Romantasy in der Stadt der Liebe! | „Gold und Schatten“ von Kira Licht | Rezension

 Ich habe absolut keine Ahnung, wieso ich so lange mit dieser Rezension gewartet habe. Aber hier ist sie endlich: Ist diese deutsche Romantasy-Dilogie wirklich so gut, wie alle sagen? Und werde ich den nächsten Band lesen?


Bibliographische Daten

  • Autorin: Kira Licht
  • Genre: Romantasy, Jugendbuch
  • Verlag: One
  • Seitenzahl: 541 S.
  • ISBN: 978-3-8466-0080-1

Kurzbeschreibung

 Paris, die Stadt der… Götter!

Gerade erst nach Paris gezogen, verliebt sich die 16-Jährige Livia Hals über Kopf in Maél. Seine Welt sind die düsteren Katakomben unter den Straßen der Stadt. Die beiden kommen sich schnell näher, doch der draufgängerische Maél geht immer wieder auf Abstand. Was hat er zu verbergen? Und warum um alles in der Welt kann Livia plötzlich Botschaften hören, die ihr Bäume und Pflanzen zuflüstern? Ist sie dabei, den Verstand zu verlieren? Als es Livia schließlich gelingt, die einzelnen Fäden miteinander zu verknüpfen, kann sie kaum glauben, welches Geheimnis sich ihr offenbart. Denn dass sie Maél kennengelernt hat, was alles andere als Zufall…


Vielen Dank an den One-Verlag für das Rezensionsexemplar!


btr

Eigene Meinung

POSITIV

  • Die Götterwelt fand ich in diesem Roman wirklich innovativ!

Wenn man über griechische Götter schreibt, muss man sich eigentlich immer mit den absoluten Größen dieses Genres messen und dabei fallen manche Autoren einfach total durch und das ganze Setting macht keinen Spaß mehr. Das war hier definitiv nicht der Fall! Das fand ich unglaublich schön, da die Götter neu in unsere moderne Welt integriert wurden und diese auch neue Persönlichkeiten bekommen haben, die teilweise echt super gepasst haben! So ist Aphrodite eine Beauty-Influencerin und Hermes führt gleichzeitig 500 Unternehmen, darunter natürlich auch einen Paketdienst! Wie cool!

  • Ich bekam richtiges Paris-Feeling bei diesem Buch!

Gerade da die Katakomben in Paris hier auch eine größere Rolle spielen, fand ich sehr schön, dass man direkt gemerkt hat, dass das Buch definitiv in Paris spielen muss. Auch der schöne Flair, die anderen besuchten Plätze und die anderen ikonischen Sehenswürdigkeiten wie der Louvre kommen darin vor und ich finde es wunderschön, dass man durch Paris geführt wird, ohne das Gefühl zu haben, in einem Reiseführer gelandet zu sein! Das hat richtig Spaß gemacht mit Livia zusammen Paris zu entdecken!

  • Die Anziehung zwischen den beiden Protagonisten war super!

Livia und Maél sind wirklich ein sehr schönes Paar! Ich finde auch, dass es fast keine Verwirrung darüber, dass die beiden sich quasi die ganze Zeit toll finden, auch wenn sie es natürlich nicht von Anfang an zugeben. Allerdings hat man aus Livias Perspektive schnell gemerkt, wie toll sie Maél findet und aus Maéls Verhalten ließ sich dies auch schließen. Ich finde, dass die beiden super zusammenpassen und nicht nur wegen dem Plot des Buches zueinander gefunden haben, da die beiden definitiv ihre emotionalen Barrieren voreinander sinken lassen, was wirklich wunderschön ist.

  • Der Schreibstil lässt einen absolut durchs Buch fliegen!

Der Schreibstil in Jugendbüchern ist immer total super, aber in diesem muss ich besonders betonen, dass ich ihn wirklich sehr schön und gerade durch die letzten 200 Seiten bin ich total durchgeflogen und konnte nicht aufhören, weil es einfach so spannend war! Ich liebe die ineinander fließenden Sätze und die schnell wechselnden Szenerien, da die den Plot schnell bewegen und den Leser immer auf der Sesselkante sitzen lassen!

  • EVANGELINE!

Zu etwa der Hälfte der Geschichte bekommt Livia eine große magische Motte geschenkt und muss auf diese aufpassen. Und diese ist ein wahres Goldstück! Ich liebe diese Motte so sehr und finde jede Szene mit ihr einfach unfassbar cool, da sie sich wie ein sehr intelligentes Haustier verhält, was irgendwie immer alles besser weiß und den beiden immer helfen möchte. So so süß!

NEGATIV

  • Maéls Verhalten wies so einige Red Flags auf

Ich finde definitiv, dass in vielen Young Adult-Büchern ein gewisses Verhalten der männlichen Protagonisten glorifiziert wírd, welches im realen Leben definitiv nicht darauf hindeuten würde, dass diese Person ein absoluter Traumprinz ist, sondern eher, dass man sich schnellstmöglich von ihnen entfernen sollte. Auch Maél schreibt Livia einfach nicht zurück oder ignoriert sie. Oder – am allerschlimmsten – findet sie im einen Moment total toll und zeigt ihr im nächsten Moment die kalte Schulter. Ich finde es schön, dass man eine Anziehung zwischen den Charakteren aufbauen will und Maél geheimnisvoll halten will, allerdings finde ich nicht, das jungen Mädchen so ein Verhalten als Boyfriend-Material verkauft werden sollte.

  • Viele der Plotpunkte waren mir einfach zu klischeehaft

Auch das war mir einfach zu wiederholend. Kira Licht hatte mir damals in ihrem Interview erklärt, dass sie das Buch eben für solche Leute geschrieben hat, die in einem Buch genau das erwarten, was sie schon kennen. Allerdings finde ich gerade so Dinge wie, dass Livia neu auf die Schule kommt, dass Maél sie gleich findet, sie sich einfach so 2 Freundinnen anlacht, ihre Eltern irgendwie nie zu Hause sind…sowas fand ich einfach so wiederholend und das habe ich ja auch schon 500 Mal gelesen. Und der Plot, mit dem immer mehr über die Götterwelt herausgefunden wurde, las sich auch wie der absolut typische Jugendbuch-Plot.

  • Ich fand es sehr seltsam, dass quasi jeder Kuss zwischen den beiden erzwungen war

Ich liebe Küsse in Jugendbüchern! Sie spiegeln meist die völlige Neuheit von Romantik wieder und tun dies auch meist sehr überzeugend. Etwas, was mir allerdings in diesem Buch mehrfach aufgefallen ist: Es gibt total tolle Küsse, allerdings sind diese immer entweder unter dem Einfluss einer Götterdroge oder um etwas zu vertuschen. Ich glaube, dass es keinen „ehrlichen“ Kuss in diesem Buch findet. Das finde ich unglaublich traurig und hätte mich schon mit einem „natürlichen“ Kuss zufrieden gegeben und finde, dass die Liebe der beiden so überhaupt nicht ernst genommen wird.


Fazit

Ich finde dieses Buch nicht unfassbar schlimm. Aber eben auch nicht viel besser. Ich finde die Chemie zwischen den Protagonisten echt super und kann auch die romantische Anziehung wirklich super.

Allerdings fand ich viele der Plotpunkte und der Handlungspunkte wirklich sehr klischeehaft, was ja aber für andere Leser durchaus schön sein kann. Maél war mir allerdings teilweise echt nicht geheuer und verströmte so einige Bad Boy-Red Flags, die ich so wirklich nicht unterstützen kann.

Die Götter und vor allem die Pariser Atmosphäre finde ich hingegen echt wundervoll ausgearbeitet und kann diese wirklich nur gutheißen!

Eine echte Empfehlung also für alle, die das Romantasy-Genre mit all seinen Klischees lieben, für alle, die allerdings etwas darüber hinaus schauen und lesen wollen, ist es ein wenig langweilig.

3,5 von 5 Tintenkleckse

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