„Saligia – Spiel der Todsünden“ von Swantje Opperman | Rezension

Jugendbücher erfinden in den meisten Fällen das Rad nicht neu. Dies versuchen die meisten jedoch auch gar nicht, sondern liefern eine spannende und gut umgesetzte Geschichte, mit der sich Jugendliche identifizieren können. So auch „Saligia“, das auf christlichen Elementen basiert. Glaube ist dem Buch allerdings völlig fremd und es wird ein spannendes Persönlichkeitskonzept erforscht!


Bibliographische Daten

  • Autorin: Swantje Oppermann
  • Genre: Jugendbuch, Fantasy
  • Verlag: Gulliver
  • Seitenzahl: 343 S.
  • ISBN: 978-3-407-74960-4

Kurzbeschreibung

Hochmut. Habgier. Wollust. Zorn. Völlerei. Neid. Trägheit. Welche Todsünde steckt in dir?

Keira wird getrieben von ihrem Zorn. Überall ist sie die verhasste Außenseiterin, die ständig ausrastet und andere verletzt. Ihr Leben verändert sich radikal, als sie in das Eliteinternat Canterbury kommt. Denn Keira ist eine Saligia mit übernatürlichen Kräften und trägt das Erbe der Todsünde Zorn in sich. Auf der Canterbury School soll sie mit anderen Saligia lernen, ihre ungezügelte Wut zu kontrollieren. Kaum hat Keira sich eingelebt und in den geheimnisvollen Taran verliebt, da wird eine Mitschülerin tot aufgefunden. War es Mord? Als Keira Nachforschungen anstellt, merkt sie schnell, dass jeder Saligia sein eigenes Spiel der Lügen spielt. Befindet sich der Täter unter ihnen?


Vielen Dank an den Gulliver Verlag für das Rezensionsexemplar!



Eigene Meinung

POSITIV

  • Die Aufmachung und das Feeling des Buches waren grandios!

Ich habe sehr selten bei Büchern direkt das Gefühl, dass sie mir gut in der Hand liegen und bei denen ich die einfache und simple Freude habe, dass ich sie immer wieder in die Hand nehmen will. Nicht (oder besser: Nicht nur) wegen der Geschichte, sondern wegen der Aufmachung. Der Einband fühlte sich sehr samtig und edel an und dabei auch noch sehr weich! Und das Buch an sich hatte auch einen starken Einband und war trotz der Dünne sehr gut zu lesen! Das liebe ich sofort an Büchern und da ich nicht viele Bücher von Gulliver lese, kann ich dies nur absolut hervorheben!

  • Das Konzept der Hauptlaster!

In diesem Buch spielen die 7 „Todsünden“ aus der christlichen Mythologie eine große Rolle, denn diese „Hauptlaster“ manifestieren sich hier in Genen und werden weitervererbt und sind dann in den Leuten, die dieses besitzen ein sehr ausgeprägter Persönlichkeitszug! Heißt also, dass Leute mit dem Hauptlaster Wut sehr schnell wütend werden können und besondere Kräfte in diesem Rahmen haben und am stärksten sind, wenn sie wütend sind. Dies gibt es auch noch mit Gier, Völlerei, Lust, Neid, Trägheit und Stolz!

Daher gibt es auch eine Schule, die explizit darauf abzielt, dass die Schüler lernen, dass sie ihre speziellen Laster kontrollieren und zu ihrem Besten einsetzen können. Dieses Konzept der Schule mit verschiedenen Persönlichkeiten ist natürlich nicht neu, aber kompetent aufgeführt und überzeugte mich sofort.

Auch, dass die jeweiligen Jugendlichen klar keine rein guten Menschen sind, sondern von Anfang an klar ist, dass sie Probleme haben und Fehler, war mir sehr sympathisch.

  • Ich liebe liebe liebe die Protagonistin!

Keira ist die Protagonistin und wird von ihrer Wut und ihrem Zorn geleitet. Sie lässt sich nichts gefallen, sie findet schwer Freunde und hat mehr Feinde und Leute, die sie nicht leiden können, als man denken könnte. Aber ich liebe Keira. Sie lässt sich keinen Mist erzählen, ist immer skeptisch und lernt sehr langsam, auch mal Menschen an sich ranzulassen. Sie setzt sich für Dinge ein, die ihr wichtig sind und ist dabei nicht überflüssig süß und nett, sondern direkt und gewinnt gerade durch diese Art auch viele Bewunderer und Freunde. Sie prügelt sich teilweise auch mit Menschen, die viel größer und stärker scheinen und tut alles, um sich selbst und andere zu verteidigen! Das finde ich einfach nur super und bewundernswert!

  • Die verschiedenen Blickwinkel und ein spannender Mordfall!

Die Geschichte wird aber auch teilweise aus der Sicht von anderen Charakteren erzählt, so von einem „Detektiv“, der sich mit Keiras Abstammung auseinander setzt und mit dem Verbrechen, dass sie glaubt begangen zu haben. Außerdem gibt es das ganze Buch über einen Fall zu lösen, der sich erst im Laufe des Buches als Todesfall herausstellt. Dieser wird dabei nie langweilig und denkt nicht, dass man an der Nase herum geführt wird. Dies ist ein intelligenter Krimi für Jugendliche, der diese für voll nimmt und nicht versucht, sie für dumm zu verkaufen. Ich finde es gerade deshalb super, weil man doch immer glaubt, schon weitere Teile des Puzzles zu kennen und die Charaktere darauf hinweisen will, diese sich aber teilweise auch als nichtig erweisen.

  • Viele Charakterentwicklungen und Lust auf den weiteren Teil!

Gerade der letzte Teil des Buches macht einem sehr viel Lust auf den nächsten Band der Reihe, der mit einem weiteren großen Rätsel eingeleitet und aufgelöst wird. Gerade dort entwickeln sich viele Charaktere glaubhaft und nicht zu schnell weiter. Generell wird viel Fokus auf die Veränderung und die Weiterentwicklung der Charaktere gelegt, was mich gerade in einem relativ kurzen Jugendbuch sehr gefällt und in seiner guten Ausführung einen großen Sog ausübt!

NEGATIV

  • Die Laster waren verwirrend und nicht ausreichend genug namentlich geklärt

Die Laster sind hier sehr sehr umständlich gemacht. Es gibt 7 Stück und ich finde es schon schwer, mir alle deutschen Bezeichnungen der Laster zu merken und damit auch die 7 Ausprägungen in den Schülern. Gleichzeitig bekommen diese deutschen Bezeichnungen aber auch noch lateinische Bezeichnungen zugewiesen, da dies in der Schule so üblich ist. Wenn man also nicht diese Vokabeln auswendig lernt, dann steht man am Anfang erstmal doof da, wenn die Personen daran identifiziert werden. Allerdings gilt dies ebenso dafür, dass den Lastern auch noch Farben für Kleidungsstücke zugewiesen werden, an denen manchmal allein das Laster festgemacht wird und irgendwie auch noch zur Verwirrung beitragen.

Am Besten man hätte eine Ausdrucksweise gestrichen oder es eingänglicher und öfter zusammen erklärt, damit man auch von Anfang an versteht, worüber geredet wird!

  • Das Buch war mir einfach zu kurz!

Eigentlich ist dies ja nie ein wirklicher Kritikpunkt, aber mir war vor allem der letzte Teil für die großen Änderungen einfach viel zu kurz und abgehakt, obwohl ich davon natürlich auch eingenommen wurde und Spannung erzeugt wurde. Allerdings hätte ich mir gerne gewünscht, das noch ein bisschen mehr auf die einzelnen Leute eingegangen wird und die Beziehungen untereinander ein wenig intensiviert würden! Ansonsten hat mich der Cliffhanger sehr neugierig auf den nächsten Band gemacht!


Fazit

Ich kann dieses Jugendbuch wirklich empfehlen! Durch spannende christlich-mythologische Elemente und den verknüpften Mordfall wird eine Spannung erzeugt, die sich auch zwischen den Protagonisten zeigt, die explizit nicht als typische Jugendbuch-Protagonisten angelegt sind und für ihre Präposition sehr authentisch agieren! Ich habe es auch wegen der Protagonistin und einer schnellen und doch stetigen Weiterentwicklung der Charaktere gerne gelesen! Dabei verwirrten mich nur ein paar Dinge und ich hätte einfach noch gerne mehr gelesen, was eigentlich nur auf ein gutes Buch hinweisen kann!

4 von 5 Tintenkleckse

One Comment

  1. Hallo liebe Anna,

    die Idee des Buches klingt ziemlich gut und deine tolle Rezension macht wirklich Lust, das Buch auch zu lesen. (Und die Gestaltung ist wirklich sehr cool. :o) Ich werde das Buch definitiv mal im Blick behalten!

    Liebe Grüße
    Dana

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