Romeo & Julius, Adam & Eva und die tödlichen Künste | 3 Rezensionen

Es ist wieder Zeit für die bunte Genremischung, die es bringt, wenn man drei völlig unterschiedliche Bücher durcheinander würfelt und sie zusammen rezensiert!

Heute geht es um viel Liebe, viel Tod und auch viel Gezeichnetes! Ein Roman, ein Comic, eine Graphic Novel! Ich hoffe ihr habt Spaß und für jeden kann heute etwas dabei sein!


Bibliographische Daten – Romeo & Julius

  • Autor: Julius Kraft
  • Genre: Sachbuch, Dating, Lebenserfahrung
  • Verlag: Goldmann
  • Seitenzahl: 237 S.
  • ISBN: 978-3-442-15977-2

Kurzbeschreibung

Bin ich nach dem Verlust der großen Liebe bereit, wieder zu daten?

Ich sehne mich nach den Momenten, in denen alles kribbelt und Sterne und Brusthaar greifbar werden. Ich will die Unsicherheit beim ersten Kuss spüren, das Beben, wenn er durch die Tür tritt, und auch die Verzweiflung, wenn es trotz aller Hoffnung schiefgeht. Ich lasse mich nicht entmutigen und suche nach dem Einen, wenn es bei Tinder so viele gibt. Ich will das Abenteuer, die Aufregung. Für mich gehört die Welt der Liebe den Verletzlichen und denen, die stark sind, weil sie Schwäche zeigen können. So bin ich, so jemanden will ich. Also ja, ich bin bereit, wieder zu daten! Dies ist die Geschichte von „Romeo und Julius“ und meiner Suche nach der großen Liebe in 25 Dates!


Vielen Dank an den Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

Auf dieses Buch wurde ich auf Instagram aufmerksam, was ich absolut awesome fand, denn ich habe eigentlich noch kein Buch gesehen, was das Dating-Leben von jemandem beschreibt, der in irgendeiner Weise, von der gesellschaftlich akzeptiersteten Weise abweicht. In diesem Buch sucht der Protagonist einen Freund, mit dem er die Liebe seines Lebens erleben kann und gleichzeitig endlich den Einen findet. Dies erleben wir in 25 Dates, die alle mehr oder minder tatsächlich Dates waren, je nachdem wie weit man die Definition auslegt. Ich fand den Schreibstil sehr angenehm, als würde ich mich in einer Bar darüber austauschen, wie das Dating-Leben momentan so läuft und daraufhin eine total ausführliche Beschreibung erhalten und ich glaube, dass genau das auch der Punkt des ganzen Buches war.

Außerdem fand ich schön, dass sich das Buch großteils auch nur darauf fokussierte, die Konversationen mit Freunden des Protagonisten in den Vordergrund zu stellen, um zu zeigen, dass das, was das Leben stabil macht, halt doch die Freunde und die ausgesuchte Familie sind und das fand ich sehr sehr schön.

Auch ein paar Struggles der LGBT-Szene wurden angeschnitten, wie das Coming Out und die Schwierigkeiten, dies in einer kleinen Stadt zu verarbeiten. Das fand ich einen schönen Nebeneffekt dieses Buches.

Am schönsten fand ich aber eigentlich, dass man auch einen tieferen Einblick in die Psyche des Protagonisten bekommen hat, weil dieser sich auch damit auseinander setzt, inwiefern seine Suche und sein Verhalten ihm und seinen Beziehungen schaden könnten und dass er vielleicht einfach die falschen Leute anzieht. Das fand ich sehr einsichtsvoll und trotzdem nicht zu hart zu einem selbst geschrieben! Wunderbar!


Fazit

Ich fand diese Story auf jeden Fall sehr kurzweilig und für ein Buch, welches ja eigentlich nur auf einigermaßen humoristische Weise das Dating-Leben in Berlin abbilden soll, fand ich dieses Buch auch sehr einsichtsvoll und definitiv einen Blick wert, da es einen größeren Wert auf Freundschaft als auf die eigentlichen Dates legt und dabei doch tief in die Seele des Protagonisten blicken lässt! Für dieses Genre eine absolute Empfehlung!

5 von 5 Tintenkleckse

Bibliographische Daten – Deadly Class

  • Autor: Rick Remender, Wes Craig, Lee Loughridge
  • Genre: SciFi, Comic
  • Verlag: CrossCult
  • ISBN: 978-3-95981-181-1

Kurzbeschreibung

Mord ist Kunst, Töten ist Handwerk.

San Francisco, 1987, Ronald Reagan hat Marcus Lopez‘ Leben ruiniert. Aber als Marcus sich plötzlich an Kings Akademie der tödlichen Künste wiederfindet, sieht er seine Chance auf Rache gekommen. Doch auch an der außergewöhnlichen Schule muss man sich mit den üblichen Problemen herumschlagen: Mädchen, Hausaufgaben und arrogante Mitschüler, die einem das Leben schwer machen … Willkommen in der brutalsten Schule der Welt, wo die Sprösslinge der erfolgreichsten Verbrecherfamilien zu den Killern von morgen ausgebildet werden.


Vielen Dank an den CrossCult-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

Ich liebe diesen Comic über alles. Ich habe nicht viele Comics vor diesem gelesen, kann aber ganz offiziell sagen, dass dieser hier ein wahres Meisterwerk ist!

Die Geschichte an sich ist schon total genial, denn sie fokussiert auf kaputten und von der Welt gebeutelten Charakteren, die nicht so recht mit aber auch nicht so recht ohneeinander können. Und solche Geschichten liebe ich ja schon von Anfang an! Dann kann ich nur betonen, wie abwechslungsreich und genial der Plot ist und wie schön ich es finde, dass dieser Comic sich an komplexe und gesellschaftlich schwierige Themen herantraut und sich auch sonst in keinem Thema zurückhält. Ich finde es genial, dass der Protagonist so schwach und gleichzeitig so cool und badass ist und finde auch absolut faszinierend, dass jeder andere Charakter sofort eine oberflächliche und eine tiefere Ebene hat, die den Comic und seine Figuren sehr komplex und spannend machen!

Und was ich definitiv noch erwähnen muss, sind die absolut wunderbaren Zeichnungen und vor allem die Farbwahl. Je nach Stimmung kann sich der Comic so anfühlen, als würde er gleich von der Seite explodieren oder in sich selbst versinken wollen. Es wechselt zwischen extremen Farbkontrast und teilweise fast schon monochromatischer Farbgebung. Ich finde es absolut genial, wie man bei Blutrausch selbst nur noch rot sehen kann, bei einem Drogentrip alles verschwimmt und seltsam wird und in Momenten der Klarheit quasi alle Farben verschwimmen. Außerdem muss ich sagen, dass sie schlaksigen Charaktere und der Zeichenstil absolut genial die Ära einfangen, die porträtiert werden soll! Absolut genial und faszinierend!


Fazit

„Deadly Class“ war einer der ersten Comics, die ich je gelesen habe und ich verbeuge mich immer noch vor der absoluten Genialität, die diesen Comic durchströmt. Dementsprechend finde ich es auch genial, wie brutal dieser Comic ist, wie sehr er mit Themen wie Rache und Blutdurst spielt und wie absolut genial es ist, dass die Farben und die Zeichnungen so sehr eine Stimmung erzeugen, dass man meint, die Charaktere förmlich greifen zu können! Riesige Empfehlung für alle, die spannende oder stimmungsvolle und starke Comics mögen!

5 von 5 Tintenkleckse

Bibliographische Daten – Aus den Erinnerungen von Adam und Eva

  • Autor: Mark Twain, Francesco Ciccolella
  • Genre: Graphic Novel, Satire, Kurzgeschichten
  • Übersetzer: Andreas Thalmayr
  • Verlag: Hanser
  • Seitenzahl: 83 S.
  • ISBN: 978-3-446-26246-1

Kurzbeschreibung

ADAM UND EVA: Ein Buch für jedes Paar.

„Den Paradiesgarten habe ich nicht vermißt, solange Eva bei mir war.“

Mark Twain erzählt die erste und schönste aller Liebesgeschichten. Andreas Thalmayr übersetzt sie völlig eigen und erstaunlich komisch ins heutige Leben.


Vielen Dank an den Hanser-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

Dieses Buch ist sehr kurz, daher wird sich meine Meinung auch eher kurz belassen. Ich fand dieses Buch sehr unterhaltsam. Es erzählt quasi, wie Adam und Eva auf die Erde kamen und von dort an in ihren Verhältnissen die normalen Schritte in einer Ehe durchmachen und auch nicht richtig wissen, was sie mit sich selbst anfangen sollen.

Die Zeichnungen in diesem Buch unterstreichen absolut großartig die verschiedenen Zustände, in denen Adam und Eva sich befinden, sind sehr simplistisch und stilisiert gehalten und füllen teilweise einfach auch eine Doppelseite aus, was ich sehr schön fand! Generell passen die Illustrationen schön zu dem einfachen und doch in der Einfachheit komplizierten Leben, was die beiden führen und würden, wären sie detaillierter, definitiv auch zu sehr vom Witz der beiden ablenken.

Ich fand es schön, wie es deutlich wurde, wie stereotypisch und doch sehr durchdacht die beiden ersten Menschen hier dargestellt wurden und wie anders sich ihre Denkweisen und ihre Handlungsweisen rauskristallisieren mit der klaren Message, dass Eva doch ein bisschen schlauer und emotional besser ausgerüstet ist als Adam und er nicht wirklich versteht, was sie nun von ihm will.

Dabei führt er sich allerdings doch immer als der große Auserwählte auf, was unfreiwillig und wahrscheinlich doch sehr gewollt, zu vielen Lachern führt, die auch nicht nur auf einem niedrigen Humorlevel spielen.

Allerdings muss ich auch sagen, dass die „Geschichte“ einen sehr zusammen gewürfelten Charakter hat und sich nach jeder Seite ein wenig so anfühlt, als würde man zu einem anderen Gedanken des Autors springen, anstatt einer Geschichte oder einem roten Faden zu folgen, sodass auch gewisse Ungereimtheiten entstehen. Aber man muss dazu eigentlich auch wissen, dass Twain dies nie als komplettes Buch herausbrachte, sondern es nur gesammelte Skizzen von ihm sind und dafür ist eine Geschichte doch einigermaßen gelungen!


Fazit

Dieses Buch ist ja mehr eine Zusammenfassung von einzelnen Gedanken und Sketchen, die dann ins Deutsche transportiert wurden, daher kann sich das Buch an Stellen auch mal irgendwie messy anfühlen und ist definitiv so verwirrend, dass es schon wieder lustig sein kann. Für jeden Fan von Mark Twain und von schönen und stilistischen Zeichnungen kann ich dieses Buch nur empfehlen und auch die Witze scheinen wirklich gut ins Deutsche transportiert worden zu sein! Wer sich also ein wenig über den christlichen Schöpfungsmythos amüsieren will, der ist hier goldrichtig!

4 von 5 Tintenkleckse

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