„Erebos 2“ – Es ist wieder da. Und es hat dazugelernt. | Rezension

Kürzlich habe ich hier „Erebos“ rezensiert, da ich dieses Buch nach 10 Jahren auf dem Markt irgendwie immer noch nicht gelesen hatte. Verrückt, eigentlich. Allerdings kam direkt danach „Erebos 2“ heraus und ich habe mich direkt in das Konzept verliebt, dass das Spiel sich an die Zeit angepasst hat und dementsprechend heute auch alle modernen Gadgets in unseren Smartphones bedienen und für seine Zwecke verwenden kann. Doch wie hat mir „Erebos 2“ denn nun wirklich gefallen?


Bibliographische Daten

  • Autorin: Ursula Poznanski
  • Genre: Jugendthriller
  • Verlag: Loewe
  • Seitenzahl: 509 S.
  • ISBN: 978-3-7432-0049-4

Kurzbeschreibung

Erebos ist zurück… und hat dazugelernt.

Als Nick auf seinem Smartphone ein vertrautes Icon in Gestalt eines roten E entdeckt, glaubt er zuerst an einen Zufall.

Aber dann wird ihm klar: Erebos hat ihn wiedergefunden. Der sechzehnjährige Derek hingegen ist nur kurz misstrauisch, als das rote E auf seinem Handy aufleuchtet. Zu spät begreift er, dass er selbst zu einer Spielfigur geworden ist. Und dass es um viel mehr geht, als er sich je hätte vorstellen können…


Vielen Dank an den Loewe-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

POSITIV

  • Der Schreibstil ist wieder absolut spannend!

Ich lese ja eigentlich keine Thriller. Die einzigen Ausnahmen waren für mich bisher die Bücher von Ursula Poznanski. Denn mit ihren immer wieder spannenden Themen und einem Schreibstil, der einen wirklich durch die Seiten zieht und nicht wieder loslässt, kann ich wirklich nur liebäugeln! Außerdem kam dieses Buch zu einer Zeit, in der ich ein gutes und schnell zu lesendes Buch wirklich dringend nötig hatte, weswegen es absolut genial ist, dass dieses Buch schon auf mich wartete!

Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, kann wunderbar Spannungskurven bauen und lässt den Leser zu keiner Zeit gelangweilt im Sessel sitzen! Genial!

  • Ich finde die Neuerungen spannend, die Erebos in 10 Jahren bekommen hat!

Dieses Buch spielt 10 Jahre nach seinem Vorgänger, was man schnell daran erkennen kann, dass der Protagonist des ersten Bandes um 10 Jahre gealtert ist und nun Mitte Zwanzig ist. Und erst jetzt wird einem bewusst, wie viele technische Neuerungen es in den letzten 10 Jahren so gab: Es gibt nun Smartphones, GPS im Handy, alles ist mit dem Internet verbunden und es existieren mehr Daten von uns im Internet als man sich das je vorstellen konnte. Ich war gleichzeitig sehr erstaunt von all den neuen Tricks, die Erebos konnte, war mir aber gleichzeitig sehr bewusst, dass dies alles in dieser Form schon heute funktioniert. Das hat oftmals dafür gesorgt, dass ich absolut angeekelt von meinem Handy war, dass direkt neben mir lag und erstmals richtig Angst davor hatte, abgehört zu werden, obwohl ich weiß, dass dies eigentlich für uns alle eine absolute Realität ist.

  • Die Erweiterung auf mehrere Perspektiven hat dem Buch sehr gut getan

Dieses Mal wird Erebos nicht nur aus einer Perspektive betrachtet, sondern gleich aus mehreren. Also eigentlich nur 2. Nick aus dem ersten Band nimmt wieder eine aktive Rolle ein und ein 16-jähriger Junge namens Derek findet nun auch Erebos auf seinem Handy und seinem Computer wieder. Da das Rätsel dieses Mal größer und bedrohlicher ist, hat die Aufsplittung der Geschehnisse dem Buch sehr gut getan, da man so den vollen Plan und fast alle Vorbereitungen und vor allem die Lösungen am Ende mitbekommt. Auch ist es sehr schön zu beobachten, wie die verschiedenen Generationen auf Erebos und seine neuen Schikanen reagieren und wie unterschiedlich ihre Lösungsansätze und Ängste beim Umgang damit sind. Sehr spannend!

NEGATIV

  • Die neuen Charaktere waren nicht so sympathisch wie die älteren

So sehr ich es auch mochte, Erebos nun durch die Augen von zwei Generationen zu sehen, so sehr mochte ich die neuere nicht so ganz. Während ich im ersten Band zu Nick eine gute Beziehung aufbauen konnte und wirklich an seinem Leben teilnahm, konnte ich bei Derek meist nur einen kleinen Blick in sein Leben erhaschen. Er kam mir mehr vor wie eine Marionette, die uns mehr Blicke geben soll, was Erebos alles kann. Denn seine Familie spielt zwar eine Rolle, ist für den Plot allerdings total irrelevant und auch er und seine Freunde und sogar seine Verliebtheit scheinen dem ganzen eher wenig zu bringen. Das fand ich sehr schade, weil ich eigentlich darauf hoffte, mehr involviert zu werden.

  • Das große Ganze hinter Erebos war mir diesmal nicht spannend und nah genug

Ich möchte natürlich nicht spoilern, was die Auflösung hinter der jetzigen Mission von Erebos ist, allerdings fand ich diese nicht so gelungen wie im ersten Band. Denn dort hatte es einen wirklichen Bezug zu den Charakteren, alle waren auf die eine oder andere Weise involviert und es spielte sich mehr oder weniger vor ihren Augen ab. Nun gibt es zu viele Stränge, um sie richtig verfolgen zu können und die Auflösung liegt so weit weg von der Lebensrealität von allen, dass ich schwören könnte, dass da jemand nicht so genau wusste, wo man mit der Geschichte denn nun hingehen sollte. Schade eigentlich, denn die Geschichte war an sich sehr spannend, da erhoffte man sich auch eine Auflösung, die dem gerecht wird.


Fazit

„Erebos 2“ hält, was es verspricht. Bei diesem grandiosen ersten Band in irgendeiner Weise an den Vorgänger anzuknüpfen war wirklich schwer und doch schaffte dieses Buch es. Zwar fand ich die Motivation dahinter dieses Mal nicht so gut orchestriert wie beim ersten Mal, aber alles andere war nicht nur gut verpackt, sondern auch noch wirklich spannend geschrieben. An vielen Stellen möchte man das Smartphone, was ja direkt neben einem liegt, einfach nur gegen die Wand pfeffern, denn die Gefahr ist viel zu real. Allerdings waren mir die neuen Charaktere nicht unbedingt immer sympathisch und nachvollziehbar und das Buch war auch nicht durchgehend so spannend wie sein Vorgänger. Allerdings kann ich trotzdem eine uneingeschränkte Empfehlung vor allem für alle geben, die viel im Internet und auf Social Media unterwegs sind!

4 von 5 Tintenkleckse

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