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Was nervt EUCH an Romantik in Büchern?

Letztens verfing ich mich auf Twitter in einer Diskussion darüber, wie so uns Romance (also: Romantik und romantische Beziehungen) in Büchern immer mehr und mehr auf den Geist gehen.

Dazu verfasste ich dann folgenden Tweet, da ich einfach mal meine Follower fragen wollte, wie es denn ihnen damit geht:

Und offensichtlich habe ich damit einen richtigen Nerv getroffen, denn wie ihr sehen könnt, habe ich 94 Antworten darauf erhalten. 94! Das ist wahnsinnig viel!

Dabei ist einige sehr gute Kritik herausgekommen, die ich nun einfach mal gesammelt und für alle klar nachzulesen auf diesem Blog posten wollte.

Nun findet ihr also in diesem Post nahezu alle Antworten auf diesen Post, die ich irgendwie verwerten konnte gesammelt in losen Kategorien, da natürlich manche Punkte häufiger auftreten, damit ihr einfach mal nachlesen könnt, was denn die Leute auf Twitter so von Romance in Büchern halten! Und vielleicht könnt ihr eure Kritikpunkte ja auch hier wieder finden!


Notiz: Dies hier ist kein Angriff auf irgendwen. Dies sind auch nicht meine Meinungen, sondern einfach eine Zusammenstellung von Twitter-Antworten. Meine Meinung wird in ein paar Tagen ebenfalls auf diesem Blog folgen. Ich wünsche mir mehr eine Diskussion und sollten einige Romance-Leser*innen und Autor*innen dies hier lesen, würde ich mich freuen, auch eine Gegenseite zu veröffentlichen, sollten genug Antworten dabei sein!


sdr


Generell umfassende Kritik


Romance_Blumen_3.jpg


Passivität und Gehirnverlust der Protagonistinnen


Bad Boys


Romance_Blumen_6.jpg


Problematisches Verhalten

(Notiz: Diese Formulierung ist in meinen Augen fragwürdig, allerdings werde ich hier den Wortlaut anderer Leute nicht verändern.)


Kommunikation


sdr


Komische Beschreibungen von Körperteilen/realistischem Sex


Eine scherzhafte Checkliste


Der generelle Plot


Eintönigkeit des Umfelds der Protagonisten


Romance_Blumen_5.jpg


Kritik an den Protagonist*innen


Insta-Love


Romance in anderen Genres


sdr


Sonstiges (und Dreiecksbeziehungen)


Mein persönliches Highlight


Gegenbeispiele und Empfehlungen


Diskussions-Time!

Wie steht ihr zu dem ganzen Thema? Was ist eure Meinung zu Romantik und romantischen Beziehungen in Büchern? Seid ihr vielleicht sogar begeisterte Romance-Leser und könnt uns (und mir) verraten, wieso? Oder seht ihr euch in diesem breiten Spektrum aus Meinungen gut abgebildet?

23 Gedanken zu „Was nervt EUCH an Romantik in Büchern?

  1. Ein toller Beitrag.
    Ja, ich bin begeisterte Romance-Leserin, aber das heißt nicht, dass ich auch alles gut finde.
    Ich will echte Geschichten, Menschen, mit denen ich mich identifizieren kann, wenn auch nur in kleinen Aspekten. Mir ist es vollkommen egal, welche Geschlechter aufeinander treffen, denn sich Verlieben ist immer gleich, kann immer schön, oder immer anstrengend und schwierig sein.
    Romance ist immer dann gut, wenn man sich selbst auch ein bisschen verliebt.

    1. Hey du!

      Das hat ja auch niemand unterstellt! Ich denke, wenn man das Genre gerne liest, kennt man sich immer am besten in der Materie aus!

      Und deinen Worten kann ich nur zustimmen! Genauso sollte es sein! Wenn man sich selbst ein wenig mit verlieben kann!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

    1. Hey liebe Mila,

      Das freut mich so! Ja, ich habe da irgendwie auch immer mega Ansprüche 😀 Und ja, ich mag es sehr gerne authentisch und einfach so, dass ich mich realistisch hinein fühlen kann!

      Oh yes! Das ist dann richtig gut!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  2. Ich finde es spannend, wie sachlich die Antworten ausgefallen sind. Bei deiner Frage habe ich lange überlegt, ob es etwas greifbares gibt, das mich stört.
    So richtig kann ich nichts benennen.
    Ich lese meist abwechselnd ganz schnulzige Bücher und Thriller. Ich mag es gerne klischeehaft. Für mich sind Liebesromane immer ein Abtauchen in eine andere Welt. Für einen Moment aus dem Alltag entfliehen und mich wo anders hin träumen. So schaue ich auch jedes Jahr wieder „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, das ist einfach zu schön.

    LG Kerstin

    1. Hallo Kerstin,

      Ich finde es auch spannend, wie die Antworten ausgefallen sind! Ich überlege bei sowas auch lange und habe eigentlich viel zu viele Antworten 😀
      Für Leute, die es gerne klischeehaft mögen, sind diese Bücher bestimmt toll! Aber wenn diese Klischees auch in anderen Genres auftauchen, wo sie eigentlich nicht hin sollen, dann kann ich schon verstehen, wenn man das nervig findet 🙂

      Und ich liebe diesen Film absolut! Gehört jedes Jahr dazu!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  3. Weil mir eine Zeitlang mein Lesestoff ausgegangen sind habe ich mir Bücher von meinen Cousinen und von meiner besten Freundin ausgeliehen. Und was hatten sie im Regal stehen: Liebesbücher. Unmengen an Liebesbüchern.
    Ich muss sagen, sie haben sich schnell lesen gelassen . Danach habe ich mir dann nur gedacht: bitte was habe ich gerade gelesen? Besonders die beliebte Reihe von Samantha Young hat mir Kopfschmerzen bereitet. Immer diese Glorifizierung von Bad Boys. Schlimm. Da kann ich den Kommentaren nur zu stimmen.

    Bei Jugendfantasy Roman kann ich das Konzept Dreiecksgeschichte nicht mehr sehen, einfach zu oft gelesen.

    Apropos fehlende Kommunikation: da fällt mir sofort die Rubinrotreihe ein. Hätten sie sich einfach mal unterhalten. Na ja ich mag die Trilogie irgendwie trotzdem 😀

    Liebe Grüße,
    Nadine

    1. Hallo Nadine!

      Oh wow, das kenn ich irgendwoher 😀 Diese Verwandten hat wohl jeder mal! xD Und ja, lesen kann man die Dinger unfassbar schnell! Aber danach fühl man sich meistens irgendwie ganz komisch 😀

      Und ja, die Dreiecksgeschichte kann ich absolut nicht mehr sehen. Echt nicht mehr.

      Oh ja, die Reihe mag ich trotzdem irgendwie 😀 Naja, Kindheit und so, ne? xD

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  4. Liebe Anna,
    ich liebe Geschichten, die romantisch sind. Tatsächlich finde ich es oft schade, wenn man in Büchern auf ein wenig Romanze verzichten muss, aber ich finde, dass es gut umgesetzt werden sollte und nicht den Bezug zur Realität verlieren darf.
    Was mich auch besonders stört, ist, dass so vieles romantisiert wird. Verhalten, das im wahren Leben, von niemandem toleriert werden würde, wird angepriesen, für gut befunden und der Typ bis in den Himmel gehyped. Diese Romantisierung findet sich in so vielen Romane, die derzeit gelobt werden und ich verstehe es überhaupt nicht. Ich kann mir höchstens vorstellen, dass es (vielleicht gerade jüngere) Leser reizt, jemand dominanten und selbstbewussten zu finden, der noch dazu blendend aussieht und sich für einen interessiert. Das alles rechtfertigt in meinen Augen aber kein frauenfeindliches Verhalten 🙂
    Vor allem da man weiß, dass Romance auch anders geht und so gut umgesetzt werden kann, wie bspw. »All your perfects« von Colleen Hoover. In dem Buch wird ein wichtiges Thema angesprochen, das generell eher wenig Aufmerksamkeit bekommt, es ist realitätsnah, man kommt trotz Fehler der Protas ins Schwärmen und hat dazu noch ein Buch, das einen nachhaltig beeindruckt.
    Alles Liebe,
    Janika

    1. Hallo Janika!

      Ich mag Romantik eigentlich auch sehr gerne! Allerdings finde ich sie auch in Büchern manchmal heillos übertrieben.

      Aber genau das! Romantisierung von Dingen, die im realen Leben einfach nur super komisch wären oder einfach nicht gesundes Verhalten sind, werden toll gefunden und als Ideal beschrieben. Und nein, frauenfeindliches Verhalten rechtfertigt einfach gar nichts!

      Romance geht auf jeden Fall sehr viel besser! Sehr viel besser! Und dieses Buch werde ich mir definitiv mal ansehen!

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  5. Liebe Janika,
    super Thema! Mich persönlich nerven Stereotype auch, weshalb ich mir vorgenommen habe, es anders zu machen 😉 In meinem ersten Urban Fantasy Roman (Magic Berlin: Der Weg des Sterns) gibt es daher mit voller Absicht eine polyamore, queere Lovestory, Menschen ohne Modelmaße und auch sonst eine Menge Diversität (Nationalitäten, Sexualitäten, Religionen). Und geredet wird auch viel. Bin ich ja froh, dass es anderen auch so geht!
    Mein zweites Buch, Wasserliebe, ist deutlicher auf (heterosexuelle) Liebe fokussiert, aber ich hoffe, dass es mir gelungen ist, nicht zu stereotyp zu schreiben. Ich thematisiere auch häusliche Gewalt und missbräuchliche, manipulative Beziehungen und deren Auswirkungen und wie es anders sein kann.
    Viele Grüße
    Julia

  6. Super Beitrag!

    Mir ist eine Sache aufgefallen, die ich interessant finde:
    Auf der einen Seite gibt es Kommentare, die beim Liebesdreieick mit New Lover und Kindheitsfreund es als Klischee ansehen, wenn der New Lover die Schnecke kriegt und auf der anderen Seite Kommentare, in denen das Klischee ist, dass sie checkt, dass der New Lover nicht der richtige ist und den Kindheitsfreund am Ende wählt.

    Also. Ich finde diese künstlichen Liebesdreiecke auch furchtbar :’D Aber das fand ich nun echt interessant. Jaja, mit Liebesdreiecken kann man einfach nichts richtig machen xD

  7. Was an diesen Twitter-Kommentaren komplett ausgeblendet wird, ist, dass die Verlage meist genau das verlangen, was so vehement abgelehnt wird. Die wollen oft genau solche Konstellationen in den Büchern. Und die Autorinnen und Autoren können sich noch so gegen den aktuellen Einheitsbrei wehren, oder es versuchen, im Lektorat wird alles wieder glatt gebügelt und angepasst.

    Und wehe, man wehrt sich gegen solche Vorgaben, dann ist man ganz schnell raus aus dem Geschäft, denn vor der Verlagstür waren tausend andere Autorinnen, die genau die Vorgaben für den Verlag erfüllen wollen, einfach, weil sie so veröffentlich werden.

    1. Hallo Mata,
      beim Durchlesen der Antworten und Kommentare habe ich mir auch gedacht, dass ich so viele Tipps gelesen habe, was zu einer Liebesgeschichte gehört und dass auch in anderen Genres eine Liebesgeschichte gut für den Erfolg ist. Jedenfalls, was den Mainstream angeht.
      Mit anderen Worten: Angeblich sind das die Erwartungen der Leser, die in den Antworten als nervig empfunden werden. Ist es etwa doch eher eine Geschmacksache?
      Ich lese am liebsten Krimis und Thriller, eben weil da die Lovestory meistens nur angedeutet ist.
      Viele Grüße
      Moni

      1. Hallo Moni,

        Das stimmt natürlich! Viele Dinge werden von anderen Lesern erwartet und sind nicht universell nervende Punkte. Ich denke aber schon, dass sich eine gewisse Genervtheit mit Rollenklischees und vielen Liebesgeschichten-Klischees eingestellt hat.
        Ist auf jeden Fall ein schwieriges Thema 🙂

        Viele liebe Grüße,
        Anna

    2. Heiho Marta,

      Naja…dafür gibt es ja Selfpublisher, oder? Und ich finde nicht, dass man sich immer an den Verlagen orientieren sollte, gerade wenn es um den eigenen Geschmack als Leser geht.

      Die Umstände sind natürlich doof. Aber das ist den Lesern ja vorrangig erstmal egal, die wollen offensichtlich nicht immer denselben Liebesbrei 🙂

      Viele liebe Grüße,
      Anna

  8. Hallo Anna,
    der Beitrag ist wirklich gut geworden. Ich fand es mal interessant zu sehen, was die Mehrheit darüber denkt und hatte auch das Gefühl, dass alle in eine ähnliche Richtung gehen.
    Mich nervt es auch, dass in Büchern viel in Klischees gedacht wird und sich das Gehirn der Protagonistin meistens komplett ausschaltet, wenn sie einen tollen reichen Bad Boy trifft.
    Liebe Grüße
    Regina

  9. Das ist mal echt interessant zu lesen! Ich geb meinen Senf auch noch dazu: Mich nervt, wenn alles so furchtbar schnell geht und die beiden schon indirekt verheiratet sind, ohne sich richtig zu kennen. Die Heteronormativität ist auch ein großer Kritikpunkt. Mich würde aber auch die Gegenmeinung der Romancelover interessieren.

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