„Natürliche Schönheit“, „Knock Out!“, „I AM SHERLOCK“, „The Black Holes“ | Ganz viele Rezensionen!

Heute gibt es mal wieder eine mehrfach Rezension! Und dann gleich 4 kleine Rezensionen! Heute geht es um 3 Comics aus jeweils komplett anderen Genres und einen Manga! Also buckle up, denn heute geht es um mysteriöse Punk Bands, schwule und schwarze Boxer, einen Sherlock-Androiden und warum unsere Schönheitsideale so verquer sind!



Bibliographische Daten – Natürliche Schönheit

  • Autorin: Nanna Johansson
  • Genre: Comic, Humor, Gesellschaft, Selbsthilfe
  • Verlag: avant Verlag
  • Übersetzerin: Katharina Erben
  • Seitenzahl: 152 S.
  • ISBN: 978-3-96445-022-7

Kurzbeschreibung

Jetzt hörst du mir mal zu, du Lusche.

Es ist an der Zeit, dass wir uns mal um dein Leben kümmern. Und was Situationen des täglichen Lebens betrifft, ist kaum jemand so engagiert wie Nanna Johansson. Sie hat aufmunternde Worte und kluge Zitate für dich, in denen du dich garantiert wiedererkennst. Und wenn das nicht endlich dazu führt, dass du nicht mehr so deprimiert bist, du Dumpfbacke, dann macht sie dir auch klare Ansagen, wie du jeden Tag so lebst, als wäre es dein letzter. Letztendlich geht es ja darum, dass wenigstens du dich lieben kannst.


Vielen Dank an den avant-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

Es ist schon eine Weile her, dass ich „Natürliche Schönheit“ gelesen habe. Allerdings finde ich es, wirklich schön, was in diesem Comics gemacht wurde!

Denn in „Natürliche Schönheit“ geht es darum, unser aller Verständnis von Schönheit und von gewissen Schönheitsidealen in unserer Gesellschaft zu kokettieren und zu zeigen, wie seltsam diese sein können.

Und ich konnte bei vielen Dingen in diesem Comic einfach nur absolut zustimmen und musste ein paar Mal wirklich sehr laut lachen!

Denn dieses Buch schafft es auf eine humoristische und doch ernste Weise, den Leser für sich zu vereinnahmen und außerdem noch lehrreich zu sein.

Allerdings muss ich sagen, dass ich kein großer Fan des Zeichenstils bin. Ich bin immer für Karikaturen von echten oder von nur idealisierten Körpern, allerdings war ich von ein paar der Zeichnungen schon fast wieder abgestoßen. Obwohl man natürlich hier auch argumentieren könnte, dass es Teil des Comics und der Intention sein sollte.

Ich konnte jedoch nicht darüber hinwegsehen und die gesamte Lesezeit hinüber konnte ich nicht wirklich aufhören, mir darüber Gedanken zu machen, dass ich den Zeichenstil ein wenig seltsam fand.

Außerdem gab es ein paar Geschichten und Panels, die sich mir nicht vollends erschlossen haben oder wo mir nicht klar war, was sie jetzt exakt mit dem Thema des Comics zu tun haben.


Fazit

Ich kann den Comic aus einer humoristischen und feministischen Sicht total empfehlen! Allerdings sollte man ihn sich nicht für die Zeichnungen kaufen, denn diese fand ich wirklich nicht gut 😀


Bibliographische Daten – I AM SHERLOCK

  • Autoren: Kotaro Takata, Naomichi Io
  • Genre: Manga, Sherlock, Detektivgeschichte
  • Verlag: Carlsen Manga
  • Seitenzahl:
  • ISBN: 978-3-551-71098-7

Kurzbeschreibung

In naher Zukunft…

Der größte Versager Londons, John Watson, erhält ein Angebot, dass er nicht ausschlagen kann, und zieht mit einem Fremden zusammen. Dieser ist etwas seltsam und in Wirklichkeit ein…?

Eine spannende Geschichte mit einem „Helden“, von dem wirklich jeder schon einmal gehört hat! Seine funkelnden Gehirnzellen bringen Licht in die Londoner Finsternis!


Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

Ich liebe ja jegliche Sherlock-Adaptionen! Und als ich hörte, dass jetzt auch eine neue Manga-Adaption herauskommen sollte, war ich Feuer und Flamme!

In “I AM SHERLOCK” werden wir in die nahe Zukunft versetzt, in der es Androiden gibt, die sich schon fast wie Menschen verhalten können. Aber nun sollen die ersten wirklich menschlichen Androiden auf den Markt kommen und der erste Test ist “Sherlock”, der nicht ganz versteht, wie Menschen so ticken, sich aber trotzdem alleine in der Großstadt London herumschlagen soll. Er trifft den “größten Versager” Londons – John Watson – und die beiden erleben ihren ersten (und noch ein paar weitere) Fall in diesem Band.

Ich muss sagen, ich war ein wenig enttäuscht von diesem Manga. Zwar fand ich das Konzept einfach nur genial, denn Sherlocks Unverständnis der Menschheit darauf zurückzuführen, dass er einfach eine Maschine ist und menschliches Verhalten ihm damit fremd, ist einfach nur genial. Aber gerade in den ersten Seiten schaut Sherlock einer weiblichen präsentierenden Figur in die Hose und stellt dann fest: “Aha, ein Mann!”, nur um sie dann auch männlich anzusprechen. Ich weiß, wie groß Sexismus in Japan ist, aber ich finde es absolut nicht oke, so queerfeindlich direkt in den Manga einzusteigen.

Die Geschichten an sich waren auch ein wenig verworren, ich habe immer auf den großen Aha-Moment gewartet, den ich eigentlich in allen Sherlock-Adaptionen und bei jedem Fall immer habe, gerade da die Fälle wohl nur in ein moderneres Setting geholt werden. Leider blieb der irgendwie aus und die Versuche, die Fälle auf eine digitale Ebene zu bringen, waren mehr holprig als wirklich erfolgreich.


Fazit

Ich kann also nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen, obwohl ich die Chemie zwischen John und Sherlock sehr schön fand und auch das Pacing eigentlich gut gemacht war!


Bibliographische Daten – Knock Out!

  • Autor: Reinhard Kleist
  • Genre: Graphic Novel, Boxing, LGBTQ+
  • Verlag: Carlsen
  • Seitenzahl: 147 S.
  • ISBN: 978-3-551-73363-4

Kurzbeschreibung

Als Emile Griffith am 24. März 1962 in den Ring steigt, um sich mit Benny Paret im Duell um den Weltmeistertitel im Weltergewicht zu messen, hat der junge Boxer bereits viele Kämpfe ausgefochten. Dabei waren es nicht die Fäuste seiner Gegner, die ihm am schlimmsten zugesetzt haben – es waren die alltäglichen Tiefschläge aufgrund seiner Hautfarbe und seiner Homosexualität. An diesem schicksalhaften Abend im New Yorker Madison Square Garden schlägt Emile Griffith zurück. Einmal. Einmal zu viel.

Die Geschichte eines Knock-Outs ohne Sieger…


Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

Als mir klar wurde, dass es in diesem Comic nicht nur um Rassismus geht, sondern auch um Homophobie, war ich sofort an Bord! Reinhard Kleist erzählt in diesem Comic die Geschichte des jungen Emile Griffith, der sich als erster schwarzer Boxer in Amerika behaupten konnte und dessen letztes Boxing Match in einem tödlichen Knock Out endete.

Ich fand den Comic sehr faszinierend. Es ist natürlich keine leichte Kost, aber die Zeichnungen fangen die Stimmung perfekt ein und unterstützen sie noch. Ich fand es unfassbar spannend, dass die Geschichte von dem Rahmen umgeben wurde, dass ein gealteter Griffith von der Straße aufgelesen wurde, um seine Geschichte ein allerletztes Mal zu erzählen.

Und wir erfahren alles von seiner Geburt über seine Jugend bis hin zu dem fatalen Abend. Dabei wird gezeigt, wie schwierig es als Schwarzer in den USA war, wie schwierig die Arbeitsbedingungen waren und dass er eigentlich immer nur ein Spielball seiner Arbeitgeber war. Es wird eindringlich beschrieben, wie er seine Homosexualität versteckte und sich sogar mit einer Frau verheiratete, um den Gerüchten zu entgehen.

Es ist sehr eindringlich und auch nur in Schwarz-Weiß gezeichnet, was dem gesamten einen gewissen altmodischen, aber auch total eindringlichen Touch verleiht.

Ich finde es vor allem sehr spannend, wie schnell sich die Geschichte bewegt, sich aber trotzdem noch Zeit für langsame und emotionale Momente findet. Und es ist sehr faszinierend, wie sich alles auf das eine Boxing Match hinzubewegen und destillieren scheint.


Fazit

Eine absolute Empfehlung! Sehr eindringlich, immer wieder überraschend, wunderschön in Schwarz-Weiß und eine sehr gelungene Comic-Biographie!


Bibliographische Daten – The Black Holes

  • Autor: Borja Gonzalez
  • Genre: SciFi, Mystery
  • Verlag: Carlsen
  • Seitenzahl: 122 S.
  • ISBN: 978-3-551-73090-9

Kurzbeschreibung

Gloria, Laura und Cristina träumen davon, eine Punkband zu gründen. Die drei Teenager haben alles, was es braucht – Enthusiasmus, Attitüde und einen smarten Namen: „The Black Holes“

Doch kaum haben sie angefangen zu proben, verändert sich das Leben der Mädchen schlagartig. Reminiszenzen an Ereignisse, die 160 Jahre zurückliegen, brechen sich erst vage, dann immer kraftvoller Bahn. Ereignisse, die sich durch eine von ihnen fortsetzen werden …


Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

Dieser Comic ist ein wahres Meisterwerk! Ich kannte den Autor definitiv nicht und werde mir aber direkt ansehen, was es denn sonst noch für Comics gibt!

Denn diese Mischung aus Suspense, einem wunderschönen Zeichenstil, einem sprechenden Skelett, einer Zusammenführung von Frauen und Wünschen in 3 Zeitlinien und wunderschöner Szenerie mit null Ahnung, was gerade passiert, war ein absolutes Highlight für mich!

Ich liebe es, dass dem Lesenden fast nie irgendeine Form von Erklärung gegeben wird, alle Timelines sind sehr verwirrend und jede Seite in diesem Comic ist alleine von den Zeichnungen her wirklich ein reines Meisterwerk!

Ich liebe es außerdem, dass die Charaktere keine Gesichter haben. Sie sind trotzdem menschlich und zeigen Emotionen, aber ich finde, dass der Leser so sehr viel mehr machen muss, um sich die Emotionen der Charaktere vorzustellen! Das ist mega cool!

Außerdem finde ich den spärlichen und sehr gezielten Einsatz von Farbe ziemlich gut gestaltet und es bringt definitiv noch mehr dazu, dass sich der Comic mysteriös und sehr schwer zu greifen anfühlt.

Und die Charaktere waren mir alle grundsympathisch und ich wollte mit ihnen allen befreundet sein, denn eine wollte Musik machen, die anderen zu hardcore war und eine andere wollte unbedingt Horror-Geschichten schreiben! Weibliche Träume und Vorstellungen wurden unfassbar gut in diesem Comic visualisiert!


Fazit

Trotz der sehr verwirrenden Grundstimmung fand ich diesen Comic über 3 Zeiten und 3 Frauen, die einfach nur aus ihren Rollen ausbrechen wollen, atmosphärisch wunderschön und werde wegen der wunderschönen Zeichnungen wohl immer wieder in ihm blättern!

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