein Kleid anhat. Den Hintergrund mit dem Wald finde ich allerdings recht schön.

„Im Schatten des Fuchses“ von Julie Kagawa

Hier gewinnt tatsächlich mal das deutsche Cover! Ich finde die kleinen blauen Linien echt schön und die typisch japanische Gestaltung und die kleine Fuchsgestalt nehmen mich echt in den Bann und versetzen mich sofort in die Atmosphäre dieses Romans!

Das englische wirkt dagegen sehr „in your face“ und ein wenig zu direkt! Ich finde auch die Maske oben einfach nur seltsam und das Chrom ist einfach ein wenig zu viel. Die roten magischen Schlieren finde ich auch ein wenig seltsam, aber eigentlich noch gut für ein Buch dieser Art!

„Kristallblau – Magisches Blut“ von Amy Ewing

Warum scheinen deutsche Jugendbuch-Cover eigentlich immer noch das „Mädchen von hinten trägt Kleid“-Syndrom? Hier auch wieder! Ich finde, dass das deutsche Cover null neugierig auf das Buch macht und einfach sehr 08/15 gestaltet ist. Es würde mir (auch aufgrund von Titel und Untertitel) im Buchladen einfach nicht auffallen und ich würde es nicht näher anschauen.

Beim linken dagegen bin ich tatsächlich in der Buchhandlung schon erstaunt stehen geblieben, weil es mit dem Lichtstrahl einen förmlichen Riss durch das Cover bildet und es mega neugierig macht! Auch die Schrift des Titels und die Farbgebung gefallen mir unglaublich gut.

„The Kingdom“ von Jess Rothenberg

Schon wieder! Mädchen mit Kleid von hinten! Okay, hier mehr von der Seite!

Aber ich finde die Farbgebung des deutschen Covers auch ein wenig seltsam und finde nicht, dass es gut im Regal aussehen würde. Ich finde auch, dass man ganz klar sieht, dass dem Mädchen das Kleid nicht richtig gepasst hat und dass die Technik in ihrer Schulter auch ein wenig sehr offensichtlich gephotoshopped ist. Leider für mich ein Fail.

Das englische dagegen pass auch super zu der Geschichte! Es geht hier um einen Vergnügungspark, in dem Roboter arbeiten, die sich wie Menschen verhalten sollen. Die hellen Farben und die starken Kontraste und vor allem das übermenschlich schöne Mädchen mit einem technischen Inneren stellen das super dar!

„The Belles“ von Dhonielle Clayton

HA! Hier haben sogar beide Cover das Syndrom „Mädchen von hinten trägt Kleid“!

Allerdings muss man sagen, dass es hier tatsächlich mal Sinn ergibt, denn in dem Buch kommt tatsächlich so ein Kleid vor! Aber ich finde glaube ich tatsächlich das deutsche schöner. Denn hier kann man das bunte Kleid abnehmen und dann trägt das Mädchen auch nur ein weißes Kleid. Das ist ein schöner Effekt.

Ich finde auch die deutsche Schriftart ein wenig schöner und muss definitiv hervorheben, dass man hier klar sehen kann, dass die Protagonistin schwarz ist! Super!

„Vertrauen und Verrat“ von Erin Beaty

Ich finde tatsächlich beide nicht unbedingt schön. Und ich kann tatsächlich bei keinem der beiden erkennen, um was für eine Geschichte es sich jetzt handeln könnte. Das englische ist mir viel zu überladen, aber der Dolch gibt wenigstens einen kleinen Anhaltspunkt, um was es in dem Roman gehen könnte.

Das deutsche vermittelt allerdings einen ganz anderen Ausdruck und ich dachte die ganze Zeit, dass es um eine Hofdame oder ähnliches geht. Ich finde die Ornamente ganz schön, der Grund der Fesseln erschließt sich mir allerdings nicht.

Hier überlasse ich euch die Entscheidung! Welches Cover mögt ihr lieber?

„Das Mädchen aus Feuer und Sturm“ von Renée Ahdieh

Dieses Cover finde ich total seltsam. Nicht nur haben wir hier wieder das Mädchen-Kleid-von-hinten-Syndrom, sondern es besteht auch aus den klischeehaftesten Altrosa, dass ich kenne! Die Fortsetzung ist babyblau und das finde ich auch nicht unbedingt besser. In der Buchhandlung gehe ich regelmäßig einfach an diesem Buch vorbei, weil es sich absolut gar nicht von anderen Büchern in diesem Genre unterscheidet! Das ist doch schade!

Dagegen ist das englische Cover nicht perfekt, aber erweckt wenigstens direkt Aufmerksamkeit und Neugier und man wird neugierig, was dieser wunderschöne Phönix so kann! Außerdem sorgen die Blumen und Wurfsterne dafür, dass man sich gleichzeitig bedroht und wohl fühlt und direkt weiß, was das Thema des Buches ist! Richtig gut!


Jetzt seid ihr dran!

Welche Cover findet ihr wunderschön? Welche könnt ihr gar nicht leiden? Und wo könnt ihr meine Meinung gar nicht nachvollziehen?

11 Comments

  1. Liebe Anna,
    ich muss dir bei so vielen der Cover zustimmen. „Mädchen von hinten mit Kleid“ … langweiliger geht’s kaum. Vor allem ist es langsam einfach überholt, es hat seinen Charme und den Eyecatcher-Effekt jetzt langsam aufgebraucht. Zumeist gefallen mir ohnehin die englischen Cover mehr, da ist nicht nur die Novität – also der Ansporn, neue Designs auszuprobieren – entscheidend, sondern auch viel mehr Bereitschaft für kräftige Farben. Wie du selbst bemerkt hast, die deutschen Cover werden zunehmend „Wischiwaschi“. Bei New Adult kann ich damit noch nachlässig umgehen, bei vielen anderen Covern passt es einfach überhaupt nicht und verfehlt den Inhalt des Buches.

    Ich bin gespannt auf deine neuen Cover-Vergleiche und gehe gleich mal bei den alten stöbern.
    Liebe Grüße!
    Francis

    • Liebe Francis,

      Ich find das so unfassbar langweilig! Und wenn es einem dann erstmal aufgefallen ist, wird es immer noch schlimmer 😀
      Ich finde auch, dass Neues ausprobieren unfassbar wichtig ist!

      Und ich habe mir schon ein paar neue für einen Vergleich rausgesucht 😀

      Viele liebe Grüße
      Anna

  2. Ich mag häufig die englischen Cover lieber, einfach von der Gestaltung her.
    Was mich absolut nicht anspricht sind die Einheitscover dem auch hier das deutsche Colleen Hoover Cover entspricht.
    Einheitsbrei, den ich langweilig finde und mich nicht neugierig macht.

    • Ich finde auch, dass Cover mich neugierig machen müssen und das machen sie halt meist, indem sie irgendetwas anders machen, als andere Cover 🙂

  3. Kennst du das Original-Cover zu „Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“? Ich liebe den Thienemann Verlag, aber da haben sie echt ins Klo gegriffen.

    Aber ganz allgemein finde ich die Covergestaltung, gerade im deutschen Jugendbuchbereich, echt gruselig. Zu 99% liebe ich englische Cover und ich denke, ich bin da nicht alleine. Mir bleibt ein Rätsel, weshalb die deutschen Jugendbuchverlage immer alles so Mainstream machen müssen. Dadurch geht echt ein Teil Qualität verloren…

    • Hey Marcel!
      Ja, das Cover kenne ich auch und ist definitiv auch ein Beispiel dafür, dass ich die englischen meistens so so viel besser finde!
      Ich finde auch, dass man sich mehr trauen könnte, gerade, damit man als Verbraucher zumindest das Gefühl hat, eine größere Auswahl zu haben und nicht immer das gleiche zu kaufen.

      Viele liebe Grüße!

  4. Wow, ich muss dir so zustimmen, was die Mädchen-von-hinten-im-Kleid Cover angeht.
    Das ist so eintönig. Muss aber auch ehrlich zugeben, dass es mir bisher nicht so extrem aufgefallen ist. Nur werde ich jetzt keinen Buchladen mehr betreten können, ohne das ich NICHT darauf achte. 😀

    liebe Grüße

    • Liebe Roxxie,
      Danke dir! Das frustriert mich so so sehr, weil ich überhaupt nicht weiß, was die einzelnen Geschichten ausmacht!
      Und das mit dem Buchladen tut mir jetzt echt leid 😀

      Viele liebe Grüße!

  5. Huhu 🙂
    ich würde mich bei diesen in allen Punkten deiner Meinung anschließen. Bei Vertrauen und Verrat würde ich das englische Cover wählen, aber ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, um was es geht und weiß daher nicht, welches besser passen würde. Ansonsten finde ich das deutsche Cover von Vicious von V.E. Schwab richtig, richtig gelungen ♥
    Ich liebe solche Vergleiche, auch wenn ich in den meisten Fällen englische Cover schöner finde. Ich bin mir nicht sicher warum, aber oft erscheinen sie mir einfach ästhetisch ansprechender. Gerade bei Jugendbüchern, die ja, wie du ziemlich deutlich gezeigt hast, im Deutschen oft das Mädchen von hinten mit Kleid zeigen, kann ich leider manchmal nur den Kopf schütteln.
    Liebste Grüße
    Kat

    • Hey Kat!
      Bei Vertrauen und Verrat konnte ich mich auch nicht recht entscheiden, muss ich ganz ehrlich sagen 😀
      Und ich finde das deutsche Cover von Vicious so so gut! Hätte fast das gekauft!

      Danke für deinen Kommentar!

      Viele liebe Grüße
      Anna

  6. Liebe Anna,

    ach ja, es ist immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich die Cover zu den gleichen Geschichten umgesetzt werden.

    Mir gefallen bei „Kingdoms of Smoke“ und „The Kingdom“ tatsächlich die deutschen Cover besser, aber das ist eine reine Bauchentscheidung.

    Bei „Verity“ musste ich auch erstmal blöde grinsen als ich hörte, dass es ein Thriller sein soll… Ähm ja… Klar, schade, dass man bunte Wölkchen schon eher in NA steckt.

    Ich liebe den Ausdruck „Mädcheni-um-Kleid-von-hinten-Syndrom! very nice 😉

    Liebe Grüße
    Tina

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