“We Were Liars” von e. lockhart | Rezension

 Seit EWIGKEITEN (okay, seit dieses Buch erschienen ist) haben mich Freund*innen, Bekannte und andere Blogger*innen darum angebettelt, “We Were Liars” (um dieses Buch geht es in dieser Rezension) zu lesen. Alle sagten immer, dass der Twist am Ende mich schocken würde und dass es einfach absolut krass ist, was diesesBuch mit den eigenen Gefühlen anstellt. Und was soll ich sagen?

Sie hatten alle Recht.


Bibliographische Daten

  • Autorin: e. lockhart
  • Genre: Jugendbuch, Familie, Mystery
  • Verlag: Hot Key Books / Ravensburger (Deutsch)
  • Seitenzahl: 225 S.
  • ISBN: 978-1-4714-0398-9
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Kurzbeschreibung

We are liars

We are beautiful and privileged

We are cracked and broken

A tale of love and romance

A tale of tragedy

Which are lies?

Which is truth?

You decide 

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Eigene Meinung

In dieser Rezension geht es um “We Were Liars”: Dieses Buch ist mittlerweile schon in der Backlist, hat aber in seinem Erscheinungsjahr den Goodreads Choice Award gewonnen, was schwieriger und seltener ist, als es sich anhört. Denn das sind Fan-gevotete Awards, bei denen die meisten Votes den Platz bestimmen. Ist also schon ein ziemliches Achievement.

Ich bin eigentlich immer skeptisch gegenüber diesem Buch gewesen, denn wenn viele Leute mich komplett von einem Buch überzeugen wollen, dann habe ich immer Angst ihre Erwartungen an sie zu enttäuschen und natürlich, dass das Buch MICH enttäuscht. Aber nachdem ich vor ein paar Wochen “Bad Girls” (englisch “Genuine Fraud”) von derselben Autorin gelesen habe, wollte ich unbedingt sehen, wie ihr bekanntestes Werk mir gefällt.

Tja und trotz der hohen Erwartungen, trotz der Vorbereitung auf den immensen Schock und den Twist am Ende, habe ich dieses Buch geliebt und am Ende dank des Twists nicht nur geweint, sondern ungläubig immer wieder dieselbe Zeile gelesen. SO GUT IST DER TWIST!

Ein perfekter Twist, den man nicht voraussehen kann, den man aber absolut glaubwürdig findet und auf den man die ganze Zeit hinfiebert, obwohl man völlig andere Erwartungen an die große Auflösung hat. Richtig richtig cool gemacht.

Ich fand vor allem die Darstellung der Charaktere ziemlich toll, obwohl viele Mitglieder der Familie für mich teilweise ineinander verschwammen, aber die Hauptcharaktere waren so schön und metaphorisch beschrieben, dass ich nicht anders konnte, als sie zu lieben, trotz all ihrer Fehler.

Das Buch ist nicht nur wunderbar schnell geschrieben, sondern hat auch sehr sehr kurze Kapitel, was ich unfassbar liebe (nur noch ein Kapitel! Und noch eins! Und noch eins! …). Daher fliegt man schnell durch dieses Buch, fühlt sich gleichzeitig im Gefängnis des Kopfes der Protagonistin und ihrer Schmerzen und frei in einem nie enden wollenden Sommerurlaub. Wahnsinn.

Allerdings finde ich die Metaphern der Autorin für Schmerz, Verletzt Werden und generelle Enttäuschungen manchmal viel zu überbordend und nicht wirklich gut erklärt, sodass man sich beim ersten Mal noch sehr erschreckt, wenn dort steht, dass Cadence auf dem Boden verblutet oder eine Axt ihren Schädel spaltet. Metaphern für ihren Schmerz, ihre Verletzlichkeit und ihre Unsicherheiten. Trotzdem seltsam und die könnte man ein wenig reduzieren.

Ich fand auch die Betrachtung von Privilegien, Reichtum, Rassismus und den jeweiligen Verzweigungen und Verwischungen sehr schön und wichtig. Auch wenn natürlich klar ist, dass die Kinder der reichen Familie nicht wirklich wissen, wie priviligiert sie sich verhalten und wie schlecht sie sich teilweise benehmen. Auch die Darstellung der Migränen und Kopfschmerzen der Protagonistin als Dinge, die sie tagelang nicht aus dem Bett kommen lassen, fand ich unfassbar schön geschrieben, auch wenn es wehtat, diese Dinge zu lesen.

Natürlich spielt auch Mental Health in diesem Buch eine Rolle und ich möchte hier nicht spoilern, daher sage ich nur, dass das Verhalten der Protagonistin nach der Auflösung viel mehr Sinn ergeben hat und dass man sich wirklich sehr in sie und in ihren Gemütszustand herein versetzen konnte. Ebenso hat man die Auswirkungen auf die Familie beobachten können und diese hinterher in den Kontext zu setzen, tut nicht nur weh, sondern macht ein erneutes Lesen des Buches auch so notwendig!

Und wenn ihr mich jetzt entschuldigt? Ich glaub, ich muss “We Were Liars” gleich noch mal lesen gehen!


Fazit

Ich liebe dieses Buch. Es lässt sich nicht nur (auch auf Englisch) sehr schnell und sehr gut lesen und entwickelt einen Sog, der absolut unwiderstehlich ist. Ich konnte mich dem Rätsel um diese Familie nicht entziehen, auch wenn ich manchmal das Gefühl hatte, dass ich nicht alles immer verstanden habe. Der Plottwist am Ende ist im Nachhinein total verständlich, aber überrascht einen so sehr, dass man diesen einen verdammten Satz zwei Mal lesen muss. Es hat mich komplett geschockt, obwohl ich auf einen großen Schock eingestellt war und das muss was heißen. KAUFT UND LEST DIESES BUCH, ES IST SO SO SO GUT!

5 von 5 Tintenkleckse

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